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FIFA 22 im großen Test – Ist das schon alles?

Sprint zur nächsten Stagnation

Wieder einmal rollt der Ball unter EA-Flagge – FIFA 22 bietet dank realistischem Gameplay mehr spielerische Anpassung für jeden Spieltyp als jemals zuvor in der Seriengeschichte. Zementiert jedoch durch das Fernbleiben jeglicher Storykampagnen sowie mangelnder Abwechslung den bleiernen Status Quo des letzten Jahrgangs. Unser Test zu „FIFA 22“.

FIFA ist der Endboss

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist hinlänglich bekannt: FIFA hält nichts auf! Keine (tödlichen) Viren, Erdbeben, Überflutungen oder sonstige höhere Gewalt. Selbst bei einer Zombie-Apokalypse steht die populäre Fußball-Simulation sicherlich ab September im Laden. Selbstverständlich in unterschiedlichen Editionen. Dank der kostspieligsten Version gleich im Early-Access ein paar Tage vorher loslegen dürfen, klingt für die Hardcore-Fans zweifellos attraktiv. Für unsere Review legten wir von Techkrams nochmal ein paar Tage drauf, aber nur um feststellen zu müssen, dass sich bis auf technische Neuerungen wie die gelungene DualSense-Einbindung für PS5-Spieler kaum bis gar nichts änderte. Noch schlimmer: Anstatt mutig einen Schritt nach vorne zu gehen, springt man lieber 5 Schritte erschrocken hinter sich. Letztes Jahr ließen sich klare Vorzeichen von Stagnation nicht mehr verbergen, obwohl man dem flotten Street Football-Mode „Volta“ eine weitere Kampagne spendierte. In „FIFA 22“ gibt es weder ein Wiedersehen mit Alex Hunter oder sonstige Storyelemente. Stattdessen bestes PR-B*llshit Gelaber in Form des modischen Style-Keywords „HyperMotion-Technology“ dank Bewegungen, die mit 8,7 Millionen Frames von Kylian Mbappé, Lionel Messi sowie 20 anderen Spitzenkickern gefilmt wurden, ermöglicht es ein reaktionsschnelles Gameplay – dazu später mehr.

Bitte nicht falsch verstehen. Kein reines Sport-Spiel muss aufgesetzt wirkende Story-Kampagnen besitzen, dennoch implemitierte EA ganze drei Jahre hintereinander mit dem Werdegang um Alex Hunter eine mitunter starke emotionale Geschichte. Jetzt wiederum schwindet der Umfang durch Wegfall 17 Nationalmannschaften u.a. Türkei, Japan oder Island. Der klassische Karriere-Modus ersetzt keinesfalls ausgereiftes Storytelling hält dank guter Präsentation in Manager- sowie Spieler-Auswahl lange am Ball. Insbesondere der fließende Übergang zwischen Simulation und dem akribischen Managen unserer Mannschaft ist hierbei lobend zu erwähnen. Zudem es innerhalb der Serie erstmals möglich ist, mit einem von Grund auf neu gebauten Verein auf den Platz zu gehen. Inklusive Gestaltung eigener Trikots samt Wappen. Erfreulich ist auch – „FIFA 22“ beginnt nicht mit dem obligatorischen Champions League-Finale sondern mischt frech Tutorial und Charakterstellung für „Volta“. Zu tighten Beats von DJ Snake rennt man sprintet durch Paris. Leider verpufft die angedachte Mechanik wenig später im Nirvana. Nach ein zwei Cameo’s durch Beckham und Henry landen wir unspektakluär im Hauptmenü. Dafür mal aufgeräumt ohne die Gefahr sich zu vertippen.

