AudioTestberichte

Huawei FreeBuds Studio – jetzt gibts was AUF die Ohren

Huawei hat vor einiger Zeit seine ersten Over-Ear-Kopfhörer mit ANC vorgestellt. Wie sich die knapp 300 Euro teuren Kopfhörer schlagen habe ich mal wieder versucht in einem Test zusammenzufassen.

Die FreeBuds Studio sind klar als ein weiterer Aufbruch in die Audio-Sparte und gleichzeitig auf als ein Angriff auf die etablierten Noise-Cancelling-Kopfhörer von Sony, Bose usw. zu sehen. Nachdem man sich mit den FreeBuds Pro klar versuchte gegen Apple zu positionieren geht man nun einem Schritt weiter und nimmt die nächsten Player im Audiomarkt ins Visier.

Die Huawei FreeBuds Studio bestehen aus Metall, Kunststoff und Kunstleder. Erhältlich sind sie aktuell in zwei verschiedenen Farben: Graphite Black und Blush Gold. Die Kopfhörer messen 150,0 × 165,0 × 81,5 Millimeter und wiegen ungefähr 260 Gramm. Als Treiber setzt Huawei auf zwei dynamischen 40 mm-Polymer-Membranen, die einen Frequenzbereich von 4 bis 48.000 Hertz abdecken sollen.

Technische Daten Huawei FreeBuds Studio

  • Frequenzbereich 4 Hz – 48 kHz
  • 40 mm Treiber
  • Adaptives ANC
  • Touchbedienung
  • Trageerkennung
  • Multipoint Verbindungen
  • Bluetooth 5.2
  • Codecs: A2DP, AVRCP, HFP, HSP, SBC, AAC, LDAC, L2HC
  • 20 Stunden Akkulaufzeit mit aktiven ANC
  • USB Typ-C
  • 260 g
  • 410 mAh
  • Schnellladefuktion

Ausgestattet sind die Kopfhörer mit Bluetooth 5.2. Huawei implementiert aber nicht den nur den LC3-Codec, sondern zusätzlich zu SBC und AAC den eigenen L2HC High-Resolution Codec, der Datenraten von bis zu 960 KB/sec lieferern soll und dazu noch Latenzarm sei. Allerdings benötigt man um den L2HC-Codec nutzen zu können ein Huawei Smartphone mit mindestens EMUI 11.0 (z.B. Mate 40, P40-Serie) auch einige Modelle von Xiaomi unterstützen diesen Standard. Auf aptX (HD, LL, Adaptive) musste man wohl wegen dem anhaltenden Embargo und dem damit verbundenen Verbot, mit Qualcomm Geschäfte zu machen, verzichten.
Wer weitere Einstellungen vornehmem möchte benötigt noch die App „AI-Life“ die es aktuell ausschließlich für Android gibt. Apple User schauen da zunächst einmal in die Röhre. Aktive Geräuschunterdrückung (ANC) findet man ebenfalls und den FreeBuds Studio, Huawei verbaut dafür sogar insgesamt acht Mikrofone.

Das Design und die Verpackung

In der Verpackung findet man ein stabiles Case in dem die Kopfhörer und das zugehörige Ladekabel zu finden sind. Das Case ist stabil und innen gut genug gepolstert, dass der Inhalt keinen Schaden nimmt. Die Kopfhörer selbst sind darin nicht gefaltet, lediglich die Ohrhörer sind gedreht, um Platz zu sparen. Es wird also etwas mehr Platz in eurer Tasche benötigt als z.B. bei den Bose QC35 die für den Transport gefaltet werden können.

