TL; DR Wochenrückblick: Teurere Apple-Kisten, Spieleschachteln und weiße Creator-Kameras
Diese Woche war wieder so eine klassische techkrams-Woche. Also nicht ordentlich sortiert wie ein Apple-Store-Regal, sondern eher wie eine Schublade voller Kabel, Spielmodule, Streaminglisten, 3D-Druck-Reste und einer leicht bedenklichen Menge Popkultur. Es ging um Apple TV 4K, das plötzlich deutlich teurer wurde, um Dragon Quest, alte PC-Spielboxen mit Seele, xTool-Laser-Pew-Pew, Insta360 im weißen Creator-Modus, Streaming-Vorschauen für den Sofakalender und DHL, das im Jahr 2026 plötzlich entdeckt hat, dass bargeldloses Bezahlen an der Haustür vielleicht doch keine Hexerei ist.
Apple TV 4K wird deutlich teurer
Apple hat beim Apple TV 4K ordentlich an der Preisschraube gedreht. Die kleine Variante mit Wi-Fi und 64 GB Speicher kostet jetzt 229 Euro, das größere Modell mit Wi-Fi, Ethernet, Thread und 128 GB Speicher liegt bei 299 Euro. Vorher standen 169 Euro beziehungsweise 189 Euro auf dem Zettel. Gerade beim großen Modell ist das ein ziemlich kräftiger Sprung, zumal Apple an der Hardware selbst nichts geändert hat.
Technisch bleibt der Apple TV 4K weiterhin eine sehr gute Streaming-Box. Schnell, sauber, ohne Werbemüll im Interface, mit 4K, Dolby Vision, HDR10+, Dolby Atmos und Siri Remote. Für Smart-Home-Nutzer bleibt besonders das Ethernet-Modell spannend, weil nur dort Thread-Unterstützung dabei ist. Aber bei 299 Euro wird aus einer einfachen Empfehlung plötzlich ein ziemlich teurer kleiner schwarzer Klotz. Oder anders gesagt: Technik wird nicht automatisch besser, nur weil Apple den Preis stärker anfasst als nötig.
Citizen Vigilante landet plötzlich auf X
Eine der kuriosesten Geschichten der Woche kam aus der Ecke Film, FSK und Elon Musk. Citizen Vigilante von Uwe Boll bekam in Deutschland keine FSK-Kennzeichnung und wurde dann ausgerechnet über X vollständig verfügbar gemacht. Das Thema war weniger ein normaler Filmstart als ein ziemlich schräger Mix aus Jugendschutz, Plattformmacht, Selbstdarstellung und deutscher Auswertungsrealität. Man muss Uwe Boll nicht mögen, um zu merken: Diese Geschichte ist schon wieder so absurd, dass sie fast selbst ein Uwe-Boll-Film sein könnte.
Nothing Phone 4b wird offiziell
Bei Nothing ging es diese Woche schnell. Erst roch es nach Gerücht, kurz darauf stand das Phone 4b offiziell im Raum. Die Vorstellung ist für den 7. Juli 2026 angesetzt. Technische Details fehlen noch weitgehend, aber die Richtung ist klar: Nothing scheint unterhalb der regulären Modelle eine neue günstigere Linie aufzubauen. Also weniger Flaggschiff-Gockelei, mehr Einstieg. Ob das am Ende wirklich ein cleverer Lückenfüller wird oder nur die nächste Marketing-Nebelmaschine mit Glyph-Beleuchtung, sehen wir im Juli.
Diablo 4 für Switch 2 wird immer wahrscheinlicher
Blizzard hat Diablo 4 für die Nintendo Switch 2 weiterhin nicht offiziell angekündigt, aber die Hinweise werden schwerer zu ignorieren. Neue Alterseinstufungen deuten darauf hin, dass da im Hintergrund etwas passiert. Spannend wäre das allemal, denn Diablo 4 auf einer mobilen Nintendo-Konsole klingt nach sehr viel Dämonenkloppen auf dem Sofa, im Bett oder heimlich zwischen zwei Terminen. Gleichzeitig ist das technisch kein Spaziergang. Live-Service, Crossplay, Seasons und Online-Zwang wollen sauber laufen. Sonst wird aus Hölle schnell einfach nur Höllenfrust.
