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Vorschau zu Resident Evil Requiem – Zweigleisiger Horror in Raccoon City

Grace und Leon enthüllen ihre Vergangenheiten

Wenn Capcom nächsten Freitag Resident Evil Requiem auf die Spielerschaft loslässt, dann ist es nicht einfach ein weiteres Kapitel in einer langlebigen Franchise. Das neunte Hauptspiel der legendären Survival-Horror-Reihe markiert einen Punkt, an dem die Vergangenheit und die Gegenwart der Serie sich ineinander verflechten – technisch sowie erzählerisch. Auf den ersten Blick eine Rückkehr nach Raccoon City, entpuppt sich Requiem als ambitionierte Neuinterpretation dessen, was Resident Evil einst ausmachte und was viele Fans auch heute noch unter Spannung und Survival-Horror verstehen. Unsere Preview zum kommenden Titel.

Capcom hat den Titel offiziell für den 27. Februar 2026, also in wenigen Tagen, angekündigt und verfolgt dabei das klare Ziel, eine Brücke zu schlagen zwischen den klassischen Survival-Horror-Elementen der frühen Spiele und den moderneren, action-dichten Momenten der späteren Episoden. Die Geschichte folgt FBI-Analystin Grace Ashcroft, die laut bisheriger Trailer in einem postapokalyptischen Raccoon City Fälle rätselhafter Todesfälle untersucht. Gleichzeitig taucht eine vertraute Figur aus der Serienhistorie wieder auf: Leon S. Kennedy, dessen Rückkehr bei den The Game Awards 2025 endlich bestätigt wurde und der fortan als zweite spielbare Hauptfigur fungiert.

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Diese Doppelstruktur setzt nicht nur ein inhaltliches, sondern auch ein inhaltliches Zeichen: Zwei Perspektiven, zwei Erzählstränge, zwei Spielstile. Grace’ Kapitel soll die klassischen Horror-Wurzeln betonen – klaustrophobisch, ressourcenknapp, auf Angst und Erkundung gesetzt. Leons Abschnitte hingegen versprechen actionreiche Sequenzen, in denen Gefechte, cleverer Einsatz von Waffen und schnelle Entscheidungen dominieren. Solche unterschiedlichen Tonlagen innerhalb eines einzigen Spiels sind ein Stilmittel, das Capcom zuletzt in Fragmenten im viel gescholtenen Resident Evil 6 versuchte, das aber hier bewusster und narrativ verzahnt werden soll.

Der Einsatz von Leon als Co-Protagonist lässt nicht nur nostalgische Reflexe erwachen, sondern ist auch ein deutliches Signal: Capcom nimmt direkten Bezug auf seine eigene Geschichte. Leon, der erstmals in Resident Evil 2 auftrat und mit dem ikonischen vierten Teil endgültig zur zentralen Figur im Resident Evil-Kosmos wurde, steht für eine Ära, in der Survival Horror und Action ineinander übergingen. Gerade in Resident Evil 4 verzahnte Capcom damals Spannung, packende Inszenierung und taktische Gewalt zu einer neuen Form des Gruselspiels – ein Ansatz, der bis heute Nachhall hat. Selbst Meta bastelte daraus für seine VR-Brille „Quest 3“ ein mehr als spielenswertes VR-Abenteuer. (Unsere Review zu „Resident Evil 4 VR“) Die Rückkehr Leons lässt Requiem diesen Bogen schlagen – vom Survival-Horror der 90er hin zu cineastischer Action des 21. Jahrhunderts, ohne die Serien-Wurzeln aus den Augen zu verlieren.

Inhaltlich verspricht Requiem dabei mehr als nur Ansätze aus dem klassischen Kanon: Die Handlung verwebt persönliche Motive mit globalen Bedrohungen. Grace’ Ermittlungen berühren alte Schatten der Umbrella-Ära und die mysteriösen Spuren aus der Zeit um den Virus-Ausbruch in Raccoon City, während Leon – älter und abgeklärter, aber nicht weniger gefährlich – seine eigene Suche verfolgt, die zeitlich parallel verläuft und an frühere Kapitel der Serie anknüpft. Diese erzählerische Doppelbödigkeit könnte eine der größten Stärken des Spiels sein: Anstatt linearer Fortschreibung setzt Requiem auf Perspektiven, die sich ergänzen, widersprechen und am Ende ein größeres Bild ergeben.

Subtile Signale über Licht und Schatten

Technisch stützt sich Resident Evil Requiem natürlich auf die leistungsstarke RE-Engine, die Capcom über Jahre verfeinert hat. Sie soll nicht nur die düstere Atmosphäre Raccoon Citys in fotorealistischer Form einfangen, sondern auch subtile emotionale Signale über Licht, Schatten und Charakteranimation transportieren – ein Faktor, der in Resident-Evil-Spielen seit jeher mehr als reine Kulisse ist. Die immersive Qualität, so verspricht Capcom, sei ein zentraler Bestandteil des Erlebnisses.

Wenn man einen kritischen Blick auf das heranwachsende Horror-Genre wirft, fällt auf, dass *Requiem* eine Gratwanderung vollführt: auf der einen Seite der Ruf nach dem klassischen Monster-Horror, auf der anderen Seite die Erwartungshaltung einer modernen, narrativ komplexen Action-Erfahrung. Ob es Capcom gelingt, beide Pole zu vereinen, wird die wohl zentrale Frage sein, wenn Resident Evil: Requiem nächste Woche erscheint. Doch die Zutaten stehen: Eine Stadt in Trümmern, zwei Protagonist:innen mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen, und ein erzählerischer Bogen, der die Geschichte der Serie reflektiert, ohne sich in bloßen Nostalgieeffekten zu verlieren. Zeitnah erscheint ein ausführlicher Test auf Techkrams.de.

Titel: Resident Evil Requiem. Release: 27. Februar 2026. Plattformen: PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC. Entwickler: Capcom

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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