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Star Wars: Galactic Racer im Test – Mit Burnout-Feeling über galaktische Pisten heizen
Flotter Flitzer mit reichlich Roguelike-Elementen im Kofferraum
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Star Wars: Galactic Racer setzt genau dort an, wo viele Spiele im Star-Wars-Universum einfach aufhörten: beim abartigen Tempo der Podrennen. Fuse Games greift sich diesen Aspekt aus Episode I, wirft eine gewaltige Portion Burnout mit rein und verpackt das Ganze in einer kompromisslosen Roguelite-Kampagne. Statt des typischen, gemütlichen Karrieremodus landet ihr hier in einer ziemlich unbarmherzigen Rennsaison, in der ein einziger Patzer direkt das Aus bedeuten kann. Und genau diese Kante verleiht dem Spiel eine enorme Würze – sorgt allerdings genauso schnell dafür, dass eine eigentlich richtig gute Runde binnen Sekunden in puren Frust kippt. Unser großer Test zu „Star Wars: Galactic Racer“.
Erinnert ihr euch noch an den „Episode I – Die dunkle Bedrohung“, gut, der Film war vermutlich nur für reine Star Wars-Puristen eine Sensation während die Anderen ihn schlicht zu harmlos oder gar langweilig empfanden aber dennoch bot er mit einer speziellen Sequenz den Grund für diese Review – nämlich das Podracer-Rennen auf Tatooine mit dem jungen Skywalker. Daraus entwickelte sich gleich eine starke Kindheitserinnerung meinerseits, im Nachgang gab es den Fun-Racer „Star Wars: Episode 1 – Racer“ von Entwickler LucasArts für den kultigen N64. Ich entsinne mich noch an Stunden mit dem klopigen N64-Controller in Händen mit dem ich im Cockpit des Pods waghalsig über Pisten sauste. Ah ja, diese unschuldigen Kindheitstage. Jetzt gibt es quasi den erwachseneren Nachschlag mit „Star Wars: Galactic Racer“ der sich als Reboot oder Neuinterpreation versteht und unsere kühnsten Träume hinsichtlich Star Wars-Racer wahr werden lässt.
Die Handlung bleibt dabei erfrischend unkompliziert. Nach dem Zusammenbruch des Imperiums bildet sich in den gesetzlosen Ecken der Galaxie die Galactic League heraus: eine illegale Rennserie, bei der es schlicht um Asche, Ruhm und fette Wetten geht und nicht um das nächste große Jedi-Abenteuer der hellen Seiten. Ihr schlüpft in die Rolle von Shade, einem Piloten, der mitten in diesen Renn-Zirkus hineingerät und sich direkt mit dem amtierenden Champion Kestar Bool anlegt. Auch Liga-Gründer Darius Pax mischt kräftig mit. Die Storyline fühlt sich dabei viel mehr nach einem knackigen Rennfilm als nach einem zähen Epos an, was dem Spiel ausgesprochen gutsteht. Es braucht schlicht keine endlosen Dialogfenster, um Atmosphäre zu erzeugen. Das Fahrerlager, die wechselnden Sponsoren und die verschiedenen Planeten liefern genug Star-Wars-Atmosphäre, ohne dass der Spielfluss jemals ins Stocken gerät.

Das Herzstück bildet die sogenannte Galactic Tour. Eine Saison teilt sich in zahlreiche Rennen und Events auf, deren Weg ihr auf einer verzweigten Karte selbst bestimmt. Ihr müsst keineswegs jede Strecke mitnehmen, was dem Ablauf bereits eine feine taktische Note verleiht. Manche Events locken mit dicken Belohnungen, andere stellen euch vor knifflige Bedingungen oder verlangen Spitzenleistungen. Wer patzt, fliegt raus. Zu viele Schrottlandungen beenden den Run genauso schnell wie ein schlechter Platz in den selbst erklärenden Eliminator-Rennen. Danach geht es wieder ganz von vorne los.
