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RingConn Gen 3: smarter Ring mit Blutdruck-Trends ausprobiert

Der RingConn Gen 3 ist einer dieser Smart Ringe, die auf dem Papier erst einmal fast zu viel versprechen. Schlaftracking, Herzfrequenz, HRV, Blutsauerstoff, Hauttemperatur, Stress, Bewegung, Schlafapnoe-Hinweise, Vibrationsalarm, Blutdruck-Trends, bis zu 14 Tage Akku und dann auch noch ohne Abo. Klingt nach ziemlich viel Technik in ziemlich wenig Ring.

Genau deshalb war ich bei meinem Test auch erst einmal vorsichtig. Smart Rings haben einen Vorteil: Man vergisst sie im Alltag schneller als eine Smartwatch. Beim RingConn Gen 3 soll das aber anders sein. Der Ring wirkt insgesamt reifer, ausdauernder und sinnvoller als andere Wearables.

Perfekt ist er trotzdem nicht. Vor allem beim Sport und bei der App-Auswertung merkt man, dass RingConn nicht überall ganz vorn ist. Aber als unauffälliger Gesundheitsring für Schlaf, Erholung und Langzeittrends macht der Gen 3 verdammt viel richtig.

Design und Tragekomfort

Der RingConn Gen 3 ist kein auffälliges Gadget. Und genau das ist gut so. Mein Testgerät wirkte eher wie ein normaler, etwas moderner Ring als wie ein kleines Labor am Finger. Je nach Größe wiegt der Ring zwischen 2,5 und 3,5 Gramm, ist 2,3 Millimeter dick und bleibt damit angenehm leicht. Man merkt ihn natürlich in den ersten Stunden. Alles andere wäre gelogen. Danach verschwindet er aber ziemlich zuverlässig aus dem Bewusstsein.

Beim Tippen, Schlafen, Duschen oder im Alltag stört er kaum. Der Ring ist nach IP68 geschützt, Wasser und Alltag sind also kein Problem. Die Innenseite mit den Sensoren liegt direkt auf der Haut. Das ist für die Messungen wichtig, kann aber je nach Finger und Ringgröße leichte Druckstellen hinterlassen. Bei mir war das nicht dramatisch, aber spürbar.

Wichtig ist das Größen-Kit. Nicht aus Spaß, sondern weil die richtige Größe bei einem Smart Ring entscheidend ist. Sitzt der Ring zu locker, verrutschen die Sensoren. Sitzt er zu eng, nervt er. Ich selbst habe die gleich größer genommen wie beim Rinconn Gen 2, was auch passt. Obwohl es wohl auch ein neus Größen Set gibt, dass ihr kostenlos mit einer Bestellung bekommt um die richtige Größe zu finden. Wichtig dabei: Tragt das Größenmuster mind 24h, da erure Finger den Tag über verschieden Dick sind, es soll nichts abschnüren, aber auch nicht rumwackeln.

Die sichtbaren Sensoren und die LEDs können im Dunkeln auffallen. Mich hat das nicht dauerhaft gestört, aber wer sehr empfindlich auf Licht beim Einschlafen reagiert, sollte das berücksichtigen. Es blinkt nicht wie ein Weihnachtsbaum, aber ganz unsichtbar ist es eben auch nicht.

Einrichtung und App

Die Einrichtung ist unkompliziert. Ring laden, App öffnen, koppeln, Update durchlaufen lassen, fertig. Der RingConn Gen 3 unterstützt iOS und Android, dazu Apple Health und Google Health Connect.  Die App selbst ist übersichtlich, aber nicht perfekt. Sie zeigt viele Werte, viele Trends und viele Diagramme. Schlaf, Erholung, Stress, Aktivität, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Blutsauerstoff und Hauttemperatur werden sauber aufbereitet. Man bekommt Tageswerte, Verlaufskurven und längerfristige Muster. Das ist deutlich mehr als ein hübscher Schrittzähler am Finger.

Was der App noch fehlt, ist etwas mehr Persönlichkeit. RingConn zeigt Daten und gibt Hinweise, bleibt dabei aber recht nüchtern. Andere Anbieter erklären stärker, warum ein Wert relevant ist oder was man konkret ändern könnte. RingConn wirkt eher wie ein gutes Dashboard. Man bekommt die Zahlen, muss sie aber selbst lesen können. Das ist für Technikmenschen völlig okay, für Einsteiger aber manchmal etwas trocken. Der große Vorteil bleibt: Es gibt kein Pflichtabo. Das muss man RingConn hoch anrechnen. Bei einem Gerät, das über Monate und Jahre sinnvoller wird, weil es Trends erkennt, ist ein Abo schnell nervig. Hier kauft man den Ring und nutzt die Funktionen. Fertig.

