e-Mobility

eScooter: Welche Anbieter gibt es (bald) in meiner Stadt?

Die neue Vorordnung zur Nutzung von eScootern ist Mitte des Monats nun endlich in Kraft getreten und schon machen sich die ersten Verleiher auch schon in den Städten breit. Allerorts tauchen die Roller auf und werden wohl auch fleißig von den Leuten genutzt.

eScooter – 14 verschieden Anbieter in Deutschland

Aktuell gibt es wohl 14 verschiedene Anbeiter die Ihre Roller in den größten Städten in Deutschland verteilen wollen. Auffalend hierbei ist, dass es im Gegensatz zu den Leihrädern keinen Anbieter aus China gibt.

Wo kann ich überall einen eRoller mieten?

radfoschung.org hat sich einmal die Mühe gemacht und die Seiten der einzelnen Anbietern nach Stellenausschreibungen durchsucht und die Ergebnisse in einer Karte visualisiert.

Wie man unschwer erkennt ist fast jede größere Stadt hier vertreten. Wobei man bedenken muss, dass die Anbieter zunächst einmal die Stellen ausgeschrieben haben, ob der Start in den jeweiligen Städten bereits erfolgt ist, ist noch fraglich. Zum einen, da es wohl durchaus Städte gibt die einem Anbeiter die Erlaubnis verweigern können, die eRoller in ihren Städten zu verteilen, zu anderen, da die Anbeiter wohl zunächst einmal in Versuchzentren (wie Berlin) erst einmal sehen wollen ob und wie das neue Mobilitätsangebot angenommen wird.

Chaos bricht aus, die eRoller verschandeln unsere schönen Innenstädte!

Okay, es ist eher ein Witz, aber an diesen Anblick müssen wir uns wohl zukünftig gewöhnen müssen. Vor allem in Berlin wo es derzeit wohl schon mit VOI, circ, hive, TIER, Lime, Wind, dott, uber und ufo 9 Anbieter gibt die um die Gunst der Kudschaft buhlt. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit werden bis die ersten Städte den Anbietern Auflagen machen damit das Straßenbild nicht zu sehr verunstaltet wird.

Die Verleiher haben sich dazu allerdings auch schon Gedanken gemacht, so müssen die „Juicer“ also die Leute die die Roller über Nacht wieder aufladen diese immer wieder an bestimmten Stellen im Stadtgebiet abstellen, diese sind wohl auch unterschiedlich. Das alles hilft natürlich nichts gegen „Massenablagerungen“ die tagsüber stattfinden.

Spannend finde ich hier übrigens auch die Chance die Städte durch die gesammelten Daten der Anbieter bekommen können, einerseits um eine Regulierung besser durchsetzen zu können, andererseites um eben diese Daten verwenden (schaut euch dazu auch einmal das Whitepaper aus Portland an) um sie in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden können (z.B. neue Radwege auf besonders beliebten Strecken, Oarkzonen für Roller) auf diese Idee sind u.a. Santa Monica und Austin gekommen und haben begonnen diese Daten auszuwerten und sie dann auch wieder zu veröffentlichen. LA z.B. ist durch die Analyse der Daten dazu übergegangen eigene Parkzonen für eScooter auszuweisen.

Parking Zone Scooter und E-Bikes

Anbieter müssen sich hier eine Genehmigung einholen und dürfen dann bis zu 5500 eScootern im Stadtgebiet plazieren. Ich habe spaßeshalber mal hier auf dem Dorf angefragt, ob man für so etwas hier eine Genehmigung bräuchte, allerdings bin ich euch auch hier die Antwort noch schuldig.

Wie werden die Leih-Roller wieder aufgeladen?

