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TAG Heuer Connected Calibre E5 x Formula 1: Wenn eine normale Smartwatch nicht genug ist

Eine normale Smartwatch zeigt die Uhrzeit, zählt Schritte, misst den Puls und erinnert daran, dass man sich seit drei Stunden nicht bewegt hat. Reicht eigentlich. Aber „eigentlich“ ist eben dieses traurige kleine Wort, das Menschen davon trennt, sich eine TAG Heuer Connected Calibre E5 45 mm x Formula 1 ans Handgelenk zu schnallen.

Braucht man diese Uhr? Nein. – Will man sie haben, um im Gym zwischen Bankdrücken, Proteinshake und Spiegelblick subtil zu signalisieren, dass selbst der Pulsbereich luxuriös angezeigt werden muss? Ja. Sehr wahrscheinlich.

TAG Heuer hat mit der Connected Calibre E5 x Formula 1 Edition eine Smartwatch vorgestellt, die sich klar an Formel-1-Fans richtet. Oder an Menschen, die möchten, dass andere Menschen denken, sie seien Formel-1-Fans mit verdächtig viel verfügbarem Spielgeld. Die Uhr kostet 2.550 Euro und spielt damit nicht in der Kategorie „praktischer Alltagsbegleiter“, sondern eher in der Kategorie „digitales Statussymbol mit eingebautem Gesprächsstarter“.

Titan, DLC und ganz viel Rennstrecke

Das Gehäuse misst 45 Millimeter und besteht aus Titan Grad 2 mit schwarzer DLC-Beschichtung. Dazu kommt eine schwarze Keramiklünette, auf der die Stationen der Formel-1-Saison verewigt sind. Bei 6 Uhr sitzt das F1-Logo.  Das Design ist entsprechend sportlich. Schwarzes Gehäuse, rote Akzente, breite Präsenz am Handgelenk. Wer eine dezente Smartwatch sucht, die unauffällig unter der Hemdmanschette verschwindet, ist hier falsch abgebogen. Die TAG Heuer Connected Calibre E5 x Formula 1 ist eher das Gegenteil: Sie will gesehen werden. Am besten beim Öffnen des Spinds, beim Griff zur Hantel oder beim Bezahlen des 8-Euro-Cold-Brew nach dem Training.

24 Zifferblätter für 24 Grand Prix

Der auffälligste Spielkram steckt in den exklusiven Motorsport-Zifferblättern. Die Uhr bringt 24 spezielle F1-Watchfaces mit, die sich an den Grand-Prix-Wochenenden der Saison orientieren. Streckenlayout, Rennname und passende Gestaltung sollen sich über die Saison hinweg aktualisieren. Das ist natürlich komplett unnötig. Und genau deshalb funktioniert es. Denn wer eine solche Uhr kauft, will nicht nur wissen, wie spät es ist. Der will, dass die Uhr beim Blick aufs Handgelenk so tut, als würde gleich jemand „Box, Box“ ins Ohr brüllen. Für Formel-1-Fans ist das charmant. Für alle anderen ist es ein sehr teurer Bildschirmschoner mit Pulsfunktion.

F1-App direkt am Handgelenk

Die Smartwatch ist mit der offiziellen Formel-1-App verzahnt. Dadurch sollen Nutzer Zugriff auf Rennkalender, Ergebnisse, Fahrerstände und weitere Informationen rund um die Saison bekommen. Dazu kommen Benachrichtigungen im Stil von Boxenfunk-Meldungen. Kleine Spielerei, großer Effekt.

Gerade an Rennwochenenden kann das tatsächlich Spaß machen. Man bekommt Informationen direkt aufs Handgelenk, ohne ständig das Smartphone aus der Tasche zu ziehen. Natürlich kann jedes Smartphone das auch. Aber ein Smartphone ist eben kein schwarzer Titanklotz mit F1-Logo am Arm. Und manchmal ist genau das der ganze Punkt.

