
TL;DR Wochenrückblick: Billiger laden, keine PlayStation-Discs und BlackBerry-Vibes im Hochsommer
Diese Woche hatte ein bisschen was von Sommerschlussverkauf auf Speed. An Ladesäulen gingen plötzlich Preise nach unten, xTool wollte gleich ein ganzes Kreativstudio auf den Schreibtisch stellen und Sony setzte schon mal den Grabstein für PlayStation-Discs. Dazu zeigte Clicks ein Handy, das aussieht, als hätte ein BlackBerry einen sehr modernen zweiten Frühling, Fox McCloud durfte wieder durchs All ballern und KI-Brillen schoben sich direkt vor die Nase. Willkommen im Wochenrückblick. Bitte anschnallen, es tropft schon wieder Technik aus allen Ecken.
Laden wird günstiger. Also manchmal. Vielleicht. Mit App. Natürlich.
Fangen wir mit der guten Nachricht an: Beim öffentlichen Laden bewegt sich endlich mal etwas nach unten. Kaufland, Aral pulse und MAINGAU haben diese Woche an ihren Preisen beziehungsweise Tarifstrukturen geschraubt. Das klingt erst einmal nach Strom für alle und Frieden auf dem Supermarktparkplatz. In Wahrheit bleibt es natürlich Elektromobilität, also App öffnen, Tarif suchen, Bedingungen lesen, kurz fluchen und dann hoffentlich günstiger laden.
Kaufland macht es dabei am klarsten. Bis 8. Juli 2026 halbiert der Händler die Ladepreise für Nutzer mit Kaufland App, Kaufland Card XTRA und Kaufland Pay. AC-Laden kostet dann 14,5 Cent pro kWh, DC-Laden 22 Cent pro kWh und HPC-Laden ab 150 kW 23,5 Cent pro kWh. Das ist nicht nur günstig, das ist fast schon verdächtig günstig. Also schnell einkaufen, Auto anstöpseln und hoffen, dass nicht schon alle anderen dieselbe Idee hatten.
Aral pulse senkt im Klassik-Tarif ebenfalls die Preise. AC kostet dort jetzt 0,47 Euro pro kWh, DC bis 50 kW 0,52 Euro pro kWh und DC über 50 kW 0,62 Euro pro kWh. Die Senkung liegt bei sieben Cent pro Kilowattstunde. Kein Feuerwerk, aber bei größeren Ladevorgängen immerhin spürbar. MAINGAU macht es komplizierter und führt beim AC-Laden drei Preisstufen ein: Niedrigpreis, Standardpreis und Hochpreis. Wer an der richtigen Säule lädt, kann profitieren. Wer blind einsteckt, bekommt eventuell wieder die Preiskeule in den Ladeport gerammt. Kurz gesagt: Der Markt wird günstiger, aber nicht einfacher. Wäre ja auch zu schön gewesen.
xTool O1 Omni Printer: Der Drucker für alles, was nicht wegrennt
xTool hat mit dem O1 Omni Printer eine Maschine vorgestellt, die nicht einfach nur drucken will. Sie will Holz, Glas, Metall, Stoff, Sticker, Transfers, Becher und vermutlich irgendwann auch den Küchentisch personalisieren. Der O1 Omni kombiniert UV-Druck, DTG, DTF und UV-DTF in einem Desktop-System. Das ist kein Basteldrucker für mal eben ein lustiges Stickerchen, sondern eher ein kleines Produktionsstudio für Maker, Designer, Etsy-Shops und Menschen, die beim Wort Personalisierung leuchtende Augen und nervöse Kreditkarten bekommen.
Der Vorverkauf startet bei 1.549 Euro, je nach Ausstattung geht es bis 2.549 Euro hoch. Dafür gibt es zwei Druckkopf-Konfigurationen, Pixel-Scan, automatische Höhenmessung, 3D-Relief-Effekte, Rotationszubehör und ein Wartungssystem, das weiße Tinte nicht sofort in beleidigten Pudding verwandeln soll. Genau daran entscheidet sich am Ende, ob der O1 Omni wirklich ein Traumgerät wird oder nur ein sehr hübscher Albtraum mit Tintenrechnung. Spannend ist das Ding aber ohne Frage.
