| 0 | 0 |
Die gruselige Horrorwelt um Insidious kehrt wieder in die Kino zurück! Knarzige Schritte nachts auf dem Holzboden, schreckhafte Momente durch grausig aussehende Kreaturen aus dem „Ewigreich“ und natürlich Lin Shaye als gutherziges Medium dürfen ebenso wenig fehlen wie eine beklemmende Atmosphäre, die der neueste Teil der langgedienten Reihe in der ersten Hälfte erstaunlich gut vermittelt. Regisseur Jacob Chase erzählt seine Geschichte konsequent, der Film bleibt bei einer klaren Prämisse – ob sich das nach einer Empfehlung für gruselige Abende im Kino eignet, sagt euch unsere Kritik zum Neustart.
Seit 2010 spukt es in den weitweiten Lichtspielhäusern wieder ordentlich – die „SAW„-Erfinder James Wan und Leigh Whannell schafften es damals alleine mit bedrohlicher Atmosphäre und einer simpler Geschichte ganz ohne Blutvergießen den guten altmodischen Horror zu modernisieren. Was danach folgte – waren gleich mehrere Fortsetzungen und der Ausbau mit „Conjuring“ zu einem wahren Gruseluniversum. Die Zutaten sind denkbar kuratiert: Lange Einstellungen, praktische Sets und ein Score, der Spannung eher aufbaut statt sie zu übertönen, sorgen wiederholt für echte Beklemmung. In seinen besten Momenten funktioniert auch der neueste Serienteil „Insidious: Out of the Further“ genau so, wie ein guter Spukfilm alter Schule funktionieren muss – Er macht aus dem Alltäglichen etwas Unheimliches. Gleichzeitig fehlt ihm an anderen Stellen die Unvorhersehbarkeit – zu viele Erläuterungen zur Mythologie nehmen dem Geschehen die nötige Dichte und lassen manche Wendungen eher als Franchise-Pflicht denn als dramaturgische Notwendigkeit erscheinen. Wobei „Out of the Further“ einige Jahre nach dem, für Familie Lambert, spielenden „The Red Door“ angesiedelt ist und grundsätzlich neue Figuren fokussiert.
Gemma (Amelia Eve) führt mit ihrer Tochter zunächst ein weitgehend normales Vorstadtleben, obwohl sie selbst in ihrer eigenen Kindheit eine traumatische Situation mit ihrer Mutter erleben musste. Plötzlich häufen sich merkwürdige Zustände, in der sie eine düstere Kraft aus dem Ewigreich angreift. Dort entdeckt sie, dass ihre besondere Fähigkeit nicht nur darin besteht, selbst in diese Welt vorzudringen – sie kann offenbar auch Wesen und Gegenstände zurück in die Realität holen. Genau diese Möglichkeit macht sie für die Wesen auf der anderen Seite interessant. Hilfe sucht sie bei dem Medium Elise Rainier (Lin Shaye). Doch das Böse hat sehr finstere Pläne…
Lin Shaye bringt als vertraute Ankerfigur „Elise“ mittlerweile zum sechsten Mal (!) Wärme in bestimmte Szenen, die sonst leicht austauschbar würden – auch trägt sie gefühlt dieses ganze Franchise alleine auf ihren Schultern. Zumal dieser „Insidious“-Teil etwas mehr zu Ekelszenen neigt als rein atmospährisch zu agieren, also für alle die Zahnarztbesuche anstrengend finden, dürften hier eine echte Mutprobe vor sich haben. Amelia Eve spielt „Gemma“ verletzlich, aber nicht naiv – das macht viele der emotionalen Momente greifbar. Nebenfiguren bleiben größtenteils funktional und werden kaum expositioniert — sie existieren, um Gefahr zu verkörpern, statt überraschende Dynamiken zu ermöglichen.
Technisch steht der Blumhoouse-Grusler solide da: Sounddesign und Score treiben die Spannung, Make-up und Production Design liefern in mehreren Szenen handfeste Jump Scare-Wirkung. Praktische Effekte, wenn sie eingesetzt werden, wirken durchdachter als man es von einigen modernen CGI-Schrecken erwarten würde. Hier sei eine filmisch sehr clever gelöste Sequenz in einer gar nicht enden wollenden Sofakissenburg erwähnt, die fast schon Backrooms-Niveau erreicht. Dennoch bleibt der Eindruck, dass das, was auf technischer Ebene gut funktioniert, die narrativen Schwächen nur teilweise kaschieren kann.
- INSIDIOUS wieder auf Anfang: Der Original-Cast kehrt zurück, um die Geschichte der Lamberts weiterzuerzählen
- Patrick Wilson (CONJURING) spielt nicht nur eine der Hauptrollen, sondern gibt hier sein Debüt als Regisseur
Wer die Reihe und ihre klaustrophobische Herangehensweise mag, findet hier ausreichend gelungene Setpieces und eine dichte Atmosphäre. Wer allerdings auf eine echte Erneuerung der Serie gehofft hat, wird enttäuscht sein – Out of the Further repariert durch neue Blickwinkel zwar bekannte Mechaniken, statt sie neu zu denken. Für Fans ist das meist genug — wer frischen, konzeptionell mutigen Horror sucht, muss auf die Box-Office Hits „Obsession“ oder den erwähnten uringelben Alptraum „Backrooms“ zurückgreifen.
Insidious: Out of the Further. USA 2026. Verleih: Sony Pictures. Regie: Jacob Chase. Mit Amelia Eve, Lin Shaye, Brandon Perea. Genre: Horror. 108 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.
Disclaimer: Kinotickets für „Insidious: Out of the Further“ gibt es hier.
Zu unseren aktuellen Filmkritiken.
Bei den hier angezeigten Produkten handelt es sich um Affiliate Links, bei einem Kauf unterstützt ihr meine Arbeit. Letzte Aktualisierung 22.08.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen.