Schlaftracking

Beim Schlaftracking spielt der RingConn Gen 3 seine größte Stärke aus. Ein Ring eignet sich dafür einfach besser als viele Uhren. Er ist leichter, stört weniger und muss seltener geladen werden. Der Ring erkennt Schlafdauer, Schlafphasen, nächtliche Herzfrequenz, HRV, Atemfrequenz, Blutsauerstoff und Temperaturveränderungen. Auch kurze Nickerchen werden erkannt. Die Werte dinf plausibel und passten meist zu meinem eigenen Eindruck. Schlechte Nächte wurden als schlechte Nächte erkannt. Gute Nächte wurden nicht künstlich schlechtgerechnet. Wenn ich morgens platt war, hat der Ring das auch angezeigt, wenn ich wie ein junger Gott aus dem Bett gesprungen bin, wusst er es auch.

Spannend ist auch die Schlafapnoe-Erkennung. Der Ring benötigt dafür mehrere Nächte und liefert dann eine Einschätzung. Das ist keine Diagnose und ersetzt keinen Arzt. Aber als Hinweisfunktion ist es sinnvoll. Gerade weil man Atemaussetzer im Schlaf selbst nicht mitbekommt. Der RingConn Gen 3 schreit hier nicht direkt Alarm, sondern sammelt erst Daten bevor er Vergleiche ziehen kann.

Blutdruck: Was der Ring wirklich misst

Der Punkt, der am meisten Erklärung braucht, ist die Blutdruck-Funktion. Denn nein, der RingConn Gen 3 ersetzt kein klassisches Blutdruckmessgerät. Er legt keine Manschette an, er pumpt nichts auf, und er liefert keine medizinisch belastbare Einzelmessung nach dem Motto: „Jetzt gerade 128 zu 82“.

Stattdessen arbeitet RingConn mit sogenannten vaskulären Gesundheits-Insights. Das klingt erst einmal weichgespült, ist aber eigentlich die ehrlichere Beschreibung. Der Ring beobachtet Muster über längere Zeit. Dazu gehören nächtliche vaskuläre Belastung, Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Schlafdaten, Stressmuster, Aktivität und manuell eingegebene Referenzwerte.

Die Referenzwerte kommen von einem klassischen Blutdruckmessgerät. Man misst also 3x mit einer Oberarmmanschette und trägt die Werte in der App ein. So „eicht“ man den Ring. Systole und Diastole dienen dann als Ausgangspunkt. Die App kann diese Werte mit den vom Ring gemessenen Mustern verknüpfen. Sinnvoll ist es, mehrere Messungen zu verschiedenen Tageszeiten zu hinterlegen, also morgens, nachmittags und abends. So bekommt der Ring ein besseres Bild davon, wie sich der eigene Kreislauf verhält.

Danach geht es nicht um exakte Einzelwerte, sondern um Trends. Der Ring soll zeigen, ob sich die vaskuläre Belastung verändert, ob bestimmte Schlaf- oder Stressmuster auffallen und ob sich langfristig etwas in eine auffällige Richtung bewegt. Das kann nützlich sein. Vor allem für Menschen, die ohnehin regelmäßig Blutdruck messen und zusätzlich sehen möchten, wie Alltag, Schlaf, Stress und Erholung zusammenspielen.

Wer Bluthochdruck hat, Medikamente nimmt oder medizinisch belastbare Werte braucht, nimmt weiter ein zertifiziertes Blutdruckmessgerät. Der RingConn Gen 3 ist ein Trend-Werkzeug, kein Arzt am Finger. Als Ergänzung finde ich die Funktion spannend. Als Ersatz wäre sie Quatsch.

Gesundheitsdaten im Alltag

Neben Schlaf und vaskulären Trends sammelt der Ring eine Menge klassischer Wearable-Werte. Herzfrequenz, HRV, SpO2, Hauttemperatur, Stress, Schritte, Kalorien und Aktivität gehören dazu. Die Daten wirken stimmig. Besonders gut gefällt mir, dass RingConn viele Werte gegen den persönlichen Verlauf stellt. Es geht also weniger darum, ob man irgendeinem Normwert entspricht, sondern ob sich beim eigenen Körper etwas verändert.

Das ist wie ich finde der richtige Ansatz. Ein einzelner Pulswert sagt wenig. Eine Entwicklung über Wochen sagt mehr. Genau hier spielt der RingConn Gen 3 seine Stärke aus. Er ist kein Gerät für den schnellen Blick beim Training, sondern ein stiller Sammler für längere Muster.

Beim Sport bleibt der Ring allerdings nur zweite Wahl. Automatische Aktivitätserkennung funktioniert ordentlich, und für lockere Bewegung reicht das völlig. Bei intensiveren Einheiten, schnellen Pulswechseln oder Sportarten mit viel Handbewegung wird es schwieriger. Pulsspitzen können untergehen, und eine Smartwatch mit besserem Sitz am Arm oder ein Brustgurt sind für Sportdaten klar überlegen. Das ist kein Drama, man muss nur wissen, was man kauft. Der RingConn Gen 3 ist ein Gesundheits- und Schlafring. Keine Sportuhr ohne Display.

Vibrationsalarm: klein, aber sinnvoll

Neu und im Alltag tatsächlich praktisch ist der Vibrationsmotor. Der Ring kann direkt am Finger vibrieren, etwa bei Gesundheitswarnungen, Inaktivität oder niedrigem Akkustand. Die Vibration ist dezent. Nicht unangenehm, nicht laut, nicht übergriffig. Genau so muss das sein.