PlayStation wird digital-only: Die Disc bekommt den Abspann
Sony zieht offenbar den nächsten großen Schlussstrich. Ab 2028 sollen neue PlayStation-Spiele nicht mehr auf physischen Discs produziert werden. Damit wird aus dem Regalspiel langsam endgültig ein Download mit hübschem Coverbild im Store. Für Sammler, Gebrauchtkäufer und alle Menschen, die gerne etwas in der Hand haben, ist das ein ziemlich harter Schnitt. Für Sony ist es vermutlich einfach nur die logische Fortsetzung einer Entwicklung, die längst läuft.
Spätestens mit der PS5 Pro ohne fest verbautes Laufwerk war klar, wohin die Reise geht. Digitale Käufe lassen sich besser kontrollieren, schlechter weiterverkaufen und sauberer an Accounts binden. Aus Sicht der Plattformbetreiber ist das natürlich traumhaft. Aus Sicht der Spielerinnen und Spieler ist es eher so ein Moment, in dem man seine alte Spielesammlung anschaut und leise fragt, wann eigentlich genau der Spaß durch die AGB ersetzt wurde.
Ganz bitter wird es für alle, die Spiele gerne gebraucht kaufen, verleihen oder später noch einmal aus dem Schrank ziehen. Digital-only heißt eben auch: Wer den Store kontrolliert, kontrolliert den Zugang. Und wenn Preise, Lizenzen oder Verfügbarkeit irgendwann nicht mehr passen, liegt die Disc nicht mehr als letzte Rettung im Regal. Kurz gesagt: Die Zukunft ist bequem, aber sie gehört uns ein Stück weniger.
iPhone 17e im Alltag: Apples Einstieg macht nicht auf billig
Das iPhone 17e musste im Daily Drive zeigen, ob Apples günstigerer Hardware-Einstieg wirklich taugt. Die Antwort fällt ziemlich deutlich aus: Das Gerät ist kein trauriger Resteverwerter, sondern ein sehr solides Alltags-iPhone. Es ersetzt das iPhone 16e zum gleichen Einstiegspreis von 699 Euro, bleibt beim vertrauten 6,1-Zoll-Format und setzt auf robuste Verarbeitung, Ceramic Shield 2, IP68-Schutz und starke Akkulaufzeit.
Natürlich bleibt das Display bei 60 Hz, und wer Pro-Spielzeug erwartet, ist hier falsch. Aber genau das ist der Punkt. Das iPhone 17e will nicht glänzen wie ein Pro-Modell mit Goldkante, sondern funktionieren. Wecken, mailen, telefonieren, Termine verwalten, abends wieder auf den Nachttisch. Nicht sexy, aber verdammt nah an dem, was die meisten wirklich brauchen. Und manchmal ist genau das die bessere Nummer.
Clicks Communicator: BlackBerry ist tot, lang lebe der Tastaturklotz
Clicks hat diese Woche ein neues First-Look-Video zum Clicks Communicator veröffentlicht. Und ja, das Ding sieht so aus, als hätte jemand ein BlackBerry aus der Schublade gezogen, ihm Android eingetrichtert und gesagt: Jetzt geh da raus und mach die Touchscreen-Welt nervös. Der Communicator ist kein normales Smartphone, sondern ein sehr bewusstes Gegenstück zum endlosen Wischen, Scrollen und Doomscrolling.
Technisch ist das Gerät deutlich moderner, als der Retro-Look vermuten lässt. Es gibt ein 4,03 Zoll großes AMOLED-Display, eine physische Tastatur, Android 16, einen MediaTek Dimensity 8300, eine 50-MP-Hauptkamera mit OIS, eine 24-MP-Frontkamera, Dual-SIM mit nanoSIM und eSIM, Qi2-Laden, USB-C, austauschbare Rückseiten und sogar einen Fingerabdrucksensor in der Leertaste. Allein dieser Satz klingt wie ein sehr spezieller Traum für Menschen, die früher E-Mails auf dem BlackBerry schneller getippt haben als andere heute Sprachmemos verschicken.