Extrem fiese Raserei
Klingt nach einer extrem fiesen Angelegenheit? Ist es absolut. Selbst wer reichlich Rennspielerfahrung mitbringt, muss erst einmal schlucken, wenn ein kleiner Fehler nicht einfach per Neustart ausgebügelt werden kann. Speziell auf neuen Kursen reicht manchmal schon ein minimal zu spät angesetzter Kurvenausgang, um mehrfach in die Begrenzung zu knallen und den kompletten Lauf zu versenken. Weil eine einzelne Rundenzeit selten die Fünf-Minuten-Marke knackt, fällt der Einstieg in den nächsten Versuch trotzdem leicht. Man sitzt da nicht mit dem Gedanken: Jetzt muss ich wieder eine halbe Stunde von vorn schrubben, sondern eher mit einem kribbeligen: Ach kommt, eine Runde geht noch!
Der eigentliche Star sind allerdings die Boliden. Landspeeder, Speeder Bike und Skim-Speeder heben sich weit über reine Optik voneinander ab. Der Landspeeder liegt erstaunlich satt auf der Piste und lädt förmlich zu geschmeidigen Drifts ein. Das Speeder Bike gibt sich dagegen deutlich nervöser, zieht dafür aber umso gieriger aus den Kurven heraus. Eine völlig eigene Nummer ist der Skim-Speeder: Das Ding ist zwar spürbar unruhiger, lässt sich mit etwas Gefühl aber im reinsten Messerflug durch die engsten Radien drücken. Podracer schalten sich ebenfalls ein und spielen vor allem im Arcade-Bereich eine tragende Rolle.

Diese Unterschiede fühlen sich keineswegs nach sinnfreien Prozentwerten in Menüs an. Auf dem Bike verlangt der Kurs nach einer völlig anderen Linie, bei der ihr Sprünge und schmale Gassen konsequent ausnutzt. Der massivere Landspeeder verzeiht schlicht mehr Schnitzer und teilt in dichten Rangeleien richtig aus. Das weckt echte Erinnerungen an alte Burnout-Tage: Reine Höchstgeschwindigkeit ist gut, aber der richtige Umgang mit den Gegnern und der Piste ist mindestens genauso entscheidend!
Die Burnout-DNA zieht sich ohnehin durch das gesamte Spiel. Schließlich stecken hinter Fuse Games ehemalige Criterion-Köpfe, was man ab der ersten Sekunde spürt. Sauber auf der Ideallinie dahingleiten? Vergesst es. Rempeleien, harte Kollisionen und fiese Takedowns gehören hier zum guten Ton. Wer einen Konkurrenten gekonnt in die Wand drückt, bekommt das Manöver sogar in einer eigenen Takedown-Kamera serviert. Das sieht zwar verdammt schick aus, raubt euch bei extremem Tempo aber ab und an komplett die Orientierung, was sich optional abschalten lässt. Vor allem dann, wenn die Perspektive ungünstig schwenkt und euch die Strecke direkt danach wieder entgegenfliegt.
Mehr Boost, mehr Fun
Noch entscheidender sind die zwei Boost-Varianten. Der Afterburner ist eure verlässliche Bank: Den baut ihr unter anderem über saubere Drifts auf und zündet ihn genau dann, wenn ihr ihn braucht. Der Ramjet geht da schon deutlich brutaler zur Sache. Er schiebt gewaltig nach vorne, verlangt euch aber absolute Aufmerksamkeit ab. Wer zu lange auf dem Gas bleibt, kocht die Mühle gnadenlos über. Im schlimmsten Fall fliegt euch die Kiste schlichtweg um die Ohren. Und das ist keine theoretische Warnung: Wer meint, bei Topspeed noch zwei Sekunden rauskitzeln zu müssen – zerlegt seinen gesamten Run gerne mal spontan in rauchigem Schutt.

Genau über diese Dynamik entfaltet Galactic Racer seinen eigentlichen Zug. Ihr jagt nicht bloß über den Kurs, sondern wägt ununterbrochen Risiko und Nutzen gegeneinander ab. Drückt man noch einmal den Ramjet oder reicht der Afterburner? Sucht man den Zweikampf oder bleibt man stur auf der Linie? Riskierst du einen Schaden für den Etappensieg oder fährst du es lieber sicher nach Hause? Das gesetzte Build-System baut genau auf diesen Gewissensfragen auf.