Beim Kopfhörer geht es mit der guten Verarbeitung gleich weiter, der Kopfhörer wirkt hochwertig, Fehler in der Verarbeitung, knirschen oder knarzen sucht man vergeblich. Die matten Ohrmuscheln sind aus Kunststoff gefertigt fühlen sich ebenfalls hochwertig an. Die Polsterung der Ohrmuscheln ist gut, das Gleiche gilt für den Bügel. Der Druck ist ausreichend damit die FreeBuds Studio nicht rutschen, aber auch nicht zu fest, dass das Tragen auf Dauer unangenehm wird. Einen kompletten Tag mit Kopfhörern auf dem Kopf? Mit den FreeBuds Studio sollte das kein Problem sein. Die Ohrmuscheln lassen sich drehen und der Bügel Stufenlos auf die jeweilige Größe einstellen. Auch die Größe der Ohrmuschel ist aus meiner Sicht ausreichend, selbst meine riesen Ohren passen da bequem rein. Die 260 Gramm schweren Kopfhörer lassen zunächst keine Wünsche übrig, aber Optik ist ja bekanntlich nicht alles.

Auf großen Touchflächen lässt es sich steuern

Selbstverständlich könnt ihr die Musik auch über die Kopfhörer steuern, dies erfolgt per Touch über die rechte Ohrmuschel. Doppeltes antippen pausiert die Wiedergabe und setzt diese wieder fort. Nach oben und unten wischen erhöht bzw. reduziert die Lautstärke. Nach vorne und hinten wischen springt einen Titel nach vorne und zurück. Gedrückt halten startet den Sprachassistenten. Ein Anruf kann durch doppeltes Tippen angenommen werden bzw. danach aufgelegt werden. Längeres gedrückt halten weist den Anruf ab. An der rechten Ohrmuschel findet man zusätzlich zwei Buttons für On/Off und das Bluetooth-Pairing sowie den USB-C-Ladeport.

ANC, Tranzparenz- und Sprachmodus der Freebuds Studio

Das ANC lässt sich über eine Taste an der Seite der linken Ohrmuschel in 3 Stufen (ANC-, Normal- und Transparenzmodus) regeln. Die Bedienung ist schnell gelernt und klappt eigentlich auch problemlos, während meines Tests gab es keine falsch interpretierten Eingaben. Leider kann der von Huawei so gelobte Sprachmodus der Sprache erfassen und zum Ohr durchleiten soll nur in der AI-Life App aktiviert werden und diese steht nur Android Geräten zur Verfügung.
Im Transparenzmodus im sogenannten Außengeräusche verstärkt damit ihr eure Umgebung besser wahrnehmen könnt. Zusätzlich könnt ihr noch die Stimmenoptimierung dazuschalten, damit Stimmen noch besser über die Kopfhörer übertragen werden, ihr müsst euch das ein wenig wie ein Hörgerät oder Richtmikrofon vorstellen, so kann man es wohl am besten vergleichen.

Verbindung mit dem Smartphone per Bluetooth 5.2

Die FreeBuds Studio verbinden sich wie bereits erwähnt über Bluetooth 5.2 und man kann sich mit zwei Audioquellen gleichzeitig verbinden und soll zwischen diesen nahtlose Hin- und Herwechseln können. Während meiner zahlreichen Calls am Rechner oder Smartphone im Homeoffice hat dies auch super funktioniert andere Headsets haben da grandios versagt.

Auspacken, einschalten, pairen, zuhören

Auspacken, einschalten, pairen und auch ohne Equalizer klingen die FreeBuds Studio angenehm ausgewogen und offen. Die Abstimmung zwischen Bass und Höhen ist recht gelungen wie ich finde. Der Sound ist knackig und Details können herausgehört werden. Aktiviert man jedoch das ANC geht hier ein wenig an Volumen verloren und der Sound wirkt etwas blasser.
Wo wir gerade bei ANC sind bleiben wir auch gleich dort. Die ANC-Leistung der Huawei-Kopfhörer ist wesentlich besser als bei meinen Bose QC25 wobei das wohl auch nicht schwer ist, einen aktuelleren Vergleich zu OnEar Kopfhörern kann ich leider nicht ziehen und ein Vergleich mit InEars wie den FreeBuds Pro wäre nicht fair. Wenn man Musik bei ca. 40% Lautstärke hört, bekommt man so gut wie nichts von der Umwelt mit – die FreeBuds Studio machen da einen richtig guten Job bei monotonen Außengeräuschen, klar Kindergeschrei oder eine Hupe kommt immer durch, zaubern kann auch Huawei nicht.

