
Neues PLA Material will 3D-Druck nachhaltiger machen
PLA gilt im 3D-Druck seit Jahren als die „grünere“ Alternative. Klingt gut, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn normales PLA wird zwar meist aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, verschwindet aber nicht einfach auf magische Weise im Kompost. In der Praxis braucht PLA meist industrielle Kompostierung mit passenden Temperaturen, Feuchtigkeit und Mikroorganismen. Der heimische Komposthaufen ist dafür nicht geeignet.
Genau an dieser Stelle setzt ein neues Regenerative PLA+ an. Das Filament soll sich nicht erst unter streng kontrollierten Industriebedingungen zersetzen, sondern auch in Entsorgungsumgebungen wie Deponien abbauen. Laut Hersteller soll das Material innerhalb weniger Jahre biologisch abgebaut werden können. Die große Ansage dahinter: weniger langlebiger Plastikmüll und weniger Mikroplastik.
Normales PLA ist nicht automatisch kompostierbar
Der größte Irrtum rund um PLA ist simpel: Bio-basiert bedeutet nicht automatisch biologisch abbaubar im Alltag. PLA kann aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, bleibt unter normalen Bedingungen aber oft erstaunlich lange erhalten. Für eine sinnvolle Zersetzung braucht es meist industrielle Kompostieranlagen. Die sind nicht überall verfügbar, und in vielen Entsorgungswegen landet PLA am Ende trotzdem im Restmüll.
Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Druck, sondern beim Müll
Spannend ist der Blick auf das Ende des Materials. Denn beim 3D-Druck entsteht Müll. Fehldrucke, Stützstrukturen, Testteile, Prototypen, Reste von Spulen. Wer viel druckt, kennt diesen kleinen Schandberg aus buntem Kunststoff sehr gut.
Regenerative PLA+ will genau dort ansetzen. Das Material soll sich beim Drucken wie ein normales PLA+ verhalten, also stabil, sauber und alltagstauglich bleiben. Erst wenn es am Ende seines Lebenszyklus in eine passende Umgebung gelangt, soll eine spezielle End-of-Life-Technologie aktiv werden. Mikroorganismen sollen den Kunststoff dann besser angreifen und in organische Bestandteile umwandeln können.
Preis und Verfügbarkeit
Das Filament wird in den USA als Regenerative PLA+ angeboten und kostet dort rund 26,99 US-Dollar pro Kilogramm. Es basiert auf einer Technologie von Worry Free Plastics und wird in Zusammenarbeit mit American Filament vermarktet. Angeboten wird es als 1,75-mm-Filament in mehreren Farben.
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