Nach gewonnenen Rennen oder an Zwischenstopps sammelt ihr frische Bauteile, Skills und Perks ein, um euren Schlitten an euren Stil anzupassen. Ihr könnt den Ramjet weiter aufbohren, die Hülle verstärken, Schilde hochfahren oder offensive Gadgets einbauen. Auch Statuseffekte reden ein Wörtchen mit: Angeschlagene Komponenten bringen mitunter fiese Nachteile mit sich, die eure Pläne spontan über den Haufen werfen. Richtig bitter wird es, wenn die Kiste beim Ramjet-Einsatz ohnehin schon brennt und ein Defekt dafür sorgt, dass der Boost in diesem Zustand komplett den Dienst versagt.
Auf dem Papier lädt das zu wilden Experimenten ein. In der Spielpraxis landet man dann aber doch auffallend oft wieder bei einer rein auf Boost getrimmten Zusammenstellung. Mehr Bums hilft auf der Strecke nun mal fast immer – völlig egal, ob der Verfolger euch im Nacken sitzt oder zehn Sekunden hinterherhinkt. Offensive Spielereien wie Landminen oder der Ion Bolt sind ganz nett, wirken letztlich aber eher wie Beiwerk. Wer sein ganzes Setup darauf auslegt, andere von der Piste zu pusten, geht ein deutlich höheres Risiko ein als jemand, der einfach konsequent auf Tempo setzt.
Klimatechnische Auswirkungen auf die Pods
Sogar die Planeten selbst reden ein Wörtchen mit. Auf Crait reicht schon die Staubfahne eines Vordermanns, um eure feine Ramjet-Kette abreißen zu lassen. Auf Sentinel One mutieren Säureflüsse zur tödlichen Falle für ungepanzerte Boliden, während Jakku und Lantaana euren Maschinen mit extremer Hitze zusetzen. Dadurch unterscheiden sich die Orte nicht nur visuell: Die sechs Schauplätze Jakku, Tatooine, Ando Prime, Lantaana, Crait und Sentinel One erzwingen tatsächlich jeweils eigene Fahrweisen.
Leider lässt die Lesbarkeit der Strecken dabei stellenweise zu wünschen übrig. Wenn ihr mit Affenzahn unterwegs seid, fallen manche Abzweigungen schlicht zu spät ins Auge – auch die Kurvenmarkierungen könnten deutlich klarer sein. Zudem verzichtet Galactic Racer weitgehend auf eindeutige Banden, obwohl sich leuchtende Hologramm-Begrenzungen im Star-Wars-Setting geradezu aufgedrängt hätten. Wenn ein Kurs mitten durch die freie Botanik führt und die Ausleuchtungpatzt, knallt man schneller in eine Felswand, als man schauen kann. In einem normalen Arcade-Racer ist das nervig – in einem Spiel, das euch wegen so etwas einen komplett erarbeiteten Run ruiniert, wiegt es doppelt schwer.

Zwischen den Einsätzen steuert ihr die Fahrerlager der Planeten an. Hier quatscht ihr mit anderen auserirdischen Geschöpfen, shoppt neue Teile oder schraubt am Fahrzeug. Obendrein wählt ihr einen von drei Gel Anlegern, die euch auf den Welten mit wechselnden Nebenaufgaben füttern. Die Aufgaben gewinnen zwar keinen Innovationspreis, erfüllen aber ihren Zweck und spülen Extra-Moneten in die Kasse. Selbst nach gescheiterten Läufen nehmt ihr gesammelte Ressourcen mit, um permanente Upgrades freizuschalten. Wer mag, passt außerdem Pilot Slade oder die Boliden optisch an.
Dadurch gelingt Fuse Games ein extrem wichtiger Kniff: Ein verlorener Lauf fühlt sich nie nach komplett verschwendeter Lebenszeit an. Der Fortschritt der aktuellen Tour ist zwar futsch, aber eure freigeschalteten Boni und Werte bleiben euch erhalten. Dank frischer Fahrzeuge und besserer Grundwerte startet der nächste Versuch nicht mehr ganz bei Null. Das nimmt der Roguelite-Mechanik die Spitze und erzeugt genau diesen perfekten Sog, einfach noch ein allerletztes Rennen dranzuhängen.
