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WarioWare: Get It Together! im Test | Flotte Fingerübungen

Tippen, Schneiden, Aufblasen

Nintendo dreht mit „WarioWare: Get It Together!“ wieder gepflegt durch und lässt Titelheld Wario in über WA-hnsinnigen 200 Geschicklichkeitsspielen sein Können unter Beweis stellen, die allesamt nicht länger als höchstens 5 Sekunden dauern. Ob die flotten Fingerspiele auch unterhaltsam sind, klären wir im Switch-Test.

Geschmackvoller Happen für Zwischendurch

Wario. Dieser ewig plärrend schreiende Bad Guy aus der Nintendo-Sippe. Derb, laut und ein echter Wüterich. Dennoch äußerst beliebt. Bestimmt, weil er statt Prinzessinnen zu retten, sie den nächsten Wasserfall runterschubsen würde um sich an ihrem Reichtum zu laben. So ist die Minispiel-Reihe „WarioWare“ vermutlich als stetiger Protest zu werten. Während Mario durch kunterbunte Welten springt nebenher noch Bowser besiegt, Luigi zitternd per Schreckweg 08/16 Geister in Villen jagt, poltert Wario lieber seit 2003 in albern-kreativen Geschicklichkeitsspielen umher. So auch im neuesten Ableger „WarioWare: Get It Together!“ erstmals für die Nintendo Switch. Obwohl jetzt technisch deutlich mehr als zu 3DS-Zeiten möglich wäre (unser Test zu „WarioWare: Gold“) nutzen die Nintendo-Entwickler kaum diese neu gewonnene Freiheit aus – aber der Reihe nach. Die Handlung ist definitiv noch platter als eine Oblate, im Kern basteln Wario und seine Crew an einem Videospiel, dass Sie nach Fertigstellung hineinsaugt und es jetzt gilt alle vorhandenen Bugs oder Glitches per erfolgreichem Absolvieren von Minispielen zu beseitigen. Ende. Aber gewiefte Kenner wissen längst: Darauf kommt es in einer solchen Art von Videospiel nicht an. Jene Geschicklichkeitsspiele bilden das Kernstück. In rapider Abfolge gilt es 15 Mikrogames zu meistern. Vier Level aka drei Neuversuche gesetzt.

Auf einer größeren Weltkarte schalten wir neben Wario auch nach und nach jeweils einen anderen spezifischen Charakter seiner Clique frei, die einerseits neu zur Reihe stoßen oder wie das (bayrische)-Duo Dribble and Spitz hinlänglich bekannt sind. Allesamt steuern sich ganz unterschiedlich. Was das Gameplay zwar auflockert aber Frust aufgrund zu knappen Zeitlimits für die jeweilige Fortbewegen der Figuren sorgt. Leider müssen pro Level mindestens drei Figuren ausgewählt werden. Dabei bewegen sich die Minispiele auf grandiosem Niveau: Mal müssen wir uns Objekte in richtiger Reihenfolge merken. Zwei Frösche zwecks Kuss nebeneinander schieben. Eine Luftpumpe betätigen, um Bälle aufzublasen. Mit einem Handtuch die Schamesröte einer duschenden Statue verhindern. Hängende Taschenuhr per Schlägen im Halbkreis für Hypnose schwanken lassen. Ich könnte jetzt dutzende weitere Beispiele schreiben – fassen wir zusammen. Über die Hälfte ließen mich schmunzeln, ein geringer Teil verzweifeln, weil der Lösungsweg zu kompliziert für 5 Sekunden gestaltet war. Nur in äußerst geringen Momenten lassen die Entwickler erahnen, was jetzt dank Switch in Sachen Grafik möglich ist. Wenn beispielsweise ein hochaufgelöstes Levelstück aus „New Super Mario Bros.“ oder „Captain Toad: Treasure Tracker“ als Minispiel-Bühne dient, fragt man sich: Warum nicht mehr davon? Der reichlich derbe aber noch kindgerechte Humor macht vieles wett, jedoch nicht, dass man in maximal zwei Stunden alles von „WarioWare: Get It Together!“ sah.

Angebot

Fazit von „WarioWare: Get It Together!“

Wario ist wieder da und brachte für seinen Switch-Debüt gleich seine Freunde mit. Leider! Denn neben einem dauerschwebenden Wario im Jetpack sind seine Freunde zwar auflockernd unterschiedlich mobil, aber deshalb auch so fürchterlich in vielen launigen Minigames zu steuern. Zudem sind sie natürlich in ihren Themenleveln verpflichtende Spielfiguren. Trotz meines Verständnisses das vielleicht staubige Konzept aufzupeppen, braucht es mehr technische Neuerungen als im Spielprinzip.

Entwickler: Nintendo | Preis: 49,99 Euro | Für Nintendo Switch | USK: ab 6

WarioWare: Get It Together! (Nintendo Switch)

Spielspaß - 74%
Gameplay - 69%
Grafik - 71%
Technik - 79%

73%

Für Fans.

Durchschnittlicher Minispiel-Wahnsinn im Wario-Style - aber schwachem inhaltlichem Konzept.

Mehr Informationen zu unserem Wertungssystem findest Du hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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