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Xbox Games Showcase 2026: Microsoft packt heute einmal den ganzen Schrank aus

Microsoft hat beim Xbox Games Showcase 2026 ziemlich deutlich gemacht, dass man dieses Jahr nicht mit angezogener Handbremse auf die Bühne wollte. Statt ein paar höflich aneinandergereihten Trailern gab es eine vollgestopfte Show mit alten Marken, neuen Projekten, großen Fortsetzungen, Updates, Remakes und natürlich einer ordentlichen Portion Nostalgie.

Im Mittelpunkt stand erwartungsgemäß Gears of War: E-Day. Das Prequel führte noch einmal zurück an den Anfang des Locust-Krieges und zeigte Marcus Fenix und Dom Santiago am Tag, an dem aus einem ohnehin kaputten Planeten endgültig ein Schlachtfeld wurde. Der neue Blick auf E-Day machte klar, dass The Coalition nicht nur auf Fanservice setzt. Das Spiel wirkte dreckiger, schwerer und näher am Horror des ersten Gears of War. Genau da gehört die Reihe auch hin. Nicht in die sterile Superhelden-Ecke, sondern zurück in den Staub, wo jeder Schritt klingt, als würde gleich der Boden aufreißen.

Fable und Halo liefern die großen Xbox-Momente

Auch Fable bekam endlich wieder Raum. Der neue Trailer setzte auf britischen Humor, schräge Figuren und diese Mischung aus Märchenwelt und trockenem Wahnsinn, die die Reihe immer ausgemacht hat. Playground Games zeigte damit weiter, dass das neue Fable kein düsterer Fantasy-Klotz werden soll, sondern ein Rollenspiel mit eigener Stimme. Gut so. Von generischen Mittelalterwelten haben wir inzwischen genug gesehen, um damit ein ganzes Königreich zu pflastern.

Mit Halo: Campaign Evolved zog Microsoft dann den ganz großen Nostalgie-Hebel. Die Kampagne des ersten Halo wird neu aufgelegt, technisch überarbeitet und für moderne Systeme fit gemacht. Das ist natürlich ein riskanter Move, weil Halo: Combat Evolved für viele Xbox-Fans fast heilig ist. Aber der gezeigte Ausschnitt traf genau den Punkt: vertraut genug, um alte Reflexe zu wecken, modern genug, um nicht wie ein Museumsstück mit frischer Farbe zu wirken.

State of Decay 3, Sea of Thieves und Fallout 76

State of Decay 3 zeigte sich ebenfalls wieder. Und ja, es wurde auch Zeit. Der neue Trailer legte den Fokus stärker auf Atmosphäre, Überlebensdruck und die Dynamik innerhalb der Gruppe. Das bleibt der spannendste Teil der Reihe: Nicht nur Zombies sind das Problem, sondern Menschen, Ressourcen, schlechte Entscheidungen und dieser eine Typ in der Basis, der garantiert wieder alles verbockt.

Bei Sea of Thieves – Custom Seas ging es um mehr Kontrolle über eigene Abenteuer. Spieler können künftig stärker bestimmen, wie ihre Sessions aussehen, welche Regeln gelten und wie viel Chaos sie zulassen wollen. Für ein Spiel, das seit Jahren von spontanen Geschichten lebt, ist das eine ziemlich sinnvolle Erweiterung. Wer Piratenwahnsinn will, bekommt ihn. Wer lieber mit der eigenen Crew herumblödelt, ohne direkt von Fremden versenkt zu werden, dürfte ebenfalls glücklich werden.

Fallout 76: Infestation brachte neuen verseuchten Nachschub für Appalachia. Das Update setzt auf neue Bedrohungen, neue Aktivitäten und mehr Gründe, wieder in Bethesdas Online-Ödland einzutauchen. Fallout 76 ist längst nicht mehr der radioaktive Unfall von damals, sondern ein Spiel, das sich hartnäckig freigebuddelt hat. Infestation sieht nach genau der Sorte Content aus, mit der Bethesda die Community weiter beschäftigt.

Doom, Metro und die dunkle Seite der Show

Doom: The Dark Ages – Revelations machte genau das, was Doom machen muss: Es sah brutal, schnell und komplett überdreht aus. Noch mehr Dämonen, noch mehr mittelalterlicher Metall-Wahnsinn, noch mehr Werkzeuge für Menschen, die Probleme grundsätzlich mit Gewalt und sehr lauter Musik lösen. Subtil ist anders. Aber Doom war auch nie die Reihe für leise Zwischentöne bei Kerzenschein.

Deutlich düsterer wurde es bei Metro 2039. Der neue Teil setzt wieder auf beklemmende Endzeit, Tunnel, Ruinen und diese Mischung aus Survival, Horror und politischem Dreck, die Metro so stark macht. Der gezeigte Ausschnitt wirkte langsamer als viele andere Trailer der Show, aber genau das passte. Metro muss nicht schreien. Metro muss dir kalt in den Nacken atmen.

