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Lanterns Folge 2: Der starke Auftakt verliert Tempo

So stimmen unsere Leser ab:

Nach der ersten Folge von Lanterns war ich deutlich positiver überrascht, als ich es vorher erwartet hatte. Die Mischung aus düsterem Krimi, langsamem Mystery-Aufbau und zwei ziemlich gegensätzlichen Green Lanterns hat erstaunlich gut funktioniert. Folge 2 mit dem Titel „Trust Fall“ macht nun allerdings etwas, das ich nach diesem Auftakt nicht unbedingt erwartet hatte: Sie tritt ziemlich kräftig auf die Bremse. Schlecht ist die Episode deshalb nicht. Ganz und gar nicht. Aber zum ersten Mal verstehe ich die Kritik, dass Lanterns möglicherweise besser mit mehreren Folgen gleichzeitig gestartet wäre.

Kyle Chandler und Aaron Pierre bleiben das große Plus

Das Beste an der Serie sind weiterhin Kyle Chandler als Hal Jordan und Aaron Pierre als John Stewart. Die beiden müssen nicht permanent große Monologe halten oder mit ihren Ringen die halbe Umgebung zerlegen, damit ihre Szenen funktionieren. Gerade die kleinen Reibereien zwischen den Figuren machen Spaß. Hal wirkt weiterhin wie jemand, der sehr viel mehr weiß, als er erzählen möchte, während John versucht herauszufinden, worauf er sich hier eigentlich eingelassen hat. Das ist grundsätzlich eine ziemlich gute Ausgangslage.

Und genau darin liegt momentan auch die größte Stärke von Lanterns: Wenn die Serie einfach ihre beiden Hauptfiguren miteinander arbeiten lässt, funktioniert sie.

Folge 2 erklärt viel – vielleicht etwas zu viel

Das Problem ist vielmehr das Tempo. Die zweite Episode verbringt einen beträchtlichen Teil ihrer Laufzeit damit, das Mysterium der Staffel weiter aufzubauen, Figuren zu positionieren und neue Puzzleteile auf den Tisch zu legen. Das ist alles grundsätzlich notwendig. Nur fühlt es sich stellenweise weniger nach einer vollständigen Episode als nach dem zweiten Kapitel eines sehr langen Films an.

Forbes-Autor Erik Kain kritisiert genau diesen Punkt und argumentiert, dass Lanterns besser als Binge-Veröffentlichung oder zumindest mit drei Episoden zum Start funktioniert hätte. Diesen Gedanken kann ich nach Folge 2 deutlich besser nachvollziehen. Denn während Folge 1 noch einen ziemlich klaren eigenen Spannungsbogen hatte, lebt „Trust Fall“ stärker davon, Dinge für später vorzubereiten.

Das Mystery braucht langsam einen Haken

HBO beschreibt Lanterns offiziell als Geschichte zweier intergalaktischer Gesetzeshüter, die bei einem Mordfall im amerikanischen Hinterland auf ein größeres Geheimnis stoßen. Genau dieses Geheimnis wird in Folge 2 größer.

Die Serie wirft interessante Fragen auf, hält sich mit Antworten aber weiterhin extrem zurück. Das kann später fantastisch funktionieren, wenn sich die einzelnen Elemente sauber zusammensetzen. Im Moment fehlt mir allerdings noch etwas, das aus „interessant“ wirklich „ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht“ macht.

Green-Lantern-Fans bekommen mehr als Neueinsteiger

Ohne irgendetwas vom Ende zu verraten: Die letzten Minuten dürften bei Zuschauern, die sich mit Green Lantern und dem DC-Universum auskennen, deutlich mehr Wirkung entfalten als bei kompletten Neueinsteigern. Das ist gleichzeitig spannend und ein kleines Problem.

Eine Serie sollte eigentlich nicht voraussetzen, dass man anschließend erst irgendwelche Wikis durchforstet, um zu verstehen, warum eine bestimmte Entwicklung wichtig sein könnte.  Als Comic-Fan bekommt man hier zusätzliche Ebenen geliefert. Wer dagegen ausschließlich Lanterns schaut, dürfte sich eher denken: Okay, offenbar soll das gerade wichtig sein.

Weniger True Detective, mehr eigenes Lanterns

Interessanterweise beschäftigt mich der ständig bemühte Vergleich mit True Detective inzwischen deutlich weniger. Nach Folge 1 konnte man noch nachvollziehen, woher er kommt. Kleinstadt, Mordfall, zwei Ermittler, düstere Stimmung. In Episode 2 wird aber klarer, dass Lanterns zunehmend seine eigene Richtung einschlägt.

Die Serie muss kein True Detective mit grünen Ringen sein. Sie muss nur langsam zeigen, warum wir uns für diesen Fall und die Menschen darin interessieren sollen. Genau da fehlt mir momentan noch ein Stück.

TL;DR – Mein Fazit zu Lanterns Folge 2

Lanterns bleibt interessant, aber Folge 2 ist deutlich schwächer als der Auftakt.

Kyle Chandler und Aaron Pierre funktionieren weiterhin hervorragend, die Atmosphäre stimmt und ich mag nach wie vor, dass DC nicht versucht, jede freie Minute mit CGI und Superheldenaction vollzustopfen. Die andere Seite dieser Medaille ist allerdings das momentan ziemlich behäbige Erzähltempo. „Trust Fall“ fühlt sich häufig wie eine Übergangsfolge an, obwohl wir gerade einmal bei Episode zwei angekommen sind. Ich möchte weiterhin wissen, was hinter dem großen Mysterium steckt. Ich bin nur nicht mehr ganz so heiß auf die nächste Folge wie nach dem Auftakt.

Eine Woche Wartezeit kann Spannung erzeugen. Sie kann sie aber auch verdammt gut abkühlen lassen.

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Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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