Streaming & Film

Die ARTE-Mediathek ist nicht langweilig. Sie versteckt nur ihre Schätze

ARTE ist die kleine hässliche Schwester im TV. Nicht, weil der Sender schlecht wäre. Sondern weil viele bei ARTE immer noch an gedimmtes Licht, sehr ernste Dokus, französische Autorenfilme und Menschen denken, die in schwarzen Rollkragenpullovern über Stadtplanung in Osteuropa sprechen. Das ist halt ARTE. Aber dieser Blick auch brutal unvollständig.

Denn wer die ARTE-Mediathek nur als digitales Kulturregal für Bildungsbürger abstempelt, übersieht einen der besten kostenlosen Konzertbereiche im Netz. Besonders ARTE Concert ist längst mehr als Klassik, Oper und Jazz. Dort laufen Festivals, Rockshows, Punk, Hardcore, Death Metal, Power Metal und komplette Mitschnitte vom Hellfest oder Summer Breeze. Kostenlos. Werbefrei.

ARTE kann auch laut

Auf der Startseite beschreibt ARTE sein Angebot selbst als Ort für Dokus, Filme, Serien und Konzerte, die werbefrei gestreamt werden können. Das klingt erstmal brav. Nett. Sehr öffentlich-rechtlich. Aber unter der sauberen Oberfläche steckt ein Konzertarchiv, das erstaunlich hart sein kann. ARTE Concert bündelt Live-Mitschnitte und Replays aus Musik, Tanz, Oper, Festivals und Konzerten. Und ja, da steht wirklich Metal neben Hochkultur. Die Shows werden meist als vollständige Konzertmitschnitte angeboten, mit ordentlicher Bildregie, brauchbarem Sound und ohne diesen hektische Schnitte.

Hellfest im Wohnzimmer

Ein zentraler Anlaufpunkt ist das Hellfest. ARTE begleitet das Festival in Clisson regelmäßig und kündigt auch für 2026 wieder eine Übertragung vom 18. bis 21. Juni an. ARTE nennt das französische Festival selbst den „Tempel des Metal und Punkrocks“. In der Mediathek liegen Mitschnitte aus den vergangenen Ausgaben, darunter große Namen und herrlich unterschiedliche Spielarten von hart bis noch härter.

Ein offensichtliches Highlight ist Judas Priest vom Hellfest 2025. 76 Minuten Heavy-Metal-Geschichte, alte Schule, große Bühne, Pyrotechnik, Leder, Riffs und Rob Halford als lebender Beweis, dass manche Stimmen einfach nicht in Rente gehen wollen. Wer immer noch glaubt, ARTE sei zu trocken, sollte genau da anfangen.

Spannend ist auch The Hu. Mongolischer Metal auf der Hellfest-Main-Stage. Man landet bei einer Band, die man vielleicht nicht aktiv gesucht hätte, bleibt aber hängen, weil die Mischung aus traditionellen Instrumenten, Kehlkopfgesang und Metal einfach sitzt.

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Dazu kommen Auftritte wie Rise of the Northstar, bei denen Crossover, Urban Metal und Manga-Ästhetik aufeinanderkrachen. Oder Epica, die ihren symphonischen Metal beim Hellfest 2025 mit der bekannten Mischung aus großer Geste, Bombast und Bühnenkontrolle abliefern.

Summer Breeze: härter als das ARTE-Klischee

Noch besser wird es beim Summer Breeze. ARTE beschreibt das Festival als Treffpunkt von rund 45.000 Fans aus der Metal-Szene und nennt als musikalische Schwerpunkte Death Metal, Hardcore Punk, Metalcore und Thrash Metal.

In der Mediathek finden sich dort starke Mitschnitte von Blind Guardian, Destruction, Suffocation, Obituary, The Halo Effect, Beast In Black, In Extremo, Gaerea und vielen weiteren. Allein diese Bandbreite ist bemerkenswert. Power Metal, Thrash, Death Metal, Melodic Death, Mittelalter-Rock, Black Metal, Metalcore.

Blind Guardian ist dabei natürlich ein dankbarer Einstieg. Wer bei „The Bard’s Song“ nicht zumindest kurz sentimental wird, ist innerlich wohl schon tot.

Für die härtere Fraktion sind Suffocation und Obituary die deutlich weniger kuscheligen Empfehlungen. Suffocation liefert technischen Death Metal mit Präzision und brutaler Intensität, Obituary steht für klassischen Death Metal mit roher Power.

Metalcore, Death Metal, Power Metal: ARTE sortiert erstaunlich brauchbar

Was ARTE Concert angenehm macht: Die Plattform versteckt Metal nicht nur in Festival-Sammlungen. Es gibt eigene Genre-Bereiche, etwa für Metalcore, Death Metal und Power Metal. Viele Mediatheken behandeln Musik wie einen Restposten. ARTE macht daraus ein Archiv. Und ja, ausgerechnet beim öffentlich-rechtlichen Kultursender findet man sich bei Metal-Shows teilweise schneller zurecht als bei manchen kommerziellen Streamingdiensten.

Im Metalcore-Bereich nennt ARTE unter anderem Rise of the Northstar, Fit For A King und Landmvrks. Dazu kommt Imminence vom Hellfest 2025, bei denen Metalcore und Violine ziemlich wirkungsvoll ineinandergreifen.

Der Death-Metal-Bereich geht direkter zur Sache. Suffocation, Obituary und Rivers of Nihil ssind ebenfalls doet zu finden.

Power Metal wiederum bekommt bei ARTE die volle Fantasy-und-Melodie-Schublade. Blind Guardian, Beast In Black, Wind Rose, Dominum, Induction und Epica zeigen, dass es hier nicht nur um Härte geht, sondern um große Refrains, Pathos und diesen leicht absurden, aber herrlichen Willen, aus jedem Song gleich eine Schlacht um ein Königreich zu machen.

Highlights für den Einstieg

Wer direkt loslegen will, sollte zuerst bei Judas Priest vom Hellfest 2025 einsteigen. Das ist klassischer Heavy Metal mit Legendenstatus und genug Bühnenwucht für einen ganzen Abend. Danach bietet sich The Hu an, weil der Auftritt zeigt, wie weit Metal klingen kann, ohne seine Energie zu verlieren. Blind Guardian vom Summer Breeze 2025 ist Pflicht für alle, die Power Metal, Fantasy und große Refrains mögen. Wer es brutaler braucht, landet bei Suffocation oder Obituary. Für modernen Metalcore sind Imminence, Fit For A King oder Rise of the Northstar gute Kandidaten.

Nicht nur Metal, auch Grunge, DJs & Co

Und dann liegt da auch noch Nirvana in der ARTE-Mediathek. Nicht irgendein Restposten, sondern Live at the Paramount, aufgezeichnet am 31. Oktober 1991 im Paramount Theatre in Seattle.

Und ja, das läuft alles bei ARTE. Schön, wenn ein Klischee mal ordentlich aufs Maul bekommt.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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