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Stray im TEST – Eine Katze auf tollkühner Abenteuersuche

Durch die Unterwelt mit...

Ist das knuddelig! Das Indie-Spiel „Stray“ geizt nicht mit der Anziehungskraft seiner Hauptfigur – einer orangefarbenen Katze. Doch verbergen sich im Abenteuer rund um eine von humanoiden Robotern bevölkerte Unterwelt auch gute spielerische Qualitäten? Das klären wir im Test zum PS Plus Premium-Titel.

Zaghaft hüpft das Fell mit dem anhängenden Tierchen auf ein Wellblechdach. Ein kurzes Miauen später rennt das schattenhafte Wesen eine enge Gasse hinunter. Schon zur Ankündigung vor einigen Monaten implodierte das Netz vor lauter Niedlichkeit. Das Team von BlueTwelve Studio, was sich aus Mitarbeiter:innen von Ubisoft Montpellier zusammensetzt, drückte offenbar auf die richtigen Knöpfe um eine hohe Aufmerksamkeit auf ihr erstes Projekt zu legen. Zumal das Gameplay denkbar besonders ist, weil bisher nur das PS2-exklusive „A Dog’s Life“ auf einen komplett tierischen Hauptcharakter setzten. „Stray“ darf sich ohnehin als Cat-Content bezeichnen, ruht sich nach einer durchaus abwechslungsreichen Kampagne nicht auf optische Schmankerl aus. Ganz ohne menschlichen Erzähler auskommend, eröffnen die Entwickler:innen ihr katziges Abenteuer mit viel Ruhe sowie emotionalen Momenten. In einer nicht näher bekannten Zeit lebt eine Gruppe aus vier Katzen entspannt in der begrünten Natur. Oder ist es gar die menschliche Zivilisation nach einer Katastrophe, die dafür schlecht ausging? Egal. In gemeinsamer Runde streunt man durch das lichtdurchluftete Habitat – bis unsere Katze durch ein Missgeschick fällt. Weit nach unten. Dort angekommen hilft nur die Flucht nach vorne – aber verängstigte Roboterwesen sowie aggressive Schädlinge auch “Zurks“ genannt kreuzen unseren Weg.

In der knapp achtstündigen Storykampagne durchzieht sich eine poesiehaft-verträumte Atmosphäre welche nicht von geschriebenen Dialogen oder übermäßigen Schauwerten abhängig ist. Tapsig erforschen wir in engen aber vertikal herausfordernden Levelschläuchen unsere Umgebung um Aufschlüsse über den mit Neon-Tafeln versehenen Ort mit seinem Slum-artigen Setting zu erfahren. Überaus positiv fielen uns die Bewegung unseres Garfield auf, die realistisch eingefangen sind. Selten ähneln sich Bewegungsabläufe und auch an Böden, Türen oder Sofaseiten darf beherzt zugekratzt werden. BlueTwelve Studio bediente sich bloß am Aussehen sondern am Verhalten der Katze. Das Gameplay ist sehr klassisch gehalten. Hindernisse überwinden, vor wuselnden Zurks weglaufen und später bestimmte Objekte auffinden, gehört zum Standard. Dank der intuitive Steuerung werden selbst jüngere Zocker kaum Probleme bei schwereren Passagen haben. Im weiteren Verlauf vernachlässigt man leider den guten Flow aus Erkundung und Story zugunsten von Aufgaben in größer gehaltenen Arealen. Dies passt eher weniger zum guten Beginn und lässt das Spiel zäh wirken. Süß sowie zur Verständnis der Storyline hilfreich ist die uns bald begleitende Drohne B-12. Dank ihr gibt es Infos zu allen auffindbaren Gegenständen, falls wir mal nicht weiter wissen, ist Sie ebenso am Ball. Nicht unbewusst erinnert das Setting an Genrehits wie „The Last of Us“ oder „Blade Runner“ – trotz der Samtpfote spürt man diese wundervolle Tragik.

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Neben einer unvertonten Sprachausgabe, nur deutsche Texte, fallen leider auch die zahlreichen, wenngleich optionalen Nebenaufgaben negativ auf. Rudimentäre Hol-und-Bring Beschäftigungen bietet die Haupthandlung dahingehend genug. Schöner sind hingegen, gar Kleinigkeiten, die unerschütterliche Neugier unserer Katze, obwohl diese schon mal mit dem kleinen Kopf in einer großen Papiertüte endet. Wer kennt es nicht? Gerade solchen keinen Scharmützel machen viel von der Authentizität von „Stray“ sowie seiner liebenswerten Figuren aus. Ist man durch – findet sich jedoch kaum Wiederspielwert. Grafisch ist das Katzen-Abenteuer mehr als bemerkenswert. Die Liebe zum Detail der programmierten Spielwelt ist trotz ihrer harten Ecken jederzeit spürbar – im Hintergrund werkelt nämlich die potente Unreal Engine 4. Dank ihr können auch schöne Reytracing-Effekte wie spiegelnde Pfützen gut dargestellt werden. Sämtliche Texturen sind scharf, aber manchmal nach. Desweiteren mussten wir innerhalb unseres Tests einen Absturz hinnehmen – durch die fairen Rücksetzpunkte gab es jedoch wenig Frust.

Unser Fazit zu „Stray“

Selten gab es einen flauschigeren Hauptcharakter in einem Videospiel. „Stray“ spinnt uns erst mit seiner Knuffigkeit ein, lotst uns dann in ein zuweilen verworrenes düsteres Abenteuer was ganz ohne Worte auskommt. Obwohl man auf kommunizierende Figuren innerhalb der Unterwelt trifft, bleibt dies so. Hierfür entschädigt das spaßige Gameplay mit Katze was größtenteils erstaunlich frisch daherkommt. Im Zusammenspiel mit der fabelhaften Atmosphäre sowie leichtfüßigen musikalischen Untermalung ist der PS Plus Premium-Titel in vielerlei Hinsicht einzigartig.

Entwickler: BlueTwelve Studio | Preis: 39,99 Euro | Für PlayStation 4|5 | USK: ab 12

Stray (PlayStation 5)

Spielspaß - 83%
Gameplay - 81%
Grafik - 80%
Technik - 74%

80%

Empfehlung!

Putziges Adventure mit einem pelzigen Helden - das trotz inhaltlichen Schwächen den Spielspaß nicht vermissen lässt.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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