Wichtig: ANC soll z.B. Fahrgeräusche, Verkehrslärm oder auch Baustellenlärm verringern, komplett ausblenden oder sogar eliminieren ist rein technisch ein Ding der Unmöglichkeit.

Außerdem sollte man erwähnen, dass das ANC mit einer AI arbeitet, so wechselt es automatisch bei unterschiedlichen Szenarien von „Gering“ über „Standard“ bis hin zu „Ultra“, je nach äußerem Lärmpegel, der euch umgibt, auf Wunsch kann man diese drei Stufen auch dauerhaft einstellen. Beim Telefonieren bemerkt man die Unterschiede in den einzelnen Stufen besonders – die Gegenseite versteht einen ganz natürlich, da machen die verbauten Mikrofone einen guten Job.

20 Stunden Laufzeit, kommt fast hin

Bei der Akkulaufzeit ist können die Huawei FreeBuds Studio ihre Werte fast erreichen – mit aktivierten ANC bei 50% Leistung kam ich auf knapp 19 Stunden, Huawei spricht von ca. 20 Stunden was absolut verschmerzter ist.

Meine Meinung zu den Huawei Freebuds Studio

Kommen wir zum Fazit – Die Huawei Freebuds Studio verfügen über eine gute Akkulaufzeit, überzeugen in Verarbeitung, haben einen angenehmen Tragekomfort, guten Klang und solides ANC.

Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die ich nicht unterschlagen will: das Koppeln mit einem iPhone funktioniert zwar, der Funktionsumfang ist allerdings etwas eingeschränkt den Klang schränkt dies jedoch nicht ein (es gibt z.B. keine App), außerdem kann man die Huawei Freebuds Studio nicht per Kabel anschließen, ist der Saft mal leer schaut man in die Röhre. Andere Hersteller lassen zumindest noch eine Verbindung per Kabel zu, allerdings muss man dann auf das ANC verzichten. Der fehlende AptX Codec und verwendete des L2HC macht sie eigentlich nur für Huawei Geräte der neueren Generation interessant, wenn man auf Highres-Audio steht. Diese Kritikpunkte muss sich Huawei einfach gefallen lassen und man kann sie auch nicht wegdiskutieren.

Ansonsten sind die Freebuds Studio rundum gelungen, der UVP liegt zwar bei knapp 300 Euro, man bekommt sie aktuell während verschiedener Aktionen aber schonmal um die 230 Euro, was ich für das gebotene absolut fair finde.

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  • Intelligente Geräuschunterdrückung: Mit Chipsätzen und Sensoren bieten die Kopfhörer Hybrid Active Noise Cancellation, Aufmerksamkeits-Modus & Uplink Noise Cancellation bei Sprachanrufen
  • Dynamisches ANC: Das Multi-Szenen-Wahrnehmungssystem, das aus einem IMU1-Sensor & einem Mikrofonsystem besteht, passt die Geräuschunterdrückung in verschiedenen Umgebungen automatisch an
  • Aufmerksamkeits-Modus: Die ANC-Taste im Aufmerksamkeits-Modus aktivieren, um Umgebungsgeräusche zuzulassen / Den "Stimmen-hervorheben"-Modus in der Al Life App einstellen, um Lärm zu reduzieren
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Torsten

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

ein Kommentar

  1. Hi, interessanter Bericht, den ich in fast allen Belangen so bestätigen kann. Nur bei den Bluetooth Codecs liegst du falsch. Ich habe ein FAQ veröffentlicht, wo du die richtigen Specs finden kannst.

    HUAWEI FREEBUDS STUDIO – FAQ – ALLE FRAGEN – ALLE ANTWORTEN ZU DEN ERSTEN HAUWEI ON-EAR KOPFHÖRERN ! https://consumer.huawei.com/de/community/details/HUAWEI-FREEBUDS-STUDIO-FAQ-ALLE-FRAGEN-ALLE-ANTWORTEN-ZU-DEN-ERSTEN-HAUWEI-ON-EAR-KOPFH%C3%96RERN-/topicId_35907/

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