Hardware-Test: Elgato Wave:3 – Beherrscht das Kondensatormikrofon den ausgewogenen Klang?
Nicht nur für Content-Creator und Gamer bestens geeignet
Das Elgato Wave:3 ist mit seiner Nierenform und schlichten Finesse eines jener Geräte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Mit der Wave-Reihe verfolgt der Streaming-Spezialist Elgato jedoch einen etwas anderen Ansatz: Das Mikrofon soll nicht nur eine Stimme aufnehmen, sondern gleich ein ganzes digitales Arbeitsumfeld für Content-Creator:innen, Streamer:innen, Podcaster:innen oder Home-Office-Nutzer:innen bieten. Das Wave:3 kombiniert eine hochwertige Kondensatorkapsel mit durchdachter Software und einigen cleveren Hardware-Details – unser Test zur Audio-Peripherie.
Schon beim Auspacken zeigt sich, dass Elgato das Gerät bewusst zugänglich gestaltet hat. Das Mikrofon liegt bereits vormontiert auf einem stabilen Tischständer in der Box, dazu kommen ein Schwenkarm-Adapter, eine Schnellstartanleitung sowie ein rund zwei Meter langes USB-C-Kabel. Auspacken, anschließen, aufnehmen – so lässt sich der erste Eindruck klar zusammenfassen. Dank Plug-and-Play-Unterstützung wird das Mikrofon sowohl unter Windows als auch unter macOS sofort erkannt. Innerhalb weniger Minuten ist die erste Aufnahme möglich, ohne dass Treiber installiert oder komplizierte Einstellungen vorgenommen werden müssen. Wer das volle Potenzial nutzen möchte, lädt allerdings die hauseigene kostenlose Wave-Link-Software herunter.
Das Gehäuse selbst hinterlässt einen soliden Eindruck. Der Korpus besteht im unteren Drittel aus mattschwarzem Kunststoff, während der obere Bereich von vorne und hinten durch fein gelochtes, schwarz beschichtetes Metall geschützt wird. Das wirkt nicht luxuriös, aber zweckmäßig und stabil. Auch der Standfuß ist aus Metall gefertigt und ausreichend beschwert, sodass das Mikrofon selbst bei energischen Bewegungen auf dem Tisch nicht verrutscht. Eine raue Gummierung auf der Unterseite verhindert zusätzlich das Gleiten über glatte Oberflächen. Mit einem Gewicht von etwa 246 Gramm für das Mikrofon selbst und rund 588 Gramm inklusive Ständer bleibt das Gesamtpaket dennoch transportabel – nimmt im Rucksack vergleichsweise wenig Platz ein.
Technisch arbeitet das Wave:3 mit einer typischen Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik. Bedeutet, dass das Mikrofon hauptsächlich Schall von vorne aufnimmt und Geräusche von den Seiten oder von hinten deutlich reduziert. Für typische Szenarien wie Streaming, Podcast-Aufnahmen oder Videokonferenzen ist das ideal, da sich störende Umgebungsgeräusche so besser kontrollieren lassen. Der Frequenzgang reicht von 70 bis 20.000 Hertz und deckt damit das relevante Sprachspektrum vollständig ab. In Kombination mit einem 24-Bit-Analog-Digital-Wandler und einer maximalen Abtastrate von 96 Kilohertz erreicht das Mikrofon eine Detailtiefe, die deutlich über vielen typischen USB-Mikrofonen liegt, die oft bei 48 Kilohertz enden. Der Dynamikumfang wird mit 115 Dezibel angegeben – ausreichend, um auch lautere Stimmen sauber abzubilden.
Ein wichtiges Element ist die von Elgato integrierte Clipguard-Technologie. Sie greift automatisch ein, wenn Eingangssignale zu laut werden – verhindert so Verzerrungen durch übersteuerte Spitzen. Gerade bei spontanen Lautstärkepeaks – etwa bei enthusiastischer Rede während eines Podcasts – kann das den Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer unbrauchbaren Aufnahme ausmachen.
