Kino

Filmkritik zu „Ticket ins Paradies“ – Pointierter Streit am Strand

Rückkehr der guten alten 90s-RomCom

Zwei Hollywood-Stars in einer Romantic Comedy am paradiesischen Strand von Bali – das sind die Zutaten die Regisseur Ol Parker in „Ticket ins Paradies“ zusammenmischt. George Clooney und Julia Roberts liefern sich im Minutentakt herrlich pointierte Wortgefechte. Unsere ausführliche Kritik zum Filmstart.

Im Kino gibt es eigentlich kaum etwas Schöneres als mit vielen Menschen im gut gefüllten Kinosaal zu sitzen. Gerade bei Komödien ist diese Prämisse entscheidend, da zündende Pointen nicht verpuffen sondern Reaktionen auslösen. Ähnlich verhält es sich mit Tränen bei Dramen oder aufgeschreckten Rufen während Gruselfilmen. Ol Parker, seines Zeichen Drehbuch-Autor der Best Ager-Komödie „Best Exotic Marigold Hotel“ und Regisseur des zweiten „Mamma Mia“-Teils, lässt zwei absolute Hollywood-Topstars in wahrlich paradiesischen Gefilden aufeinander los. George Clooney und Julia Roberts spielten erstmals in der Soderberg’ischen Heist-Comedy „Oceans Eleven“ zusammen, weitere Arbeiten folgten – zuletzt „Money Monster“ inszeniert von Jodie Foster. Also die Phase der ersten Bekanntschaft ist übersprungen. Mehr sogar – die Beiden sind ausschlaggebende Grund weshalb der Film funktioniert. Im Kern behandelt „Ticket ins Paradies“ nämlich eine eher erwartbare Handlung.

Das zwar seit 15 Jahren geschiedene, aber noch verfeindete Paar Georgia und David, treffen sich nur noch bei feierlichen Anlässen ihrer Tochter Lily (Kaitlyn Dever) wieder. Die, fährt nach dem College nach Bali verliebt sich in einen Algenbauern und will ihn heiraten. Selbstredend wollen das ihre Eltern mit allen Mitteln verhindern – also schließen sie sich zusammen. Herauskommt eine von Situationskomik gespickte Romantic Comedy im traumhaften Setting von Bali. Kein Studio, kein Greenscreen. Ol Parker lässt seinen Cast wirklich am Strand umhertänzeln. Clooney und Roberts sind dermaßen gut aufgelegt, dass selbst Schmunzler durch minimale Blicke oder bitterböse Bemerkungen an Drive gewinnen. Zumal beide herrlich miteinander agieren. Sei es beim Beer-Pong Wettstreit mit dem Schwiegersohn in spe oder Verarzten einer Delfin-Bisswunde am Strand. Alles wirkt trotz manchem ernsten Moment organisch, nicht unnötig reingepresst. Die Musik unterstreicht das Geschehen gut, bleibt aber nicht hängen. Insgesamt sieht sich „Ticket ins Paradies“ wie ein Relikt der 1990-er Jahre. Leicht naive Liebeskomödien, welche es damals zuhauf gab, aber heute eine wertvolle Seltenheit darstellen in Zeiten von überbordendem Action-Bombast und Comic-Overflow.

Ticket ins Paradies. USA 2022. Regie: Ol Parker. Mit George Clooney, Julia Roberts, Kaitlyn Dever. 104 Minuten. FSK: Ab 6 Jahren.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Ticket ins Paradies“ gibt es hier.

Hier findest du unsere aktuellen Filmkritiken.

Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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