Was mit Strom fährt, will natürlich auch wieder aufgeladen werden, dafür gibt es die sogenannten „Juicer“ das sind freie Mitarbeiter die sich nach einbrauch der Nacht auf die Jagd nach den Rollern macht um diese einzusammeln und zu laden. Klingt erstmal verlockend, ist aber anscheinend ein Knochenjob, der dazu nicht mal sonderlich gut bezahlt wird. Es ist wohl so, dass man (je nachdem wie schwierig es ist an den Roller zu kommen) für jeden Roller den man einsammelt, auflädt und vor 7 Uhr an einer vorgegebenen Stelle wieder abstellt einen Betrag zwischen 5 und 10 Euro bekommt. Klingt zunächst einmal verlockend? Ihr müsst allerdings auch bedenken, dass hierzu noch Stromkosten kommen und weitere Kosten die ihr ev. noch habt (ein Auto? Versicherung? eine Garage? und natürlich noch Steuern). Wie das ganze funktioniert könnt ihr euch in diesem Video einmal anschauen:

In den USA gibt es wohl auch schon Kleinkriege zwischen verschiednen Gruppen die ganze Gebiete für sich beansprucht haben und keine anderen Juicer zulässt. Im Netz findet man verschiedene Berichte von Juicern die in der Nacht zwischen 20 und 30 eRoller aufladen und unterm Strich einen Stundenlohn von 3-4 Dollar haben. Ob man das möchte, sollte also jeder für sich entscheiden.

Machmal geht ein Roller auch kaputt, und dann?

Aber die Roller müssen nicht nur geladen werden, sondern auch repariert bzw. entsorgt. So gibt es neben den Juicern auch noch Mechaniker die sich um die kleinen und großen WehWehchen der eScooter kümmern und wenn gar nichts mehr funktioniert werden die Altroller dann halt auch entsorgt. Ich habe ein Anfrage an 4 Verleiher gestellt wie es mit dem Recycling aussieht (vor allem die Batterien) habe aber noch keine Antwort erhaltem sobald mir diese vorliegt werde ich euch aber auf jeden Fall darüber informieren, denn schließlich soll so ein Roller ein Lebensdauer von ca. 1 Monat haben und das wäre natürlich schwachsinnig die verbauten Batterien dann jedes mal zu entsorgen, sie weiterzuverwenden wäre wesentlich umweltfreundlicher.

eScooter sind da um zu bleiben

Wie man sieht, glauben viele Firmen daran, mit den eScoootern das große Geld zu machen. Ich sehe das ähnlich, allerdings nicht auf ein Leihmodell ausgelegt. Elektromobiltät wird ein immer wichtigers Thema in unserer Zeit. Allerdings ist die aktuelle Gesetzgebeung eher „gefährlich“ als hilfreich und sollte auf jeden Fall nach der aktuellen Phase noch einmal überdacht werden. Aus meiner Sicht wird zu wenig auf den Schutz der Fahrer geachtet, so ist es z.B. nicht auf dem Gehweg zu fahren sondern man muss auf die Straße damit, wenn kein Radweg vorhanden ist. Helmpflicht? Fehlanzeige. Vor allem in den Großstädten kann dies aus meiner Sicht zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Ich verstehe zwar wo die Idee herkommt (vom Fahrrad) aber auch hier sollte es schon lange eine Helmpflicht geben. Man muss also sehen wo das ganze hinführt bzw. in welche Richtung sich das alles entwickelt. Es ist auf jeden Fall für Autofahrer noch nicht abschätzbar, wie sich so ein eScooter als „neuer“ Verkehrsteilnehmer verhält. Dazu kommen dann selbstverständlich noch die Idioten (auf beiden Seiten) die glauben, dass Verkehrsregeln für sie nicht gültig sind.

Ich selbst hatte noch keine Möglichkeit mit einem der Roller zu fahren, werde es aber auf jede Fall machen wenn sich was ergibt. Schwieriger wird es dann wohl wie ich meinen Kids beibringe, dass sie eben noch nicht damit fahren dürfen.

Wie seht ihr das, sind die Roller eine gute Ergänzung zu den bereits vorhandenen Mobilitätsangeboten, oder nur ein Hype der genauso schnell verschwindet wie er über Nacht an vielen Stellen aufgetaucht ist?

 

Source
radforschung.org
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Torsten

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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