
Bambu Lab A2L: großer Druckraum, kleiner Preis und plötzlich ein Plotter
Bambu Lab hat den A2L offiziell vorgestellt und erweitert damit die A-Serie um einen deutlich größeren 3D-Drucker. Das Gerät ist kein direkter Nachfolger des A1, sondern eher dessen ausgewachsener Bruder. Der wichtigste Punkt ist schnell erzählt: Der A2L bietet ein Druckvolumen von 330 × 320 × 325 mm und liegt damit deutlich über den klassischen 256-mm-Geräten, die in vielen Maker-Ecken inzwischen fast schon als Standard herumstehen. Bambu Lab spricht von 105 Prozent mehr Volumen gegenüber dieser Klasse.
Mehr Platz für große Drucke
Der größere Bauraum ist die eigentliche Hauptnummer. Große Deko-Objekte, Cosplay-Teile, Organizer, Gehäuse oder mehrteilige Projekte müssen damit seltener zerschnitten, gedruckt und anschließend wieder zusammengeklebt werden. Genau das ist bei großen Modellen oft der nervige Teil. Nicht der Druck selbst, sondern das Gefummel danach.
Mit 544 × 529 × 505 mm Außenmaß bleibt der A2L trotzdem noch ein offener Desktop-Drucker. Leicht ist er mit 12,8 Kilogramm nicht mehr, aber das passt zur Größe. Wer den A2L auf einen wackeligen Ikea-Beistelltisch stellt, hat das Thema Schwingungen vermutlich nicht ganz verstanden.
A-Serie, aber erwachsener
Technisch bleibt der A2L in der A-Serie, bekommt aber einige Funktionen, die Bambu Lab eher in Richtung ambitionierte Nutzer schiebt. Im Extrusionssystem arbeitet ein geschlossener PMSM-Servo. Dazu kommen adaptive Vibrationskompensation mit Mehrpunkt-Kalibrierung und zwei integrierte Resonanzdämpfer im Rahmen. Das soll Ghosting und Ringing reduzieren, gerade bei hohen oder schweren Modellen.
Die angegebene Druckgeschwindigkeit liegt bei bis zu 500 mm/s. Wie immer gilt: Das ist der schöne große Wert fürs Datenblatt. Entscheidend ist am Ende, welche Qualität bei welchem Material und welchem Modell wirklich übrig bleibt. Trotzdem zeigt die Richtung klar, dass Bambu Lab den A2L nicht als gemütlichen Großraum-Schubser vermarktet.
Plotter statt Laser
Spannend wird der A2L durch seinen Erweiterungsanschluss. Bambu Lab bietet ein optionales Blade Cutting Upgrade Kit an. Damit wird aus dem 3D-Drucker ein Schneideplotter beziehungsweise Zeichenplotter. Das Kit umfasst ein Schneidemodul, ein Stiftmodul, eine Schneidematte und Zubehör. Damit lassen sich unter anderem Sticker, Stoffe, Leder oder Papier bearbeiten.
Ein Lasermodul unterstützt der A2L ausdrücklich nicht. Das ist bei einem offenen Gerät auch sinnvoll. Niemand braucht einen offenen Bettschubser, der neben PLA auch noch die Netzhaut toastet. Für die Ausrichtung setzt Bambu Lab auf kameraunterstützte Funktionen in Bambu Handy. Eine kommende OTA-Aktualisierung soll zudem „Print-then-Cut“ nachreichen.
Bis zu 19 Farben
Auch beim Mehrfarbdruck legt Bambu Lab nach. Der A2L unterstützt laut Hersteller bis zu vier AMS-Einheiten und ein AMS lite. Damit sind bis zu 19 Farben möglich. Das klingt krumm, ist aber trotzdem eine Ansage für alle, die mehrfarbige Modelle drucken wollen, ohne ständig Filamentrollen zu jonglieren.
In der Praxis bleibt natürlich der bekannte Haken: Mehrfarbdruck über Filamentwechsel kostet Zeit und Material. Wer aber ohnehin im Bambu-Ökosystem steckt, bekommt mit dem A2L eine größere Bühne für bunte Drucke.
Material: PLA, PETG und die übliche Realität
Die maximale Düsentemperatur liegt bei 300 °C, das Heizbett schafft bis zu 80 °C. Bambu Lab nennt PLA, PETG und andere nicht-technische Filamente als unterstützte Materialien.
Damit ist auch klar, wo die Grenze liegt. Für PLA, PETG und viele Alltagsdrucke ist der A2L spannend. Wer regelmäßig ABS, ASA oder andere zickigere technische Materialien drucken will, sollte wegen offenem Aufbau und Heizbettgrenze eher zu einem geschlossenen System greifen. Großes Druckbett ist schön. Warping auf großer Fläche ist weniger schön.
Sensorik gegen die üblichen Fehldruck-Killer
Bambu Lab verbaut mehrere Überwachungsfunktionen. Dazu gehören ein Blob Detector gegen Materialklumpen an der Düse, eine Extrusionsüberwachung über den PMSM-Antrieb sowie bekannte Funktionen aus der A-Serie wie Filament-Enderkennung, Erkennung von Düsenverstopfungen und verheddertem Filament.
Gerade bei großen Drucken ist das wichtiger als es klingt. Ein kleiner Fehler nach zehn Stunden Druckzeit ist schon ärgerlich. Ein großer Fehler nach 30 Stunden ist dann eher so ein Moment, in dem man den Drucker kurz sehr intensiv anschaut.
Preis und Verfügbarkeit
Der Bambu Lab A2L kostet in Europa 379 Euro inklusive Steuer, aber ohne Versand. Die A2L Combo mit AMS lite liegt bei 489 Euro. Der Drucker ist über die offizielle Bambu-Lab-Website bereits erhältlich.
Damit positioniert Bambu Lab den A2L ziemlich aggressiv. Ein großer Bauraum, Mehrfarboption, Sensorik und Plotter-Erweiterung für unter 500 Euro in der Combo-Version: Das dürfte einige Konkurrenten unangenehm jucken lassen. Vor allem, weil Bambu Lab nicht nur Hardware verkauft, sondern direkt das eigene Ökosystem aus Bambu Studio, Bambu Handy und MakerWorld mitliefert. Für Einsteiger ist der Drucker auf jeden Fall interessant.
Technische Daten Bambu Lab A2L
| Spezifikation | Bambu Lab A2L |
|---|---|
| Bauvolumen | 330 × 320 × 325 mm |
| Maximale Betttemperatur | 80 °C |
| Maximale Düsentemperatur | 300 °C |
| Druckgeschwindigkeit | 500 mm/s |
| Geräuschpegel Silent Mode | < 49 dB |
| Geräuschpegel Standard Mode | ca. 52 dB |
| Unterstützte Materialien | PLA, PETG und weitere Nicht-Engineering-Filamente |
| Maximale Anzahl Farben | Bis zu vier AMS-Einheiten und eine AMS-lite-Einheit, bis zu 19 Farben |
| Extrusionssystem | PMSM Closed-Loop Servo |
| Vibrationskompensation | Adaptiv, Mehrpunkt-Kalibrierung |
| Granulare Dämpfer | 2, im Rahmen integriert |
| Zusätzliche Module | Blade Cutting, Pen Plotting |
| Konnektivität | 2,4-GHz-WLAN |
| Außenmaße | 544 × 529 × 505 mm |
| Gewicht | 12,8 kg |
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