Samsung Galaxy Z Fold 7 – Technisch innovativ, aber wie sieht’s mit Gaming aus?
Der etwas andere Blick auf das moderne Falt-Handy
Das Samsung Galaxy Z Fold 7 ist mehr als nur die nächste Generation eines faltbaren Smartphones. Es will in erster Linie ein High-End-Allrounder sein, der Business-Funktionen, Multitasking und Entertainment in einem einzigen Gerät vereint. Doch abseits von all den klassischen Anwendungsfeldern bietet sich hier vor allem eine spannende Frage: Wie gut eignet sich das Fold 7 als Gaming-Gerät? Schließlich verspricht die Kombination aus riesigem faltbarem Bildschirm, potenter Hardware und modernster Software-Optimierung ein Erlebnis, das weit über das hinausgehen könnte, was klassische Smartphones derzeit bieten. Techkrams.de hat das mal getestet.
Vorsichtig, ganz vorsichtig. In unserer rund zweiwöchigen Leihdauer, freundlicherweise von Samsung ermöglicht, war jede Öffnung des inneren Display ein kleiner Balanceakt. Genug Druck auf die breiten Außenkanten, bloß nicht abrutschen, und schon öffnete sich das Faltgerät. Schon beim ersten Aufklappen wirkt das Fold 7 nämlich wie ein Statement. Außen steht ein 6,5 Zoll großes AMOLED-Panel mit 120 Hertz Bildwiederholrate bereit, das mit einer hohen Spitzenhelligkeit von über 2.000 Nits auch bei Sonnenlicht klar ablesbar bleibt. Doch das eigentliche Herzstück entfaltet sich im wahrsten Sinne des Wortes: Das 8,0 Zoll große Hauptdisplay mit einer Auflösung von 1.968 x 2.184 Pixeln und ebenfalls adaptiver 120-Hertz-Technologie. Und dieses ist empfindlicher als ein Bauarbeiter ohne morgendlichen Kaffee – zum Start wird man vom System bereits gewarnt doch bitte keine Münzen oder Schlüssel während des Zuklappens im Inneren zu vergessen. Nun ja. Selbst ein zu kraftvoller Druck per Fingernagel könnte schwerwiegende Schäden verursachen. Dafür ist die Darstellung farbstark, kontrastreich und in der Lage, auch komplexe Spielszenen flüssig und detailreich darzustellen. Die von Samsung überarbeitete Scharnierkonstruktion sorgt zudem dafür, dass die bekannte „Falte“ in der Mitte inzwischen kaum noch auffällt – gerade bei Gaming-Sessions, in denen schnelle Bewegungen und detailreiche Hintergründe dominieren, wirkt das Bild stabiler als bei den Vorgängern.
Unter der Haube arbeitet mit dem Snapdragon 8 Elite for Galaxy ein Chip, der auf maximale Leistung getrimmt wurde. In Verbindung mit 12 Gigabyte RAM und dem schnellen UFS-4.0-Speicher bleibt das Gerät in Benchmarks wie auch im praktischen Einsatz auf Topniveau. Spiele wie „Genshin Impact“, die auf vielen mobilen Endgeräten selbst bei mittleren Einstellungen ins Schwitzen geraten, laufen auf dem Fold 7 butterweich mit den höchsten Grafikeinstellungen. Gleiches gilt für „PUBG Mobile“ und „Call of Duty Mobile“ – sie profitieren sichtbar von der hohen Bildwiederholrate, die Eingaben präziser wirken lässt und den Spielfluss noch direkter transportiert. Dass Samsung mit Wi-Fi 7 und 5G auf modernste Standards in Sachen Verbindungen setzt, zahlt sich vor allem im Multiplayer aus – Latenzen bleiben niedrig, Verbindungen stabil.
Spannend wird es beim praktischen Einsatz im Alltag. Der Aufklapp-Mechanismus bringt im Gaming einige Vorteile mit sich, die man bei herkömmlichen Smartphones schlicht nicht hat. Einerseits ist da der Platzgewinn: Auf dem großen Display wirken aufwendig gestaltete Rollenspiele und Actiontitel wie eine kleine Konsole für unterwegs. Die Steuerflächen liegen weiter auseinander, was versehentliche Eingaben etwas reduziert, nur ein stabiler Halt in der Handinnenfläche muss erst gefunden werden. Die Finger liegen quasi durchgehend auf dem Außendisplay. Besonders in Titeln mit komplexen Menüs oder überladenem HUD fühlt sich das Spielen insgesamt entspannter an. Zum anderen erlaubt der Flex-Modus, das Gerät in einem halboffenen Winkel aufzustellen – beispielsweise auf einem Tisch. Damit lässt es sich wie ein kleines Notebook nutzen, während die Hände für einen Controller frei bleiben. Wer länger spielt, merkt schnell, dass dies eine spürbare Entlastung ist.
Allerdings zeigt sich auch die Kehrseite. Die enorme Leistung zieht viel Energie, und mit einem Akku von 4.400 Milliamperestunden stößt das Fold 7 bei längeren, intensiven Sessions nach rund vier Stunden an seine Grenzen. Immerhin geht das Laden mit 25 Watt kabelgebunden und kabellos recht flott, doch wer regelmäßig spielt, wird ein Powerbank kaum vermeiden können. Der hierfür benötigte Adapter liegt selbstverständlich nicht im schmalen Lieferumfang bei, schade.