Die technischen Daten: Mehr als nur teures Bling-Bling

Unter der schwarzen Motorsport-Schale steckt durchaus brauchbare Technik. Die TAG Heuer Connected Calibre E5 x Formula 1 nutzt ein 1,39 Zoll großes OLED-Display mit 454 × 454 Pixeln und 326 ppi. Geschützt wird der Bildschirm von Saphirglas. Das ist bei einer Uhr in dieser Preisklasse wohö das mindeste was man verlangen kann. Wer über 2.500 Euro für eine Smartwatch hinlegt, möchte nicht nach zwei Begegnungen mit der Hantelbank feine Kratzer im Display bewundern.

Angetrieben wird die Uhr vom Qualcomm Snapdragon Wear 5100+. Dazu kommen Wi-Fi, Bluetooth 5.3, GNSS und MFi-Unterstützung für die iPhone-Anbindung. Als Betriebssystem läuft TAG Heuer OS. Die Uhr ist mit iOS 18 oder neuer und Android 13 oder neuer kompatibel. Damit positioniert sich TAG Heuer bewusst etwas anders als viele Wear-OS-Uhren und will stärker die eigene Plattform kontrollieren.

Beim Akku nennt TAG Heuer eine Kapazität von 419 mAh. Im Sportmodus, etwa beim Laufen, sollen bis zu 17 Stunden möglich sein. Im Energiesparmodus sind bis zu drei Tage drin. Voll geladen ist die Uhr laut Hersteller in rund 90 Minuten über das mitgelieferte USB-C-Ladedock. Also ja, sie ist teuer. Aber sie muss trotzdem regelmäßig an die Steckdose. Willkommen im echten Leben.

Auch bei den Sensoren ist die Uhr solide ausgestattet. Verbaut sind unter anderem Herzfrequenzsensor, Kompass, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Mikrofon und Höhenmesser. Dazu kommen vorinstallierte Apps und Funktionen für Golf, Wellness und Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern und weitere Trainingsmodi. Wasserdicht ist das Modell bis 50 Meter. Für den Pool reicht das. Für dramatische Monaco-Yacht-Fantasien vermutlich auch, solange niemand wirklich tauchen will.

Smartwatch bleibt Smartwatch

Unter der ganzen Motorsport-Schale steckt weiterhin eine moderne Smartwatch. Die Connected Calibre E5 bietet Fitness- und Gesundheitsfunktionen, darunter Herzfrequenzmessung, Aktivitätstracking, Schlafdaten und Trainingsfunktionen. Dazu kommen Benachrichtigungen, Apps und die üblichen digitalen Komfortfunktionen.

Die Uhr läuft mit TAG Heuers eigener Softwareplattform und nicht mit Wear OS. Das kann Vor- und Nachteil sein. Einerseits wirkt das System stärker auf TAG Heuer zugeschnitten. Andererseits ist man nicht ganz so frei unterwegs wie bei vielen anderen Smartwatches.  Auch beim Akku bleibt es bei Smartwatch-Realität. TAG Heuer nennt je nach Nutzung bis zu mehrere Tage Laufzeit. Wer intensiv trackt, viele Benachrichtigungen nutzt und die F1-Funktionen ordentlich befeuert, wird sie natürlich häufiger laden. Luxus schützt eben nicht vor Steckdosen.

Teurer Spieltrieb mit sauberem Auftritt

Man kann sich leicht über diese Uhr lustig machen. Sollte man auch ein bisschen. 2.550 Euro für eine Smartwatch mit Formel-1-Anbindung sind objektiv gesehen nicht gerade bodenständig. Aber TAG Heuer verkauft hier auch keine rationale Fitnessuhr für Preis-Leistungs-Fetischisten. Die Connected Calibre E5 x Formula 1 ist ein Luxus-Gadget mit Markenlogo, Motorsport-Optik und digitalem Zusatznutzen.

Wer eine Smartwatch braucht, kauft etwas anderes. Wer eine Smartwatch will, die im Fitnessstudio aussieht, als hätte sie gerade aus der VIP-Lounge eines Grand Prix herausgefunden, der findet hier genau den richtigen kleinen Angeber am Handgelenk.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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