
Sony hat vorgelegt, das Summer Game Fest hat den Tisch schon halb abgeräumt und jetzt steht Microsoft mit dem Xbox Games Showcase vor der Tür. Heute ab 19:00 Uhr läuft die große Xbox-Show, direkt danach folgt eine eigene Präsentation zu Gears of War: E-Day. Offiziell verspricht Microsoft Weltpremieren, neues Gameplay und Updates zu kommenden Spielen.
Sony hat diese Woche bereits ordentlich Material auf den Tisch gelegt. Die State of Play vom 2. Juni lief über mehr als eine Stunde und zeigte unter anderem neues Material und Termine zu mehreren PS5-Projekten. Dazu gehörten Dune: Awakening für PS5 mit Termin am 22. September, Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered für den 1. Oktober, neue Inhalte zu Marathon, ein Auftritt des Horror-Titels ILL und weitere Trailer. Sony hat damit genug gezündet, um die Erwartungshaltung für Microsoft unangenehm hochzuschrauben.
Das Summer Game Fest hat parallel weiter nachgelegt. Unter anderem wurde Resident Evil: Veronica für 2027 angekündigt, außerdem tauchten neue Projekte rund um große Marken und kleinere Studios auf. Auch Final Fantasy VII: Revelation, der Abschluss der Remake-Trilogie, wurde für Frühjahr 2027 angekündigt und soll neben PS5 auch für Xbox Series X/S, PC und Nintendo Switch 2 erscheinen. Das ist interessant, weil es zeigt, wie sehr sich die Plattformgrenzen weiter auflösen. Exklusivität ist nicht mehr tot.
Xbox steht unter Zugzwang
Microsofts Showcase kommt also genau in dem Moment, in dem Xbox eine Antwort liefern muss. Nicht irgendwann. Jetzt. Der Konzern hat in den letzten Jahren gewaltig eingekauft, Bethesda geschluckt, Activision Blizzard übernommen und den Game Pass zur großen Wette erklärt. Trotzdem wirkt Xbox nach außen oft wie ein Konzern, der zehn Strategien gleichzeitig fährt und keine davon zu laut aussprechen will.
Dieses Jahr markiert 25 Jahre Xbox, außerdem ist es der erste große Showcase nach dem Führungswechsel an der Xbox-Spitze. Genau deshalb dürfte Microsoft versuchen, alte Fans abzuholen und gleichzeitig die neue Plattformstrategie zu erklären. Oder zumindest so zu tun, als wäre alles hätten sie einen Plan.
Was ziemlich sicher kommt
Gears of War: E-Day ist gesetzt. Nicht nur als Trailer-Häppchen, sondern mit eigener Direct nach dem Showcase. Das spricht klar für längeres Gameplay, mehr Story-Kontext und vermutlich auch einen Release-Zeitraum. Ein konkreter Termin wäre die saubere Ansage. Ein weiteres „kommt irgendwann“ wäre dagegen genau der schlaffe Händedruck, den Xbox gerade nicht gebrauchen kann.
Auch Fable gehört zu den Kandidaten, die Microsoft kaum weiter verstecken kann. Das Spiel wurde lange genug angeteasert. Jetzt braucht es Gameplay, Systeme, Tonalität und idealerweise ein festen Termin im Jahr 2027. Oder wieder nur ein hübscher Trailer mit britischem Humor und viel Wald? Die Geduld ist nicht unendlich.
Clockwork Revolution dürfte ebenfalls gute Chancen haben. InXsiles Zeitreise-Rollenspiel wurde bereits vorgestellt, aber bisher fehlt der wirklich tiefe Blick. Das Setting ist stark genug, um aus der Showcase-Masse herauszustechen. Wenn Microsoft clever ist, zeigt man hier nicht nur Render-Glanz, sondern echte Spielmechanik.