Dragon Quest I & II HD-2D Remake ist Nostalgie mit Muskelkater
Statt Disc-Drama gab es diese Woche auch klassisches Rollenspiel-Futter: Dragon Quest I & II HD-2D Remake. Und ja, das Ding ist hübsch. Sehr hübsch sogar. Diese Mischung aus Pixel-Figuren, Diorama-Welten, Lichtspielerei und moderner Präsentation funktioniert immer noch verdammt gut. Aber unter der glänzenden HD-2D-Schicht steckt eben weiterhin sehr altes Rollenspiel-DNA-Material. Man merkt den Ursprung. Manchmal charmant, manchmal knarzend, manchmal so direkt wie ein Goblin mit schlechter Laune.
Gerade Dragon Quest I ist in seiner Struktur heute fast schon brutal schlicht. Losziehen, kämpfen, stärker werden, wieder losziehen. Dragon Quest II fühlt sich größer und runder an, bleibt aber ebenfalls ein Spiel aus einer anderen Zeit. Das Remake poliert viel, erklärt mehr und macht den Einstieg angenehmer, ohne daraus ein modernes Komfort-RPG mit Wattehandschuhen zu machen. Wer Dragon Quest liebt, bekommt hier eine liebevolle Neuauflage. Wer aber moderne Rollenspiele mit Questmarkern, Komfortsystemen und Dauerfeuer-Inszenierung erwartet, könnte sich wundern, warum plötzlich wieder Geduld als Spielmechanik gilt.
Als Computerspiele noch richtige Boxen waren
Passend dazu gab es diese Woche den Ausflug in eine Zeit, in der PC-Spiele noch richtige Schachteln waren. Nicht diese traurigen DVD-Hüllen mit Einleger, sondern große Pappboxen, in denen Handbücher, Karten, Referenzkarten, Poster, Novellen und anderer wunderbarer Kram lagen. Damals hieß das nicht Collectors Edition, Ultimate Edition oder Super Deluxe Extra Wallet Puncher. Es war einfach normal. Man kaufte ein Spiel und bekam eine kleine Welt dazu. Heute bekommt man Day-One-Patch, Konto-Zwang und vielleicht ein digitales Schwert in Neonpink. Fortschritt ist manchmal echt ein frecher kleiner Kobold.
xTool M2: Laser, Druck und Gravur in einer Kreativkiste
Statt Star Fox ging es diese Woche auch an die Werkbank. Der xTool M2 ist so ein Gerät, bei dem man erst denkt: Ach, nett, ein Laser. Und dann merkt man relativ schnell, dass dieses Ding eher eine kleine Kreativmaschine ist, die einem neben Gravur und Schnitt auch noch Druck- und Modul-Ideen vor die Füße kippt. Im Test ging es bewusst um die 10-Watt-Version, weil schon allein damit genug möglich ist, um aus einem normalen Schreibtisch sehr schnell eine Mischung aus Bastelstudio, Werkstatt und leicht überforderter Ideenmaschine zu machen.
Der große Vorteil des M2 ist nicht nur, dass er Holz, Leder, Acryl, Papier und andere Materialien bearbeiten kann, sondern wie zugänglich das alles wirkt. Kamera, Software, Autofokus und geschlossener Aufbau nehmen viel Frust aus dem Einstieg. Natürlich bleibt es ein Laser. Man sollte also nicht völlig hirnlos daran herumspielen, sonst riecht das Hobby schneller nach verbranntem Fehlversuch als nach Start-up-Romantik. Aber genau dieses Verhältnis aus Leistung, Bedienbarkeit und Erweiterbarkeit macht den M2 spannend. Druckmodul und Rotary-Modul sprengen den Rahmen noch einmal extra, weshalb das Thema später noch mehr Platz verdient. Laser pew pew war hier jedenfalls nicht nur ein Spruch, sondern ziemlich nah an der Wahrheit.
Streaming-Vorschauen: Der Sofakalender eskaliert wieder
Natürlich gab es diese Woche auch wieder Streaming-Vorschauen, weil offenbar irgendein geheimer Rat beschlossen hat, dass niemand jemals wieder eine leere Merkliste haben darf. Prime Video, Disney+, Paramount+, Sky, WOW, Apple TV+ und wer sonst noch einen Playbutton auf die Fernbedienung tätowieren will, werfen weiter neue Serien, Filme, Comebacks und Katalogfutter in den digitalen Trog. Das Ergebnis ist wie immer: Man scrollt 35 Minuten, sagt nur mal kurz reinschauen, landet dann doch wieder bei etwas Bekanntem und fragt sich am Ende, warum man eigentlich drei Abos bezahlt, um sich von Vorschaubildern anschreien zu lassen. Aber hey, Sommerloch war gestern. Heute hat selbst das Sofa einen Releaseplan.