Gut finde ich auch, dass RingConn den Ring nicht zur Benachrichtigungsmaschine macht. Keine WhatsApp-Flut am Finger. Keine Dauerattacke von App-Pings. Der Ring bleibt ein dezentes Wearable. Das ist fast schon erholsam in einer Welt, in der jedes Gerät meint, es müsse ständig zappeln, blinken oder piepen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind allerdings überschaubar. Kurz, mittel, lang. Das war es weitgehend. Da darf RingConn gerne noch nachlegen.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist einer der stärksten Punkte des RingConn Gen 3. RingConn nennt bis zu 14 Tage, ohne Vibration eher 11 bis 14 Tage und mit Vibration etwa 10 bis 12 Tage. Im Alltag sollte man nicht stumpf mit dem Bestwert rechnen. Wer viele Funktionen aktiviert, viel misst und Schlafapnoe-Tracking nutzt, zieht den Akku schneller leer.

In meinem Test bei normaler Nutzung bin ich ungefähr auf 10 Tage gekommen. Das ist für ein 24/7-Wearable stark, vor allem, wenn man sich überlegt wie groß das Teil ist. Man denkt kaum ans Laden. Und genau das macht einen Smart Ring besser.  Das Ladecase ist ebenfalls praktisch. Es lädt per USB-C, passt für alle Ringgrößen und erweitert die Nutzung unterwegs deutlich. Der Ring selbst braucht rund 90 Minuten für eine volle Ladung. Das Case braucht ungefähr zwei Stunden. Vollkommen im Normbereich.

Technische Daten

Merkmal RingConn Gen 3
Material Titan, medizinisches Epoxidharz, PVD-Beschichtung
Gewicht ca. 2,5 bis 3,5 g je nach Größe
Dicke 2,3 mm
Größen 6 bis 15
Farben Zukunftssilber, Königsgold, Matt-Schwarz, Gebürstetes Silber, Gebürstetes Roségold
Schutz IP68, 10 ATM
Sensoren Optischer Herzfrequenzsensor, Temperatursensor, 3-Achsen-Beschleunigungssensor
Vibration Ja
Akku 10–12 Tage mit Vibration, 11–14 Tage ohne Vibration
Ladezeit Ring ca. 90 Minuten
Ladecase USB-C, universell für alle Größen
Offline-Daten bis zu 10 Tage
Verbindung Bluetooth 5.0
Kompatibilität iOS 17 oder höher, Android 10 oder höher
Integrationen Apple Health, Google Health Connect
Abo Nein
Preis ab 369 Euro, gebürstete Varianten teurer

Was mir gefallen hat

Der RingConn Gen 3 ist angenehm leicht, sehr ausdauernd und im Alltag unaufdringlich. Genau das ist bei einem Smart Ring wichtiger als jede einzelne Spezialfunktion. Schlaftracking und Gesundheitsdaten wirken stimmig, die App liefert viele Trends, und der fehlende Abozwang bleibt ein massiver Pluspunkt. Die Blutdruck-Trends sind spannend, solange man sie richtig versteht. Sie sind kein medizinischer Wert auf Knopfdruck, sondern eine zusätzliche Ebene für langfristige Beobachtung. In dieser Rolle passt die Funktion gut zum Konzept des Rings. Auch der Vibrationsmotor ist sinnvoll. Er macht den Ring aktiver, ohne ihn in eine Smartwatch am Finger zu verwandeln. Genau diese Zurückhaltung gefällt mir.

Was mich stört

Die App dürfte persönlicher werden. Sie zeigt viel, erklärt aber nicht immer genug. Wer einfach nur klare Handlungsanweisungen will, muss sich etwas einlesen. Auch beim Sport bleibt der Ring limitiert. Für Schlaf, Alltag und Erholung ist er stark. Für ambitioniertes Training nicht. Die Sensoren und LEDs können nachts auffallen.

Wertung

Der RingConn Gen 3 ist kein perfekter Smart Ring, aber ein sehr gelungener. Er überzeugt vor allem dort, wo ein Ring überzeugen muss: Tragekomfort, Akkulaufzeit, Schlaftracking und langfristige Gesundheitsmuster. Dazu kommt der klare Vorteil ohne Abo. Die App könnte smarter erklären, das Sporttracking ist begrenzt, und die Blutdruck-Funktion muss man nüchtern einordnen.

Für alle, die keine Smartwatch tragen wollen, aber trotzdem brauchbare Gesundheitsdaten sammeln möchten, ist der RingConn Gen 3 eine der spannendsten Optionen auf dem Markt.

RingConn Gen 3

Tragekomfort - 86%
App - 79%
Messwerte - 85%
Akku - 92%
Preis - 85%

85%

Kein Wundergerät. Aber ein ziemlich guter Ring, der weniger nervt als viele Wearables und genau deshalb am Finger bleiben darf.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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