Die Bedienung des Mikrofons erfolgt größtenteils über einen zentralen Multifunktionsregler an der Vorderseite. Darüber lassen sich der Input-Gain, also die Empfindlichkeit des Mikrofons, sowie die Monitoring-Lautstärke für angeschlossene Kopfhörer steuern. Zusätzlich kann man zwischen verschiedenen Funktionen umschalten, ohne auf Software zurückgreifen zu müssen. Ein weiteres Detail, das im Alltag schnell zur Gewohnheit wird – ist die Touch-Taste auf der Oberseite. Sie dient als Mute-Button und reagiert ohne mechanisches Klickgeräusch – praktisch für Streams oder Meetings, bei denen ein plötzliches Knacken im Signal stört. Eine LED-Anzeige rund um den Drehregler informiert dabei über Pegel und Status.
Klanglich liefert das Wave:3 eine überraschend klare und natürliche Stimmwiedergabe. Stimmen wirken deutlich, ohne überbetont zu klingen. In der Praxis zeigt sich außerdem, dass Hintergrundgeräusche relativ gut kontrolliert werden können – vorausgesetzt, das Mikrofon ist korrekt ausgerichtet und der Gain-Wert bleibt moderat. Elgato empfiehlt einen Eingangspegel um rund 40 Prozent, was sich im Alltag wirklich als sinnvoller Ausgangspunkt erweist. Die Stimme wird kräftig dargestellt, ohne dass Nebengeräusche unnötig angehoben werden. Dies lässt sich per VST-Plugins über die Wave Link-Software ebenfalls gut einstellen.
Wer mit Plosivlauten zu kämpfen hat, sollte dennoch über einen separaten Pop-Filter nachdenken. Dieser gehört nicht zum Lieferumfang und ist eine zusätzliche Investition, kann aber störende Luftstöße bei „P“- oder „B“-Lauten deutlich reduzieren. Gleiches gilt für einen Schwenkarm, falls das Mikrofon nicht auf dem Tisch stehen soll. Das Wave:3 lässt sich dank Gewindeadapter problemlos an entsprechende Halterungen montieren und sogar kopfüber nutzen. Ein wesentlicher Bestandteil des Systems ist die erwähnte Wave-Link-Software. Sie fungiert als virtuelles Mischpult und ermöglicht es, verschiedene Audioquellen getrennt zu steuern. Das Programm erstellt mehrere virtuelle Soundkarten im Betriebssystem, denen sich unterschiedliche Anwendungen zuweisen lassen – etwa Mikrofon, Spielsound, Musik oder Voice-Chat. Bis zu acht Kanäle lassen sich gleichzeitig kontrollieren.
Die Software selbst bleibt wohltuend schlank. Die Oberfläche ist übersichtlich aufgebaut und reagiert schnell. Ein Einsteiger-Guide wäre dennoch hilfreich gewesen, denn gerade Nutzer:innen ohne derlei Audio-Vorkenntnisse müssen sich zunächst ein wenig orientieren. Positiv fällt hingegen auf, dass sich über den integrierten Store sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige VST-Plugins hinzufügen lassen. Damit kann das Mikrofon um Effekte oder Klangbearbeitung erweitert werden, ohne externe Programme zu benötigen. Die Tonqualität ist sauber – ich nahm mit dem Wave:3 übrigens die letzte Folge meines Podcasts auf.
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- Nieren-Kondensatorkapsel: Sprache klar und detailreich aufzeichnen.
- Wave Link-App: Steuern Sie Wave:3 und bis zu acht weitere Audioquellen und erstellen Sie zwei unabhängige Mixe.
- Analog-zu-Digital-Wandlung mit 24 Bit/96 kHz: Erziele professionelle Audioqualität.
Preislich liegt das Mikrofon offiziell bei etwa 170 Euro UVP, im Handel wird es jedoch häufig deutlich günstiger angeboten. Für ein USB-Kondensatormikrofon mit dieser Ausstattung bewegt sich das Wave:3 damit in einem sehr guten Bereich, der ambitionierte Einsteiger:innen ebenso anspricht wie Content-Creator:innen, die ein kompaktes Setup brauchen.
Im Alltag zeigt sich schließlich, dass das Wave:3 seine Stärken nicht in raffinierten Einzelmerkmalen ausspielt, sondern auch in der Benutzung: Einfache Einrichtung, klarer Klang, solide Verarbeitung und eine Software, die mehr kann als ein klassischer Mikrofon-Treiber. Gerade für Streaming, Podcasts oder Videokonferenzen entsteht so ein Werkzeug, das technische Hürden reduziert und den Fokus mit sauberer Technik legt – die eigene Stimme.
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