Halo, Forza und der alte Xbox-Geruch
In der Gerüchteküche köchelt natürlich auch Halo. Mal ist von einem Remake die Rede, mal von einem neuen Projekt, mal von einer Art Neustart für die Marke. Sicher ist davon nichts. Aber wenn Xbox 25 Jahre feiert, wird Microsoft Halo kaum komplett ignorieren. Die Marke ist immer noch das alte Zugpferd, auch wenn es inzwischen etwas lahmt und dringend neue Hufe braucht.
Spannend ist dabei die Frage, ob Microsoft Halo weiter nur als Xbox-Symbol behandelt oder die neue Multiplattform-Strategie offensiver ausspielt. Genau hier wird es empfindlich. Denn wenn Xbox während der eigenen Geburtstagsfeier zu stark über PlayStation- und Switch-Logos wedelt, fühlen sich manche Fans nicht abgeholt, sondern wie Gäste auf ner fremden Party. Forza könnte ebenfalls auftauchen, wobei hier eher Updates als eine große Bombe realistisch wirken. Microsoft hat Rennspiele im Portfolio, aber nicht jeder Showcase braucht zwingend quietschende Reifen. Wenn etwas kommt, dann vermutlich als frisches Inhaltsupdate oder Ausblick.
Bethesda bleibt der große Schatten
Natürlich schwirren auch Bethesda-Gerüchte durchs Netz. The Elder Scrolls VI? Schön wär’s. Realistisch? Eher nicht. Ein Logo und jahrelanges Schweigen machen noch keinen Showcase-Kandidaten. Auch Fallout 5 dürfte zu weit weg sein, um mehr als ein feuchter Fantraum zu sein.
Etwas realistischer wirken Gerüchte rund um ein Fallout 3 Remake oder zumindest irgendeine Fallout-Auffrischung. Die Marke ist durch die Serie wieder stark im Gespräch, also wäre Microsoft ziemlich dämlich, diesen Schwung nicht irgendwie mitzunehmen. Aber auch hier gilt: Gerücht bleibt Gerücht, bis Microsoft selbst den Deckel hebt.
Game Pass muss wieder glänzen
Ein weiterer Pflichtpunkt ist der Game Pass. Microsoft muss zeigen, warum das Abo weiter relevant bleibt. Nicht mit „demnächst mehr“, sondern mit Spielen, die Menschen wirklich installieren wollen. Große First-Party-Titel zum Launch im Abo bleiben das stärkste Argument. Dazu kommt die neue Xbox-Realität: PC, Cloud, Konsole, vielleicht Handhelds, vielleicht noch mehr Plattformen. Der Showcase wird deshalb wahrscheinlich nicht nur Spiele zeigen, sondern auch Xbox als Ökosystem verkaufen. Das kann gut funktionieren.
Die Gerüchteküche brodelt
Neben den naheliegenden Kandidaten kreisen Namen wie State of Decay 3, Blade, Perfect Dark, South of Midnight, Avowed-Erweiterungen, Killer Instinct, Banjo-Kazooie oder sogar Spyro durch die üblichen Foren, Leaks und Wunschlisten. Einiges davon klingt plausibel, anderes eher nach Fan-Fieber.
Die eigentliche Frage
Eine neue Konsole? Ein neues Abo? Eine App? Ein Publisher? Alles davon? Genau dieses „alles gleichzeitig“ ist das Problem. Für Investoren klingt das flexibel. Für
Die Glaskugel sagt: Gears of War: E-Day, Fable, Clockwork Revolution, ein Halo-Lebenszeichen und mehrere Game-Pass-Ansagen sind die wahrscheinlichsten Bausteine. Ein großes Bethesda-Feuerwerk wirkt dagegen eher unwahrscheinlich. Die richtige Überraschung wäre kein weiterer Markenname aus der Mottenkiste, sondern ein Showcase, der Xbox wieder nach Xbox aussehen lässt.
Disclaimer: Titelbild mit ChatGPT erstellt
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