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„Xenoblade Chronicles 3“ im TEST – Grenzenloses Abschluss-Epos

Die Switch kommt an ihre Grenzen...

Existenzielles Anime-Theater vermengt mit starkem Rollenspiel-Gameplay rund um Riesenkampfroboter in einer wunderschön gestalteten Spielwelt, die sogar die Nintendo Switch technisch merklich an ihre Grenzen schreiten lässt. Mit „Xenoblades Chronicles 3“ zünden die Entwickler ein spielerisch imposantes Abschlussfeuerwerk – natürlich nicht ohne Riesenschwerter – aber dafür Empathie vom Hauptcharakter. Unser Test zum Xenoblades-Finale.

Die Geschichte um die „Xenoblades“-Reihe, ist eine sehr ausführliche. Genauso wie Genrekonkurrent „Final Fantasy“ begannen die Anfänge der von Tetsuya Takahashi und Soraya Saga erdachten Reihe rund um Riesenkampfroboter, welche sich von stylisch frisierten Jungspunden per Riesenschwert in spektakulären Gefechten gerne spalten lassen. Interessanterweise erhielt der Erstling von 2010 die Aufgabe die damals schwächelnde Nintendo Wii nochmal mit weitläufigen Welten an die Grenzen des technisch Machbaren zu bewegen sowie bloß fünf Jahre in leicht überarbeiteter Fassung Rollenspiel-Handhelds eine gewisse Mobilität auf dem Nintendo 3DS zu ermöglichen. Obwohl der erste Teil nur den Beginn der Saga darstellt, konnten nur wenig ansehnliche Spielwelten, bedingt durch den Wii-Unterbau eine grafische Brillanz wie die Fortsetzung erreichen. „Xenoblades Chronicles 2“ überraschte einerseits durch seine emotionale wie gut geschriebene Story sowie den grafischen Sprung durch diesen das Land Alrest auf den Körpern riesiger Lebewesen erst so richtig zur Geltung. Das Kampfsystem massiv aufgebohrt, die Spielwelt dank viel mehr Details lebendiger sowie eine tolle Geschichte. Ähnlich verhält es sich mit „Xenoblades Chronicles 3.

Anders als im direkten Vorgänger hört der Protagonist des neuen Teils nicht auf Rex sondern Noah. Im Gegensatz zu bisherigen Hauptfiguren besitzt Noah jedoch durchaus Zugriff auf seine Emotionen und zeigt auch mal offene Empathie. Besonders in den zahlreichen Zwischensequenzen lässt das erfahrene japanische Studio Monolith Soft genügend Ernst walten, sobald es um das Schicksal beziehungsweise Umgang mit anderen Figuren geht. Zu erkennen am erstaunlich harten Einstieg – im Tross mit dem raubeinigen Muskelberg Lanz und der bärbeißigen Scharfschützen-Heilerin Eunie sollen wir Gefallen bestatten. Doch die stille Bedächtigkeit durchbricht ein spektakulärer Kampf, der unsere Eskorte automatisiert, gegen wilde Roboter-Hasen und gegnerischen Soldaten. Nicht schlecht: Trotz so mancher Neuerung wie dem gestiegenen Kampftempo werden sich „Xenoblade“-Kenner sofort problemlos zurechtfinden. Wildes Daumenfeuer auf die Angriffstaste ist möglich, wird dem Kampfsystem nicht gerecht. Rollen. Ausweichen. Angriffsmuster erkennen und Ausnutzen. Jeder Feind hat Schwachstellen. Die KI unserer Begleiter arbeitet recht clever, da sie in problematischen Momenten flankiert sowie uns heilt. Organisch wurden mehrere Spezialangriffe ins Kampfgeschehen eingewoben, die wir jederzeit starten dürfen. Dennoch hält sich der Umfang in den frühen Spielstunden zurück, um eine Spannungsebene aufzubauen.

Euch fällt vielleicht auf, dass wir wenig über die Hauptstory geschrieben haben. Mit Absicht. Die Handlung von „Xenoblades Chronicles 3“ lebt von ihren verschiedenen Fäden, die eisenharte Fans der Reihe sowie Neulinge gleichermaßen mitreißen wird, weil sie anders als beispielsweise „Kingdom Hearts 3“ nicht nur absolute Cracks anspricht. Gerade ab Mitte wo unser Weg über Aionios führt, dessen Landmasse dem versteinerten Körper des Titanen Uraya ähnelt. In der rund 100 stündigen (übertreibe nicht) durchstreift Noah mit seinen Begleitern Wüstengebiete, eisige Höhlen oder oftmals saftig grüne Landschaften im besten Windows XP-Style. Leider gab es im Hinblick der Vorgänger weniger Rätseldungeons. Clevererweise baut man Nebenbeschäftigungen durch spontan aufgeschnappte Informationen von NPC’s am Rastlager ein und wirft sie nicht kommentarlos vor die Füße. Besonders die englischen Synchronstimmen machen einen besonders guten Job. Während ihr also euer Schwert als Surfbrett nutzt damit Riesendinorobotern fetzige Angriffe verteilt und ganz nebenbei glitzernde Energiefelder über die Mattscheibe fliegen – dann ist das sehenswert fordert aber eure Nintendo Switch deutlich heraus. Die Framerate nimmt solche bombastische Szenen nicht ohne Abbrüche hin, selbst Komplettabstürze erlebten wir in unserer Testsession zweimal im Dock-Betrieb. Im Handheld-Modus wird die grafische Schärfe auf 720p zurückgeschraubt und Clippingfehler passiert öfters.

Angebot
Xenoblade Chronicles 3 - [Nintendo Switch]
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Genre: Action
  • USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren

Unser Fazit zu „Xenoblade Chronicles 3“

Die vollmundigen Versprechungen seitens der Entwickler enttäuschten nicht. Das Geschehnisse rund um die sagenumwobene Welt der Titanen bzw. der Welten auf ihren Rücken könnten kaum besser für solch ein JRPG-Epos als Grundlage dienen wie „Xenoblade“. Die Figuren zwar Animé-chic, lassen emotionale Nähe in ernsten Momenten zu was die Tiefgründigkeit rund um Gott, Existenz sowie die Gefahren ihrer Welt nochmal verbessert. Lobend zu erwähhnen ist das nochmal aufgewertete Kampfsystem, was jedoch in Massenschlachten manchmal zu unübersichtlich agiert. Zumal das Wechseln der Spielgebieten leider zu unorganisch ist. Jedoch kommen Switch-Besitzer nicht um dieses Open World-Juwel herum.

Entwickler: Monolith Soft | Preis: 59,99 Euro | Für Nintendo Switch | USK: ab 12

Xenoblade Chronicles 3 (Nintendo Switch)

Spielspaß - 94%
Gameplay - 90%
Grafik - 84%
Technik - 81%

87%

Ausgezeichnet!

"Xenoblade Chronicles 3" ist in jeglicher Hinsicht ein grandioses Finale mit viel Emotionalität dessen spielerischer Umfang das Erlebnis abrundet.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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