Mit Bad Magpie tauchte außerdem eines dieser kleineren Projekte auf, bei denen man erst nach dem Trailer merkt, dass man aufmerksam geworden ist. Der Titel wirkte eigenwillig, stilistisch auffällig und angenehm anders zwischen den großen Markenbrocken. Genau solche Spiele braucht eine Show, damit sie nicht nur aus Fortsetzungen und Markenpflege besteht.

Persona, Wo Long 2 und japanische Rollenspiel-Power

Atlus war gleich doppelt vertreten. Persona 4 Revival brachte den beliebten vierten Teil zurück und dürfte direkt viele Fans erwischt haben, die mit Inaba, Mordfällen und Schulalltag mehr Erinnerungen verbinden, als ihnen lieb ist. Das Revival sah nach einer behutsamen Modernisierung aus, ohne den Kern komplett glattzubügeln.

Noch größer war natürlich Persona 6. Der neue Hauptteil der Reihe war einer der stärksten Momente der Show. Persona bleibt Persona: stilvoll, laut, seltsam, emotional und wahrscheinlich wieder gefährlich gut darin, einem 120 Stunden Lebenszeit aus der Tasche zu ziehen, ohne sich dafür zu entschuldigen. Dass Microsoft dem Spiel so viel Raum gab, zeigt auch, wie wichtig japanische Rollenspiele inzwischen für Xbox geworden sind.

Mit Wo Long 2 – Wings of Amber gab es außerdem Nachschub für alle, die ihre Action-Rollenspiele gern fordernd, schnell und ein bisschen gemein mögen. Der Trailer setzte auf wuchtige Kämpfe, mystische Bilder und neue Gegner. Team Ninja weiß, wie man Spieler elegant verprügelt. Offenbar bleibt es dabei.

Senua, Valor Mortis und seltsame neue Welten

Senua bekam ebenfalls einen neuen Auftritt. Der gezeigte Ausschnitt blieb intensiv, bildgewaltig und unangenehm nah an der Figur. Genau das ist die Stärke dieser Reihe: Sie will nicht einfach nur beeindrucken, sondern drücken. Auf Brust, Kopf und Nerven. Kein Spiel für nebenbei, sondern eher eines, nach dem man kurz die Fenster öffnen möchte.

Valor Mortis schlug in eine andere Kerbe. Der Trailer wirkte düster, historisch aufgeladen und brutal. Noch ist nicht alles greifbar, aber die Mischung aus schwerer Atmosphäre, Nahkampf und Tod in ziemlich vielen Geschmacksrichtungen blieb hängen. Kein Gute-Laune-Spiel. Muss es auch nicht sein.

Vivarium setzte dagegen stärker niedlich. Der Titel fiel nicht durch Bombast auf, sondern durch Stimmung.

Strategie, Fantasy und neue Abenteuer

Age of Empires IV – Raiders of the North brachte neuen Strategie-Nachschub. Der Fokus auf nordische Angreifer passt natürlich hervorragend zur Reihe. Mehr Kampagnen, neue Szenarien und frische Einheiten dürften vor allem die Spieler freuen, die ohnehin nie ganz von Age of Empires loskommen. Man baut nur kurz ein Dorf, sagt man sich. Drei Stunden später ist halb Europa verwüstet.

Minecraft Dungeons II wurde ebenfalls vorgestellt und setzt die Action-RPG-Schiene im Minecraft-Universum fort. Mehr Beute, mehr Gegner, mehr Koop-Chaos. Der erste Teil war simpel, aber effektiv. Der Nachfolger sieht so aus, als wolle er genau diese Formel größer und runder machen, ohne den Einstieg unnötig kompliziert zu machen.

Mit Magicians – The Devils Deal zeigte Microsoft außerdem ein neues Fantasy-Projekt, das mit Magie, düsteren Abmachungen und einer ziemlich ungesunden Portion Machtfantasie spielte. Der Trailer deutete an, dass hier nicht jeder Zauber ohne Preis kommt. Schön. Magie darf ruhig wieder gefährlich wirken und nicht nur wie ein bunter Staubsaugerstrahl aus der Hand.

Updates für bestehende Welten

The Elder Scrolls Online bekam ebenfalls neuen Content. Bethesda hält das Online-Rollenspiel weiter am Laufen und liefert neue Inhalte für eine Community, die offenbar immer noch nicht genug von Tamriel bekommt. Neue Gebiete, neue Aufgaben, neue Gründe, das Inventar wieder komplett zuzumüllen. Alles wie immer, aber eben genau deshalb erfolgreich.

