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Alle Jahre wieder kommt das Jason Statham-Actionbrett: Mutiny fühlt sich von der ersten Minute an vertraut an. Nicht im negativen Sinne, sondern eher wie ein Actionfilm, den man schon einmal gesehen hat – nur eben mit Jason Statham in der Hauptrolle samt neuer Berufung. Unsere Kritik zum neuen Kino-Actionreißer.
Geht man im Spätsommer ins Kino ist es unweigerlich der Fall, dass einem Jason Statham begegnen wird. Nicht in Persona jedoch als Actionheld wider Willen. Egal, ob als „Working Man“ in dem er als rechtschaffender Bauarbeiter bösen Buben nach 10 Minuten ziemlich sicher den Schraubenschlüssel um die Omme haut oder als Bienenzüchter, wo er sich glatt mit der US-Präsidentin samt wohlstandsverkommenen Sohn anlegt.
In diesem Jahr verschlägt es unseren Good Guy Statham in altbekannte Actiongefilde: Alleine gegen brutale Menschenhändler auf einem Containerschiff – klingt leicht nach „Stirb langsam“, nicht wahr? Kurz zur Handlung: Cole Reed, Ex-Special-Forces-Soldat und mittlerweile als Sicherheitsmann unterwegs, gerät in eine klassische Verschwörungsnummer: Sein milliardenschwerer Arbeitgeber und väterlicher Freund Tibu Campallo (Ramon Tikaram) wird in einem Hinterhalt vor seinen Augen ermordet, er selbst als Täter beschuldigt. Was folgt, ist eine typische Flucht nach vorne – und die führt ausgerechnet auf ein Containerschiff, irgendwo zwischen internationalen Gewässern versucht ein Mann das Richtige zu tun und die Hintermänner zur Strecke zu bringen.
Dass Regisseur Jean-François Richet („Blood Father“) hier am Steuer sitzt, überrascht nicht: Schon bei „Plane“ hat er gezeigt, dass er klaustrophobische Settings und schnörkellose Action gut zusammenbringt. Auch Mutiny setzt stark auf Enge – Gänge, Container, Maschinenräume. Räume – werden zur Spielorten, in dem Statham brutal im direkten Combat den Schlagabtausch gibt. Und genau da funktioniert der Film am besten. Wenn Statham zuschlägt, gibt es keine Spielereien. Die Kämpfe sind kurz und hart – manchmal erstaunlich kreativ in ihrer Brutalität. Das Gute an Statham-Filmen ist, dass der Engländer nahezu alle Kämpfe und Actionszenen selbt übernimmt und sich nicht von Stuntleuten vertreten lässt. Somit werden alltägliche Gegenstände plötzlich zu improvisierten Waffen.
Interessant ist dabei ein kleiner Blick hinter die Kulissen: Mutiny ist eines der Projekte aus Stathams eigener Produktionsfirma, was man dem Film in gewisser Weise anmerkt. Die Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben – wortkarg, physisch perfekt in Shape, moralisch klar verortet. Neben ihm bleibt Annabelle Wallis als überraschende Partnerin etwas leider blasser, erfüllt aber genau die Funktion, die das Genre verlangt: Kontern und Exposition dern anderen Handvoll Figuren geben. Dass davon viele eher als Archetypen angelegt sind, passt zur Natur des Genres. Naja, die Storyline ist auch Mittel zum Zweck und der Score übermäßig drüber. Amüsanter Fakt: Vor Kinostart kam es bei Amazon Prime zu einem Fauxpas, da der Film für zwei Stunden im Stream somit danach im Netz verfügbar war, was Produzent Leonine Studios wohl nicht ganz gefallen haben dürfte.
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Trotzdem: Ganz kalt lässt einen Mutiny zum Glück nicht. Vielleicht, weil er gar nicht versucht, moderner oder cleverer zu wirken, als er ist. Die FSK 18-Freigabe ist meinem Geschmack viel zu übertrieben, obwohl Blutspritzer hier normal sind und auch Haken im Zweikämpfe auch mal in der Wange des Gegners landen. In der Vergangenheit gab es doch heftigere Momente in FSK 16-Filmen. In einer Zeit, in der Actionfilme oft mit Ironie oder überladenen Plots arbeiten, geht dieser hier den stabil geraden Weg – und nimmt dabei in Kauf, altmodisch zu wirken, was dank der Physis von Statham kein Nachteil ist.
Mutiny. USA 2026. Verleih: LEONINE Studios. Regie: Jean-François Richet. Mit Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland Møller. Genre: Action. 95 Minuten. FSK: Ab 18 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.
Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Mutiny“ gibt es hier.
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