Abseits der Hauptserie warten noch Arcade- und Szenario-Modi auf euch. Der Arcade-Teil fokussiert sich unter anderem auf Zeitjagden und stellt die Podracer breiter auf. Gerade diese Kisten fangen den Geist der alten Film-Rennen fantastisch ein und zeigen, wie gut Star Wars schon immer mit rasender Rennspiel-Action harmonierte. Ein Multiplayer-Tour-Modus soll ebenfalls an Bord sein, der einen kompletten Run auf fünf Rennen samt Schrauberphase und Finale eindampft. Vor dem Test stand dieser Bereich allerdings noch nicht zur Verfügung – auf einen lokalen Splitscreen muss man leider ganz verzichten.
- Wirf mit rasanten Manövern in Landspeedern, Speeder Bikes, Skimspeedern und Pods deine Konkurrenz auf verschiedenen Strecken aus dem Rennen
- Nimm an der Galaktischen Liga teil - nicht sanktionierten Rennen, die im gesetzlosen Outer Rim entstanden sind
In optischer Hinsicht macht Galactic Racer dank der Unreal Engine 5 ordentlich was her. Die staubigen Wüsten, eisigen Felsen, Industriekomplexe und fremdartigen Welten kommen extrem stark rüber. Schicke Lichtreflexe und dichte Partikeleffekte unterstreichen das halsbrecherische Tempo, ohne dass die Details an den Fahrzeugen gänzlich verschwimmen. Gerade in den Podracern und Speedern steckt sichtbar Herzblut von Fans. Abgerundet wird das Spektakel von einem wuchtigen Orchester-Soundtrack, der sich wunderbar an den ikonischen Filmmusiken von Maestro John Williams orientiert, ohne sie stumpf zu kopieren. Die kreischenden Motoren, satten Crashs und dröhnenden Boosts tun ihr Übriges für ein packendes Mittendrin-Gefühl.
Euch beschäftigt die Kampagne je nach Fahrvermögen und gewähltem Anspruch etwa acht bis zehn Stunden. Wer wirklich jedes Schiff, alle Upgrades und Nebenmodi abklappern will, sitzt doppelt so lange dran. Dass Galactic Racer über die gesamte Distanz trägt, liegt schlicht am hervorragenden Fahrgefühl. Steuerung, Drifts und Schubsystem greifen wunderbar ineinander – hier wird Geschwindigkeit nicht bloß über Effekte vorgespielt, sondern ist in den Fingerspitzen spürbar.
Unser Fazit zu „Star Wars: Galactic Racer“
Am Ende ist Star Wars: Galactic Racer ein erfreulich geradliniger Arcade-Racer geworden. Fuse Games kreuzt die brachialen Crashs aus Burnout mit dem rasenden Tempo von F-Zero und stülpt eine griffige Roguelite-Struktur darüber. Ja, die Kampagne ist knackig und teils unnötig gemein, während unübersichtliche Streckenabschnitte manchmal für Frust sorgen. Auch der Umfang hätte deutlich größer mit weiteren Biomen ausfallen dürfen. Dafür überzeugen das Fahrverhalten, die Schraubereien, das Fahrgefühl der einzelnen Klassen und der ständige Nervenkitzel auf der Piste. Dass man hier ganze Rennläufe statt einer biederen Karriere absolviert, gibt dem Spiel eine wunderbar frische Note. Die Handlung bleibt zwar Beiwerk, aber das Universum funktioniert auch ganz ohne Lichtschwerter tadellos. Wer echten Arcade-Rennspielen hinterhertrauert und Rückschläge wegstecken kann, bekommt hier einen der spannendsten Genre-Beiträge seit langer Zeit.
Release: 06. Oktober 2026 | Entwickler: Fuse Games | Genre: Rennspiel | Für PlayStation 5, Xbox Series S/X und PC | USK: ab 12
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Star Wars: Galactic Racer (PlayStation 5)
Star Wars: Galactic Racer überzeugt mit starkem Fahrgefühl, hohem Tempo und einer gelungenen Mischung aus Burnout-Action und derben Roguelite-Mechaniken. Trotz mancher Frustmomente ist der Racer ein unterhaltsamer Star-Wars-Ausflug für Fans schneller Arcade-Rennen.
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