Auch Microsoft Flight Simulator Update 22 – National Parks wurde gezeigt. Das Update bringt Nationalparks stärker ins Spiel und macht den Simulator wieder ein Stück mehr zu diesem absurden Digital-Reisebüro für Menschen, die sehr gern sehr langsam über sehr schöne Landschaften fliegen. Kein Krach, keine Dämonen, keine Zombies. Einfach nur fliegen und kurz so tun, als wäre die Welt in Ordnung.

Where Winds Meet – Hidden Mountain brachte neue Inhalte für das chinesisch inspirierte Open-World-Abenteuer. Der gezeigte Abschnitt setzte auf Berglandschaften, Martial-Arts-Kämpfe und diese Mischung aus Eleganz und völlig übertriebener Körperbeherrschung, bei der normale Menschen sich schon beim Zuschauen den Rücken verrenken.

Castlevania, Spyro und der Nostalgie-Block

Castlevania – Belmont’s Curse war einer der angenehmsten Überraschungsmomente. Ein neuer Belmont-Titel bringt genau die Art Gothic-Action zurück, die viele Fans seit Jahren vermissen. Peitsche, Monster, Schloss, Flüche, Drama. Wenn Konami das richtig anfasst, könnte daraus mehr werden als nur Nostalgie mit Vampirzähnen.

Spyro – A Realm Beyond sorgte dagegen für den farbenfrohen Gegenpol. Nach all dem Blut, Staub und Weltuntergang tat ein neuer Spyro-Auftritt fast schon therapeutisch gut. Bunte Welten, Sammelkram, Drachencharme und Plattforming ohne Dauerkrise. Manchmal reicht eben ein kleiner lila Drache, um eine Show kurz heller zu machen.

Crazy Taxi – World Tour drehte die Lautstärke wieder hoch. Der neue Ableger setzt auf Arcade-Chaos, Tempo und offenbar weltweite Schauplätze. Wichtig wird hier nur eine Sache: Crazy Taxi darf nicht zu sauber werden. Dieses Spiel muss schreien, hupen, springen und sich anfühlen, als hätte jemand einen Stadtplan mit Energy-Drink übergossen.

Xbox feiert 25 Jahre

Zum Jubiläum zeigte Microsoft außerdem die Xbox 25 Years Edition samt passendem Controller. Das Design setzt klar auf Sammler, Nostalgiker und alle, die behaupten, sie hätten schon genug Controller. Natürlich haben sie das nicht. Niemand hat genug Controller. Man hat nur zu wenig Ausreden.

Die Sonderedition war ein netter Hardware-Moment in einer Show, die sonst klar auf Spiele setzte. Genau richtig dosiert. Nicht zu lang, nicht zu peinlich, einfach einmal kurz die eigene Geschichte polieren und weiter im Trailer-Gewitter.

Clockwork Revolution als starker Abschluss

Zum Ende setzte Microsoft noch einmal auf Clockwork Revolution. Das Steampunk-Rollenspiel von inXile zeigte mehr von seiner Welt, seinen Zeitreise-Ideen und dem viktorianischen Maschinenwahnsinn. Der Trailer machte deutlich, dass hier mehr drinstecken könnte als nur hübsche Zahnräder und große Hüte. Wenn das Spiel seine Mechaniken sauber zusammenbekommt, könnte Clockwork Revolution einer der spannendsten Xbox-Titel der nächsten Jahre werden.

Unterm Strich war der Xbox Games Showcase 2026 eine ziemlich volle Ansage. Nicht jeder Titel wird am Ende gleich wichtig sein, nicht jeder Trailer hat sofort alles erklärt, aber Microsoft hat geliefert: große Namen, neue Marken, Updates, Nostalgie und genug Material für volle Wunschlisten.

Die eigentliche Frage bleibt nur: Wer soll das alles spielen, ohne seinen Kalender zu kündigen?

Alle gezeigten Spiele und Inhalte

  • Gears of War: E-Day
  • Fable
  • Halo: Campaign Evolved
  • Resonanze – Plague Tale
  • Persona 4 Revival
  • State of Decay 3
  • Sea of Thieves – Custom Seas
  • Metro 2039
  • Bad Magpie
  • WoLong 2 – Wings of Amber
  • Jo1n us
  • Senua
  • Fallout 76: Infestation
  • Doom: The Dark Ages – Revelations
  • Crazy Taxi – World Tour
  • Xbox 25 Years Edition + Controller
  • Age of Empires IV – Raiders of the North
  • Minecraft Dungeons II
  • Magicians – The Devils Deal
  • Valor Mortis
  • The Elder Scrolls Online
  • Microsoft Flight Simulator Update 22 – National Parks
  • Where Winds Meet – Hidden Mountain
  • Castlevania – Belmont’s Curse
  • Vivarium
  • Persona 6
  • Spyro – A Realm Beyond
  • Clockwork Revolution
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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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