Elegoo Centauri 2 macht den 3D-Druck-Einstieg günstiger
Im 3D-Druck-Bereich wurde es mit dem Elegoo Centauri 2 interessant. Der neue CoreXY-Drucker startet im Early-Bird bei 249 Euro, die Combo mit Mehrfarbsystem bei 299 Euro. Für Einsteiger klingt das nach einer ziemlich attraktiven Mischung aus Tempo, Auto-Leveling, Sensorik und wenig Bastel-Höllentor. Besonders spannend ist, dass der normale Centauri 2 später für das CANVAS-System vorbereitet ist. Man kann also erst einmal günstig anfangen und später bunter eskalieren. Natürlich bleibt Mehrfarbdruck weiter eine Mischung aus Freude, Filamentverbrauch und leichtem Wahnsinn.
Insta360 macht die Ace Pro 2 weiß und ein bisschen Sofortbild
Insta360 hat diese Woche die Ace Pro 2 in Arctic White vorgestellt. Die Kamera selbst bleibt technisch die bekannte Ace Pro 2, bekommt aber ein neues weißes Zubehör-Ökosystem spendiert. Das wirkt weniger nach Action-Cam am Fahrradlenker und mehr nach Creator-Kamera, Street-Setup und Retro-Digitalkamera für Leute, die ihr Gear auch gerne sichtbar herumtragen. Also nicht nur filmen, sondern dabei auch aussehen, als hätte jemand das Zubehörregal einmal durch den Lifestyle-Filter gezogen.
Spannend ist vor allem das Xplorer Grip Pro Kit. Der Griff macht aus der Ace Pro 2 eher eine kleine Kompaktkamera, bringt ein Einstellrad für Belichtung, Verschlusszeit und Filter mit und ergänzt einen Zoom-Regler. Dazu steckt im Griff ein 2.010-mAh-Akku, der die Kamera automatisch lädt und laut Insta360 eine Aufnahmezeit von bis zu 5 Stunden und 40 Minuten ermöglichen soll. Die eigentliche Technik bleibt bekannt: Dual-AI-Chip, 2,5-Zoll-Klapp-Touchscreen, 4K mit 60 fps im PureVideo-Modus, Low-Light-Funktionen und Leica-Farbprofile. Kurz gesagt: gleiche Kamera, neues Gewand, mehr Griff, mehr Weiß, mehr Ich filme jetzt bewusst cool.
DHL entdeckt das bargeldlose Zahlen an der Haustür
Und dann war da noch DHL. Ab Ende Juli 2026 sollen Zoll, Nachentgelt und bestimmte Zahlungen an der Haustür endlich bargeldlos möglich werden. Ja, wirklich. Im Jahr 2026. Karte oder Smartphone dranhalten, fertig. Bei Nachnahme bleibt es aus Sicherheitsgründen bei der Girocard, aber allein die Tatsache, dass man nicht mehr panisch nach passendem Bargeld kramen muss, ist ein kleiner Alltagsdurchbruch. Keine fliegenden Lieferdrohnen, keine KI-Roboter im gelben Overall, einfach nur kontaktlos zahlen. Manchmal reicht das schon für ein leises Welcome to 2026, Baby.
Und sonst?
Geely ist offiziell in Deutschland gestartet, Xiaomi hat einen autonomen YU7 GT über die Nordschleife geschickt, Anker und Jackery zeigten auf der Intersolar neue Ideen für Stromspeicher und Energielösungen, und irgendwo zwischen all dem flogen noch Trailer, Heimkino-News und Streaminglisten durch die Gegend. Kurz gesagt: Die Woche war voll. Nicht unbedingt sauber sortiert, aber genau deshalb auch ziemlich techkrams.
Nächste Woche geht es dann vermutlich wieder genauso weiter. Ein bisschen Gaming, ein bisschen Streaming, ein bisschen Technik, ein bisschen Warum macht ihr das eigentlich so und irgendwo dazwischen ein Gerät, das entweder die Zukunft retten oder zumindest für drei Tage den Schreibtisch vollstellen will.
Disclaimer: Titelbild mit ChatGPT erstellt
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