Elektromobilität

BYD Flash Charger: 1.500-kW-Lader in Deutschland gezeigt

BYD bringt seine Flash-Charger nach Europa und hat erstmals auch in Deutschland eine Anlage mit bis zu 1.500 kW Ladeleistung gezeigt. Der Standort lag im Allgäu nahe der Iselerbahn. Es handelt sich dabei wohl nicht um einen öffentlichen Ladepunkt, sondern um einen Aufbau im Rahmen einer Veranstaltung. BYD will beim Schnellladen nicht länger nur über Autos reden, sondern gleich die passende Infrastruktur mitliefern.

Laden fast wie Tanken

Die technischen Daten lesen sich erstmal wie ein Zahlendreher. 1.500 kW, also 1,5 Megawatt, sind für einen Pkw-Lader eine Ansage BYD setzt dafür auf eine Hochvolt-Architektur, wassergekühlte Kabel und die neue Generation der eigenen Blade Battery. Kompatible Fahrzeuge sollen unter idealen Bedingungen in rund fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden können. Für den Sprung von 10 auf 97 Prozent stehen etwa neun Minuten im Raum. Damit rückt BYD ziemlich nah an das alte Verbrennerargument heran: „Tanken geht aber schneller.“ Ja, ging es.

Noch kann das kaum ein Auto nutzen

Der große Haken: Die meisten E-Autos in Deutschland können diese Ladeleistung gar nicht aufnehmen. Viele aktuelle Modelle liegen deutlich darunter, oft bei 150 bis 350 kW. Selbst sehr moderne 800-Volt-Fahrzeuge reizen 1.500 kW nicht aus.

Spannend wird die Technik deshalb zunächst vor allem für Fahrzeuge aus dem BYD-Universum, besonders für die Premium-Marke Denza. Modelle wie der Denza Z9 GT sind auf diese Ladeleistungen ausgelegt und sollen zeigen, was mit der neuen Batteriegeneration möglich ist. Für alle anderen bleibt der Flash Charger vorerst eher Zukunftsmusik.

BYD will ein eigenes Ladenetz aufbauen

BYD plant für Europa ein großes Netz eigener Flash-Charging-Standorte. Damit geht der Hersteller einen Weg, den Tesla mit seinen Superchargern schon lange sehr erfolgreich vorgemacht hat. Wer nicht nur das Auto, sondern auch das Laden kontrolliert, kontrolliert einen wichtigen Teil des Nutzungserlebnisses.

Genau hier wird es interessant. BYD verkauft nicht einfach nur E-Autos nach Europa, sondern baut Stück für Stück ein eigenes Ökosystem auf. Autos, Batterien, Ladehardware, Software, Preise. Alles aus einer Hand. Für etablierte Ladeanbieter dürfte das eher unangenehm werden. BYD kommt mit 1,5 Megawatt und fragt, wo die nächste freie Steckdose ist.

Der Preis könnte zum eigentlichen Angriff werden

Neben der Ladeleistung ist auch der mögliche Strompreis spannend. BYD zielt offenbar auf vergleichsweise günstige kWh-Preise beim Schnellladen. Sollte das in Europa tatsächlich so umgesetzt werden, würde der Angriff nicht nur über Technik laufen, sondern auch über den Geldbeutel.

1.500 kW sind nicht für jeden nötig

Braucht man 1.500 kW im Alltag? Nein. Natürlich nicht. Die meisten Menschen fahren keine 800 Kilometer am Stück, laden zu Hause, beim Einkaufen, bei der Arbeit oder während einer Pause. Für viele reicht schon heute die vorhandene Schnellladeleistung völlig aus.

Aber beim E-Auto geht es oft die Angst, irgendwo zu stehen und zu warten. Wenn Laden plötzlich nur noch wenige Minuten dauert, fällt eines der letzten großen Gegenargumente gegen E-Autos in sich zusammen.

BYD setzt Europa unter Strom

Mit dem Flash Charger zeigt BYD, wie ernst der Hersteller den europäischen Markt nimmt. Die Autos werden günstiger, die Modellpalette wächst, Denza bringt Premiumdruck, und jetzt kommt auch noch die passende Ladeinfrastruktur dazu. Das ist nicht mehr nur ein weiterer Anbieter aus China. Das ist ein Konzern, der den kompletten E-Auto-Alltag besetzen will. Ob 1.500 kW am Ende wirklich flächendeckend nötig sind, kann man diskutieren. Dass BYD damit Aufmerksamkeit bekommt, steht außer Frage.

Info zu Partnerlinks

In diesem Artikel können Partnerlinks enthalten sein. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Keine Werbung?

Klar, Werbung nervt manchmal. Das verstehen wir.

Trotzdem sorgt genau diese Werbung dafür, dass Seiten wie techkrams.de überhaupt existieren können. Hosting, Technik, Zeit, Tests, Recherche und Kaffee fallen leider nicht vom Himmel. Werbung ist dabei eine der wenigen Möglichkeiten, den Betrieb kostenlos für euch am Laufen zu halten.

Es ist also völlig okay, einen Werbeblocker zu nutzen. Wenn ihr techkrams.de aber mögt und unsere Arbeit unterstützen wollt, wäre es verdammt nett, wenn ihr den Werbeblocker für unsere Seite deaktiviert.

Kostet euch nichts. Hilft uns aber sehr.