Doch kommen wir zum Herzstück von „FIFA 22“ – das Gameplay. Bereits, die wegen kaum noch herrschenden Ladezeiten startenden Skillspiele, geben Aufschluss an welchen Stellschrauben die Entwickler drehten. Simple Sprints brauchen einen Tick mehr Anlaufzeit um ihre Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Der gesamte Spielablauf ist spürbar langsamer, das ist gar nicht negativ zu sehen, denn somit realistischer. War es vor fünf Jahren noch simpel per Stürmer leicht Tore zu erzielen, erschweren das intensivere Zweitkämpfe durch aggressiver agierende Mitspieler. Egal, wie geschickt die Pässe sind, Tore sind trotz Top-Teams wie PSG, Bayern oder RB Leipzig in vielen Fällen hart erkämpft. Fouls der KI werden ordentlich gepfiffen. Manchmal erregt die doch angriffsfreudige KI den Eindruck umbedingt Offensiv spielen zu müssen, während man selbst Defensiv bleiben will. Der Einlauf der Spieler:innen ins authentische tobende Stadion wird typischerweise in deutscher Fassung von den beiden Kommentatoren-Kumpanen Wolff-Fuss und Frank Buschmann begleitet, deren verbale Unterstützung zwar amüsant aber sich nach dem 15. Spiel allzu gerne wiederholen. Gleiche Problematik der Vorjahre, regelmäßig passen die Textzeilen nicht zum Geschehen auf dem Platz. Richtig gut wird jedoch die Atmosphäre der anfeuernden Fans eingefangen. In Liverpool oder Dortmund erklingt zwischendurch lautstark „You’ll Never Walk Alone“ aus den Rängen was einfach grandios ist.

Ligen für sich

Die Auswahl aller spielbaren Turniere u.a. DFB-Pokal (auch Frauen), 1. und 2. Bundesliga, 3. Liga sowie eine Vielzahl weiterer internationaler offiziell lizenzierte Ligen, über 700 (internationaler) Vereine und mehr als 17.000 modellierter Spieler ist natürlich ein reichhaltiges Package. Zusätzlich ist „Volta“ an Bord, sogar mit störungsanfälligen Multiplayer und launigen Arcade-Spielchen, die warum auch immer nur an Wochenenden spielbar sind. Matchmaking fiel während unseres Tests einige Male aus. Ebenso findet sich das umstrittene FUT (FIFA Ultimate Team) das wir bewusst aus unserer Review ausblenden. Reines Glücksspiel wird von unserer Seite nicht unterstützt.

Grafisch setzt FIFA 22 eine merkliche Duftnote. Der DualSense-Controller der PS5 lässt uns jeden Schritt und Tritt quasi gefühlecht in der Hand spüren. Zusätzlich die erwähnten wirklich guten Neuerungen wie veringertes Spieltempo samt Präsentation. Großes Aber: Nur auf Next-Gen Systemen wie PlayStation 5, Xbox Series und PC. Der verbleibende Rest bekommt ehrlich betrachtet ein halbgares Update in Form leicht verbesserter Modelle sowie neuem Kader. Der Paris-Einstieg entfällt, ebenfalls Hypermotion und realistischeren Abläufen auf dem Spielfeld. Nintendo Switch-Besitzer trifft es sogar noch härter, weil ihre „Legacy-Version“ mutmaßlich auf FIFA 19 basiert. Der Soundtrack setzt sich wie gewohnt aus unterschiedlichen Dance/Pop/Bounce-Tracks von Künstlern á la „Swedish House Mafia“ und Co. zusammen.

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  • Powered by Football bringt EA SPORTS FIFA 22 das Spiel noch stärker an die Realität heran, mit grundlegenden Gameplay-Verbesserungen und Innovationen in allen Modi
  • Die EA SPORTS FIFA-Neuheit HyperMotion kombiniert auf den Next-Gen-Konsolen erstmals zwei Technologien und sorgt so für eine echte Revolution im Fußball-Gameplay

Unser Fazit zu „FIFA 22“

Ein neues Jahr, ein neues FIFA. Mit ähnlichen Problemen. Dabei zeigt das rundumerneuerte verlangsamte Gameplay, zwar nur auf Next-Gen, was nächstes Jahr außer dem übergroßen Lizenz-Bombast noch alles möglich wäre. Das eigenartig eingeschränkte „Volta Arcade“ geht hier in eine gute Richtung. Das frisch eingeführte HyperMotion lässt seine Muskeln spielen was dem jeher verfolgten Simulationsanspruch in vielerlei Hinsicht gerecht wird. Spaßig ist die Kickerei von „FIFA 22“ ohne Zweifel über Stunden, büßt aber in Sachen Abwechslung seinen bisherigen Tiefpunkt ein.

Entwickler: EA | Preis: ab 69,99 Euro | Für PlayStation 4|5, Xbox One|Series und PC|Stadia | USK: ab 0

FIFA 22 (PlayStation 5)

Spielspaß - 76%
Gameplay - 81%
Grafik - 83%
Technik - 71%

78%

Durchschnittlich

Spielerisch mauer FIFA-Jahrgang, der fehlende Abwechslung im Umfang durch realistische Spielabläufe verschleiern will.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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