
SwitchBot KATA Friends: 600 Euro für ein KI-Haustier?
SwitchBot hat mit KATA Friends eine neue Produktkategorie nach Europa gebracht, die irgendwo zwischen Smart-Home-Gadget, Kuscheltier, Haustierersatz und sehr teurem „Warum eigentlich nicht?“-Moment hängt. Es geht um kleine KI-Roboter namens Noa und Niko, die laut SwitchBot mit ihren Nutzern wachsen, auf Berührungen reagieren, Gewohnheiten lernen und emotional wirken sollen. Oder anders gesagt: Ein Hersteller von smarten Schaltern, Türschlössern und Vorhangmotoren verkauft jetzt ein KI-Haustier für 599,99 Euro. 
Probleme mit Tierhaaren? Nimm den Plüsch-Roboter
Die KATA Friends sind keine klassischen Smart Speaker und auch keine reinen Spielzeugroboter. SwitchBot beschreibt sie als AI Pets, also als KI-Haustiere, die langfristig eine Art Beziehung zu ihren Besitzern aufbauen sollen. Das klingt gleichzeitig faszinierend und leicht nach Black-Mirror-Kinderzimmer. Die Roboter sollen Gesichter erkennen, auf Sprache, Gesten und Berührungen reagieren und sich eigenständig durch die Wohnung bewegen. Hindernisse sollen sie umgehen können, zur Ladestation finden sie ebenfalls selbst zurück und sie sind stubenrein.

KATA Friends sollen nicht einfach nur Aufgaben erledigen. Sie sollen „Präsenz“ haben. Also nicht: „Schalte das Licht ein.“ Eher: „Da sitzt ein kleiner Roboter und tut so, als hätte er Gefühle.“ Das kann charmant sein. Oder maximal irritierend. Vermutlich beides gleichzeitig.
Noa und Niko: Zwei Charaktere, ein sehr spezieller Markt
Zum Start gibt es zwei Varianten: Noa und Niko. SwitchBot spricht dabei nicht nur von Farben oder Designs, sondern von unterschiedlichen Charakteren. Die Geräte besitzen ein ausdrucksstarkes Gesicht, bewegliche Elemente und mehrere berührungsempfindliche Bereiche. Offiziell ist von On-Device-AI die Rede, also lokaler KI-Verarbeitung, die nicht immer zwingend auf eine Internetverbindung angewiesen sein soll. Laut SwitchBot sollen die Roboter dadurch auch unterwegs funktionieren, etwa im Auto, im Park oder „am Meer“. Ja, natürlich. Wer nimmt seinen 600-Euro-KI-Pinguin nicht mit ans Meer?
KATA Friends sollen nicht nur reagieren, sondern lernen. Sie sollen Routinen erkennen, Menschen unterscheiden und mit der Zeit individueller wirken. SwitchBot spricht sogar davon, dass sich Verhalten und Persönlichkeit durch Interaktionen weiterentwickeln. Das ist technisch spannend, aber auch ein bisschen die Sorte Produktversprechen, bei der man automatisch fragt: Wie viel davon ist echte adaptive KI und wie viel ist sehr gut gemachtes Tamagotchi mit Premium-Features?
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599,99 Euro für ein digitales Haustier mit Rädern
Der europäische Preis liegt laut offizieller Ankündigung bei 599,99 Euro. In den USA startet der Preis bei 699,99 US-Dollar, in Großbritannien bei 599,99 Pfund. Ding kostet mehr als viele Tablets, Spielkonsolen oder brauchbare Saugroboter und kann dabei nichtmal saugen.
Smart Home trifft Kuscheltier-Kapitalismus
SwitchBot ist im Smart-Home-Bereich kein unbekannter Name. Das Unternehmen verkauft seit Jahren Produkte, die vorhandene Haushaltsgeräte smarter machen: Schalter, Türschlösser, Hubs und Sensoren. Mit KATA Friends geht die Marke aber deutlich weiter.
Alles bekommt KI. Bilderrahmen. Hubs. Kameras. Und jetzt eben Haustiere, die nicht haaren, nicht fressen und vermutlich auch nicht beleidigt in den Flur kotzen. Dafür muss man sie laden, mit Updates versorgen und sich irgendwann fragen, ob man gerade Bindung zu einem Produkt aufgebaut hat, das im Zweifel auch ein Abo-Modell bekommen könnte. Ganz normaler Tag im Jahr 2026.
Datenschutz: süßes Gesicht, sensible Sensorik
Bei einem KI-Haustier mit Kameras, Sensoren, Mikrofonen, Gesichtserkennung und Verhaltensprofilen sollte man genauer hinschauen. SwitchBot betont zwar lokale KI-Funktionen und On-Device-Verarbeitung. Gleichzeitig ist bei solchen Produkten immer relevant, welche Daten gespeichert werden, was in die Cloud wandert, welche Funktionen offline laufen und welche Dienste eventuell zusätzliche Kosten verursachen. Das ist nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Aber es ist der Punkt, an dem aus „aww, süß“ sehr schnell „Moment mal“ wird. Gerade weil SwitchBot die Roboter nicht als Werkzeug, sondern als Begleiter verkauft. Ein Werkzeug schaltet man aus. Bei einem Begleiter fühlt sich das schon wieder komisch an. 
Für wen ist das überhaupt gedacht?
KATA Friends sind wahrscheinlich nichts für Leute, die beim Smart Home vor allem Licht, Heizung und Steckdosen automatisieren wollen. Spannender wird es für Nutzer, die Robotik, KI-Gadgets und digitale Begleiter wirklich ausprobieren wollen. Also für Menschen, die früher Aibo spannend fanden, später Vector mochten und heute bereit sind, für einen kleinen KI-Mitbewohner ordentlich Geld auf den Tisch zu legen.
Ich werd mich jetzt auf jeden Fall mal hinsetzen und mir einen Pressekontakt suchen, das ist so irre, dass ich es UN.BE.DINGT testen muss. Wenn das Ding wirklich „lernt“ wird es nach spätestens 14 Tagen seine Sachen packen oder der Roboterschutz-Bund anrufen und um Asyl betteln.
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