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Prusa „Nozzlegate“: INDX-Kits mit falschen Düsen ausgeliefert

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Bei Prusas neuem CORE One+ INDX-System sorgt derzeit ein ziemlich unangenehmer Hardware-Fehler für Ärger. Die mit dem von Bondtech entwickelten Toolchanger ausgelieferten Düsen wurden als gehärtete und für abrasive Filamente geeignete Nozzles beworben. Tatsächlich steckt in den ersten Kits aber ein anderes Material als versprochen. Bondtech hat den Fehler inzwischen offiziell eingeräumt.

Statt gehärtetem Stahl nur nitrocarburierter Stahl

Nach Angaben von Bondtech bestehen die ausgelieferten INDX-Düsen aus nitrocarburiertem Stahl und erreichen bei Tests ungefähr 30 bis 32 HRC. Echte gehärtete Stahldüsen liegen laut Hersteller dagegen typischerweise im Bereich von rund 55 bis 60 HRC. Genau deshalb werden die Vorfälle in der Community inzwischen wenig schmeichelhaft als „Nozzlegate“ bezeichnet. Betroffen sind laut Bondtech sämtliche Düsen der bereits ausgelieferten INDX Founders Edition sowie die ersten Chargen des Prusa CORE One+ INDX Upgrade Kits. Teilweise tragen selbst die Verpackungen noch die Bezeichnung „hardened“, obwohl die darin enthaltenen Düsen diese Eigenschaft nicht erfüllen.

Für normale Filamente wie PLA, PETG, ABS, ASA, TPU oder Nylon dürfte das zunächst kaum eine Rolle spielen. Problematisch wird es vor allem bei abrasiven Materialien mit Carbon-, Glasfaser-, Metall- oder Glow-in-the-Dark-Zusätzen. Hier müssen Besitzer laut Bondtech mit deutlich schnellerem Verschleiß rechnen.

Prusa stoppt die Auslieferung vorerst

Prusa selbst hat inzwischen reagiert und die weitere Auslieferung der INDX-Conversion-Kits zunächst ausgebremst. Neue Bestellungen sollen erst wieder verschickt werden, wenn klarer ist, wie Bondtech mit dem Problem umgehen und welche Lösung beziehungsweise Entschädigung Kunden angeboten wird. Die Auslieferung wurde dadurch zunächst bis Mitte August verschoben. Kunden sollen ihre Bestellung bei Bedarf auch stornieren können.

Interessant ist dabei auch, wie der Fehler überhaupt zustande kam. Bondtech wollte ursprünglich tatsächlich gehärtete Stahldüsen produzieren, stieß bei der Fertigung aber offenbar auf massive Probleme. Die verwendeten Werkzeuge hielten der Bearbeitung des Materials nicht zuverlässig stand. Statt die Änderung vor der Auslieferung deutlich zu kommunizieren, wurden zunächst die nitrocarburierten Düsen ausgeliefert.

Das eigentliche Problem ist daher weniger, dass die ausgelieferten Düsen grundsätzlich unbrauchbar wären. Für die meisten Standardfilamente funktionieren sie weiterhin problemlos. Kritisch ist vielmehr, dass Käufer ein explizit als gehärtet und abriebfest beworbenes Produkt erhalten haben, das diese Eigenschaften so nicht erfüllt.

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Quellen

Prusa Forum – Diskussion zum „Nozzlegate“:
https://forum.prusa3d.com/forum/prusa-indx-general-discussion-announcements-and-releases/nozzlegate-communications/

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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