Ebenso spürbar ist das thermische Verhalten. Im Kurztest laufen die genannten Spiele konstant flüssig, doch nach rund zehn bis fünfzehn Minuten Dauerlast tritt spürbares Throttling an der oberen Leiste ein. Die Leistung wird notfalls automatisch heruntergeregelt, die Bildrate sinkt, und das Display reduziert bei starker Erwärmung sogar die Helligkeit. In der Praxis bedeutet das: Während kurze Sessions im Alltag nahezu ideal wirken, kommt das Fold 7 bei ausgedehnten Gaming-Abenden ins Schwitzen. Dies ist weniger ein Versagen der Hardware, sondern eine zwangsläufige Folge des ultradünnen Designs, das kaum Raum für ausgefeilte Kühllösungen bietet. Hier trifft Design auf harte technische Realität. Klassische Gaming-Smartphones mit integrierten Vapor-Chambers oder gar aktiven Lüftern haben hier einen Vorteil, doch diese sind sperriger und verzichten auf den spielerische Kinkerlitzchen wie den Faltmechanismus.
Trotz dieser Limitierungen ist das Fold 7 keineswegs ungeeignet für Gamer. Vielmehr positioniert es sich als ein Gerät für jene, die Gaming in den Alltag integrieren wollen, ohne ein separates Gerät mit sich herumzutragen. Besonders interessant ist die Möglichkeit, das große Display für Multitasking zu nutzen: Während man in „Diablo Immortal“ Loot farmt, kann parallel die neueste Folge „Wednesday“ von Netflix wiedergegeben werden oder ein Guide bei YouTube abgespielt werden, ohne das Spiel gänzlich verlassen zu müssen. Diese Form von Multitasking macht sich gerade in Spielen bemerkbar, die Wissenstransfer erfordern oder im Team gespielt werden.
Auch in puncto Audio liefert das Fold 7 eine solide Grundlage. Die unscheinbar verbauten Stereolautsprecher an Ober- und Unterseite sind klar und bieten für ein Smartphone eine breite Kulisse. Natürlich ersetzt dies alles kein 3D-Audio Headset, aber im Vergleich zu früheren Generationen ist der Klang definitiv ausgewogener. Kombiniert mit der farbenfroh-scharfen Bildqualität ergibt sich so ein immersives Spielerlebnis, das man in dieser Form nur bei sehr wenigen mobilen Geräten findet, vielleicht könnte nur das ebenfalls faltbare „Honor V5 Magic“ einen Konkurrenten darstellen.
Ein Wort zur Kamera, auch wenn sie im fokussierten Gaming-Kontext zweitrangig erscheint: Mit einer Hauptkamera von 200 Megapixeln, einem Ultraweitwinkel und einem Teleobjektiv mit optischem Dreifachzoom steht das Fold 7 auch abseits des Spielens an der Spitze aktueller Smartphone-Technik. Ob man die deutlich hervorstehenden Kameralinsen nun als Kompromiss zum flachen Design des Gehäuses oder modisches Schmankerl á la Apple versteht, darüber darf vortrefflich gestritten werden. In Spielen spielt das insgesamt weniger eine Rolle, zeigt aber, dass Samsung hier keine (technischen) Kompromisse eingeht und das Fold 7 nicht nur auf mobiles Gaming, sondern auf das Gesamtpaket im Alltag auslegt.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Geräts, das Gaming auf Smartphones neu definiert, auch wenn es nicht explizit als Gaming-Smartphone gedacht ist. Es bietet ein immersiveres Erlebnis, das durch den Aufklapp-Mechanismus noch einmal verstärkt wird. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Physik und Thermik ihre Grenzen setzen. Wer stundenlange Sessions mit konstant höchster Leistung erwartet, wird mit dem Fold 7 nicht glücklich werden. Wer hingegen Wert auf Flexibilität legt und ein Gerät sucht, das Business, Entertainment und Gaming gleichermaßen bedient, findet hier eine außergewöhnliche Option, wenngleich sie mit rund 2.000 Euro Anschaffungspreis zu den teuersten Optionen gehört.
Mit dem Galaxy Z Fold 7 hat Samsung ein Gerät auf den Markt gebracht, das nicht nur durch seine Spezifikationen überzeugt, sondern auch durch seine Vielseitigkeit. Für Spieler:innen, die Wert auf mobile Flexibilität legen und bereit sind, den sehr hohen Anschaffungspreis von über 2.000 Euro für einen Unterhaltungsgegenstand zu investieren, öffnet sich hier eine Tür in eine neue Art des mobilen Gamings – irgendwo zwischen Smartphone, Tablet und tragbarer Konsole.
Gerät: Samsung Galaxy Z Fold 7. Release: 25.07.2025. Entwickler: Samsung. Innendisplay 8,0″ Dynamic AMOLED 2X (120 Hz), Außendisplay 6,5″ (120 Hz) – Snapdragon 8 Elite – 12/16 GB RAM, 256 GB–1 TB Speicher – Triple-Kamera: 200 MP + 12 MP + 10 MP, Selfies außen 10 MP, innen 10 MP – Akku 4.400 mAh, 25W kabelgebunden, 15W kabellos, Reverse 4,5W – Maße gefaltet 158,4 × 72,8 × 8,9 mm, aufgeklappt 158,4 × 143,2 × 4,2 mm – Gewicht: 215 g – IP48-Schutz, Gorilla Glass Ceramic 2/ Victus 2, Armor Aluminium – Android 16 mit One UI 8, Updates bis zu 7 Jahre.
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