
Magic: The Gathering – Premodern erklärt
Das Format für alle, die alte Karten nicht nur anschauen wollen
Magic: The Gathering hat mittlerweile genug Formate, um selbst erfahrene Spieler kurz ins Leere starren zu lassen. Standard, Modern, Pioneer, Commander, Legacy, Vintage – und irgendwo dazwischen sitzt Premodern.
Premodern ist kein offiziell von Wizards of the Coast verwaltetes Hauptformat, sondern ein Community-Format. Gespielt wird mit Karten aus einem festen Zeitraum: erlaubt sind grundsätzlich Karten von Fourth Edition bis Scourge. Damit deckt Premodern grob die Magic-Jahre von 1995 bis 2003 ab, also die Zeit vor dem modernen Kartenrahmen, der mit der Eighth Edition eingeführt wurde. Die offizielle Premodern-Seite beschreibt das Format genau als Community-Constructed-Format mit Sets von Fourth Edition bis Scourge und eigener Banlist.
Was ist Premodern?
Premodern ist im Kern ein Constructed-Format. Das bedeutet: Spieler bauen sich vorab ein Deck und treten damit gegeneinander an. Anders als bei Commander geht es nicht um 100 Karten, Singleton-Regel und großen Küchentisch-Zauber, sondern eher um klassisches 1-gegen-1-Magic mit 60-Karten-Decks. Der Reiz liegt im klar abgesteckten Kartenpool. Premodern ist damit ein eingefrorener Ausschnitt aus Magic.
Welche Karten sind erlaubt?
Erlaubt sind Karten, die in den legalen Sets des Formats erschienen sind. Dazu gehören unter anderem Fourth Edition, Ice Age, Mirage, Tempest, Urza’s Saga, Mercadian Masques, Invasion, Odyssey, Onslaught und Scourge. Kurz gesagt: alte Rahmen, alte Mechaniken, alte Macken. Genau das macht den Charme aus. Wichtig ist aber: Es muss nicht zwingend die alte Originalversion einer Karte sein. Wer eine legale Karte in neuerer Optik besitzt, darf sie in der Regel ebenfalls spielen. Premodern erlaubt Reprints, solange die Karte selbst im Premodern-Kartenpool legal ist.
Premodern ist nicht einfach nur „altes Modern“
Der Name kann täuschen. Premodern ist nicht Modern mit älteren Karten. Modern beginnt offiziell bei der Eighth Edition und reicht bis heute. Wizards beschreibt Modern als Format mit Karten ab der Eighth Edition. Genau dort hört Premodern im Prinzip auf.
Warum ist das Format spannend?
Premodern lebt von einem sehr eigenen Spielgefühl. Viele Decks wirken vertraut, wenn man Magic Ende der 90er oder Anfang der 2000er gespielt hat. Goblins, The Rock, Madness, Stasis, Landstill, Replenish, Sligh, Survival-Strategien. Die günstigsten spielbare Premodern-Decks sind laut verschiedener Quellen unter anderem Goblins, Sligh, Madness, Dead Guy Ale und Mono Blue Storm. Die Banlist hält den alten Wahnsinn im Zaum
Ein fester Kartenpool heißt nicht automatisch, dass alles erlaubt ist. Premodern hat eine eigene Banlist. Das ist nötig, weil Magic aus dieser Ära einige Karten kennt, die ein Spiel schnell an den Rand der Verzweiflung bringt.
Goldrandkarten und Reprints: Vorher fragen
Ein Sonderfall sind Gold-Bordered-Karten aus alten World-Championship-Decks sowie Collector’s Edition und International Edition. In vielen nicht offiziell sanktionierten Premodern-Events werden solche Karten akzeptiert, aber das entscheidet am Ende der jeweilige Veranstalter. Ultimate Guard rät deshalb ausdrücklich, vor einem Event nachzufragen. Für Küchentischrunden ist das ohnehin entspannter. Wer mit Freunden spielt, kann sich einigen. Für Turniere gilt: Regeln lesen, Banlist prüfen, Veranstalter fragen.
Für wen lohnt sich Premodern?
Premodern ist vor allem für Spieler spannend, die Magic aus der alten Ära mögen, aber nicht in die extrem teuren Tiefen von Vintage oder Old School abtauchen wollen. Es ist auch interessant für Sammler, die alte Karten nicht nur im Ordner parken möchten. Wer noch Kisten mit Karten aus Invasion, Odyssey oder Onslaught herumliegen hat, sollte da ruhig mal reinschauen. Neueinsteiger können ebenfalls Spaß daran haben, müssen sich aber bewusst sein: Premodern ist nicht so zugänglich wie Commander-Precons aus dem Regal. Man muss Karten kennen, Decklisten lesen und verstehen, warum manche unscheinbare Karte plötzlich wichtig ist. Dafür bekommt man ein Format, das nicht alle paar Wochen von neuen Produkten durchgeschüttelt wird.
In diesem Artikel können Partnerlinks enthalten sein. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.