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UPDATE: MacBook Pro 2018: Hitzeprobleme per Software-Update lösbar?

Das Refresh von Apples MacBook Pro hat – nicht nur aufgrund der neuen Hardware – hohe Wellen geschlagen. Denn die Topmodelle mit Intel Core i9 CPU drosseln stark bei hoher Last und können oft nicht mal den eigentlichen Basistakt halten. Ein Reddit-User hat nun aber offenbar den Kern des Problems gefunden und bietet auch gleich eine mögliche Lösung an.

Vorweg: Diese Lösung ist nicht für jeden praktikabel und geschieht immer auf eigene Gefahr. Die nötigen Software-Anpassungen bergen auch ein hohes Risiko, das Gerät dauerhaft zu beschädigen.

Laut Redditor Randompersonx liegt das Problem nicht direkt in der CPU des MacBook Pro, sondern an den VRM-Modulen. Diese Voltage-Regulation-Modules, also zu Deutsch die Spannungswandler, regeln den Energiefluss in Richtung CPU. Dabei entsteht, je nach Spannung und Leistung, natürlich auch Wärme. Apple hat hier nun offenbar unterdimensionierte Module verwendet, die außerdem weder passiv noch aktiv gekühlt werden.

Im Falle des Core i9 MacBook Pro werden die Module bei vollem Turbo-Takt nun so heiß, dass das Mainboard die CPU drosselt, um die die VRM zu entlasten. Das erklärt die teils abrupten drops des CPU-Takts auf 800MHz, der geringsten möglichen Taktung. In seinen Tests hat der Redditor auch entdeckt, dass das Energiemanagement der MacBooks seinen Teil dazu beiträgt, dass die VRM überhitzen. Laut seinen Angaben ermöglicht das Management der CPU für bis zu 28 Sekunden 125W Leistung zu ziehen, während der Turbo Boost aktiv ist. Darauf sind die VRM nicht ausgelegt und überhitzen nach kurzer Zeit. Als Dauerlast (Steady State) sind 100W konfiguriert. Das Problem hierbei ist, dass die CPU ständig zwischen 800MHz und dem regulären Takt hin und her schalten muss. In diesem Zustand ist die CPU extrem ineffizient und verbraucht deutlich mehr Energie als eigentlich benötigt.

Die Lösung des Problems? Die Leistungsaufnahme im Steady State muss reduziert werden. Im Falle des Reddit Posts hat eine Anpassung auf 49W geholfen, damit die CPU kontinuierlich hohe Leistung bringen kann – der Autor spricht von rund 20% mehr Performance. Allerdings fokussierte er sich auf CPU-lastige Anwendungen. Sofern auch die GPU stark belastet wird muss der Steady State wohl noch weiter reduziert werden, um die zusätzliche Last der GPU ebenfalls zu kompensieren.

Die Anpassung des Steady States zeigt sich dann in den Benchmarks: Ohne Modifikation liefert das Core i9 Modell durchschnittlich rund 900 Punkte im Cinebench CPU-Benchmark. Führt man den Test mehrfach in Folge aus, sinkt die Punktzahl auch unter 900 Punkte – und damit unter das Ergebnis des 2017er MacBook Pro mit Core i7 Quad Core. Nach der Anpassung erreichte es über 1100 Punkte und pendelte sich danach bei 1000 bis 1100 Punkte bei allen weiteren Durchläufen ein.

Laut einigen Kommentatoren auf Reddit ist das Problem wohl auch darauf zurück zu führen, dass Apple bereits seit Jahren diese festen Werte für den Steady State und den Turbo nutzt – bislang gab es nur schlichtweg keine CPU, die diese Werte auch tatsächlich ausgeschöpft hat.

Insgesamt klingt die Erklärung jedenfalls sehr plausibel. Wer sich vielleicht noch erinnert: nVidias Fermi GPUs hatten ähnliche Probleme und Modder begannen sehr schnell damit, die VRM separat zu kühlen. Im Falle des MacBooks fällt diese Möglichkeit weg, aber Apple könnte das Problem durch ein Software-Update zumindest verbessern und eine durchschnittlich höhere Leistung ermöglichen. Allerdings ist nach diesem Test auch klar, dass das Core i9 Modell mit passender Kühlung und passenden VRM noch deutlich mehr leisten könnte.

Wer mehr Details dazu möchte findet hier den ganzen Thread samt Anleitung, aber wie erwähnt: Die Anpassung kann euer MacBook beschädigen und die Garantie verwirken.

UPDATE 25.07.2018: Lt. Apple handelte es sich dabei wohl um ein Bug, den Apple nun gefixt hat und auch von Adobe gab es ein Update. Seit gestern steht daher auch eine neue Version von macOS bereit, welche dieses Problem behebt.

Dazu gibt es folgendes Statement von Apple:

Following extensive performance testing under numerous workloads, we’ve identified that there is a missing digital key in the firmware that impacts the thermal management system and could drive clock speeds down under heavy thermal loads on the new MacBook Pro. A bug fix is included in today’s macOS High Sierra 10.13.6 Supplemental Update and is recommended. We apologize to any customer who has experienced less than optimal performance on their new systems. Customers can expect the new 15-inch MacBook Pro to be up to 70% faster, and the 13-inch MacBook Pro with Touch Bar to be up to 2X faster, as shown in the performance results on our website

via: 9to5mac

Fotos: ifixit

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun
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