
Monatelang gab es Gerüchte, Dementis und immer deutlichere Anzeichen. Jetzt ist die Sache offiziell: OnePlus wird keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika auf den Markt bringen. Damit endet die reguläre Präsenz der Marke in zwei ihrer wichtigsten westlichen Märkte.
Für Besitzer eines OnePlus-Smartphones bedeutet der Rückzug allerdings nicht, dass ihr Gerät plötzlich zum teuren Briefbeschwerer wird. Bereits verkaufte Geräte sollen weiterhin die zugesagten Software-Updates, Sicherheitspatches sowie Kunden- und Garantieleistungen erhalten. Dabei wird OnePlus künftig von Mutterkonzern Oppo unterstützt.
Keine neuen OnePlus-Geräte mehr in Deutschland
Der Rückzug betrifft nicht nur Smartphones. OnePlus spricht allgemein davon, künftig keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika einzuführen. Damit dürften auch neue Tablets, Smartwatches und Kopfhörer der Marke nicht mehr offiziell in Deutschland erscheinen. Bereits verfügbare Geräte und vorhandene Lagerbestände können zunächst weiterhin verkauft werden. Nachschub oder reguläre europäische Veröffentlichungen kommender Modelle sind jedoch nicht mehr vorgesehen.
Als Grund nennt das Unternehmen eine langfristige Neuausrichtung seiner weltweiten Produktstrategie. Ressourcen sollen künftig stärker auf Märkte konzentriert werden, in denen OnePlus bessere Wachstumschancen sieht. Der Produktfahrplan für China soll unverändert bleiben. Auch das Geschäft in Indien läuft nach Angaben des Unternehmens zunächst weiter.
OxygenOS wird durch ColorOS ersetzt
Für bestehende Nutzer steht noch eine größere Änderung an. OnePlus-Geräte sollen in den kommenden Monaten schrittweise auf Oppos ColorOS umgestellt werden. OxygenOS und ColorOS teilen sich bereits seit Jahren große Teile ihrer technischen Basis.
Nutzer in Europa und Nordamerika sollen entscheiden können, ob sie auf ColorOS wechseln möchten. Wer bei OxygenOS bleibt, könnte allerdings auf zukünftige größere Systemupdates verzichten müssen. Konkrete Zeitpläne und unterstützte Modelle will OnePlus später bekannt geben.
Oppo bleibt Europa erhalten
Oppo selbst zieht sich nicht aus Europa zurück. Der Konzern bezeichnet Europa weiterhin als wichtigen Markt und will sein Angebot sowie die Verfügbarkeit seiner Geräte sogar ausbauen. Der Rückzug von OnePlus dürfte daher vor allem eine Bündelung der Marken und Ressourcen innerhalb des Konzerns sein.
Für OnePlus endet damit trotzdem ein ziemlich dickes Kapitel. Aus dem einstigen Flagship-Killer, der mit günstigen Preisen und einer enthusiastischen Community die großen Hersteller ärgern wollte, wird zumindest in Europa eine auslaufende Marke. Never Settle ist damit wohl endgültig zu Never Again geworden.
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