Besonders spannend: Der Clicks Communicator soll auch mit QWERTZ-Tastatur kommen. Damit wird aus dem nostalgischen Spielzeug plötzlich ein Gerät, das für deutsche Vielschreiber wirklich interessant sein könnte. Klar, es bleibt ein Nischenprodukt. Aber wenigstens mal eine Nische mit Tasten, Charakter und einem ganz leichten Geruch nach Business-Class 2008. Und ganz ehrlich: In einer Welt voller identischer Glasplatten darf so ein kleiner kantiger Sonderling gerne wieder frech auf den Tisch gelegt werden.
Star Fox hebt wieder ab
Fox McCloud ist zurück. Und diesmal fühlt es sich nicht nur nach Nostalgiepflege mit frischer Tapete an. Star Fox für Switch 2 nimmt das Grundgerüst des Klassikers, lässt Andross wieder das Lylat-System bedrohen und baut daraus ein Remake mit Tempo, Charme und deutlich modernerer Präsentation. Velan Studios hat Star Fox 64 nicht einfach kopiert, sondern sichtbar neu aufgezogen.
Die Missionen bleiben kurz, dicht und arcade-lastig. Der Arwing ist weiterhin das Herzstück, alternative Routen locken, Trefferzahlen zählen, Teamkollegen brauchen Hilfe und natürlich wird irgendwann wieder sehr ernsthaft über Barrel Rolls gesprochen. Besonders stark wirkt die neue Inszenierung: mehr Zwischensequenzen, mehr Stimme, mehr Haltung, ohne den alten Samstagmorgen-Cartooncharme komplett über Bord zu werfen. Genau so darf ein Klassiker zurückkommen: nicht entweiht, aber auch nicht einbalsamiert.
Gaming-Woche: Attack on Titan, Mario Kart, PS Plus und Cloud-Futter
Auch sonst war Gaming diese Woche gut beschäftigt. Attack on Titan 3 zeigte erstes Gameplay und will die komplette Geschichte von Anfang bis Ende spielbar machen. Das Spiel erscheint im Winter 2026/2027 für PlayStation 5, Nintendo Switch 2, Xbox Series X|S und PC. Mit schnellerem ODM-Gear, eigenen Charakteren, neuen Titanen-Angriffen, Basenbau und Missionen außerhalb der Mauern klingt das nach mehr als nur noch einmal Nacken schneiden mit Anime-Pathos.
Nintendo hat außerdem Mario Kart World auf Version 1.7.0 gehoben. Neu sind Drill Rally und Boomerang Rally für Knockout Tour, Sticker im Fotomodus, Balance-Anpassungen und jede Menge Bugfixes. Kein riesiger Content-Hammer, aber genau diese Sorte Update, die das Spiel hintenrum besser macht.
PlayStation Plus bringt ab 7. Juli 2026 Call of Duty: Modern Warfare III, For the King II und CrossCode in die monatliche Auswahl. Amazon Luna liefert im Juli 12 PC-Spiele für Prime-Mitglieder, während GeForce NOW ebenfalls 12 neue Titel in die Cloud schiebt. Anders gesagt: Wer bei der Hitze nicht den Gaming-PC als Zusatzheizung betreiben will, hat genug Ausreden, aus der Cloud zu zocken.
Insta360 Luna Ultra: 8K-Gimbal mit Leica-Flirt
Insta360 hat mit der Luna Ultra eine neue Gimbal-Kamera vorgestellt, die ziemlich klar in Richtung Creator, Reisevideo, Produktshots und mobile Produktion zielt. Gemeinsam mit Leica entwickelt, kommt die Kamera mit 1-Zoll-Sensor, 8K bei 30 fps, 10-Bit-I-Log, Dolby Vision, Leica-Farbprofilen, Teleobjektiv, bis zu 12-fachem Zoom und abnehmbarem OLED-Display.
Das klingt nach einer Kamera, die nicht nur stabilisieren, sondern auch wirklich Bildqualität liefern will. Spannend ist vor allem das Teleobjektiv, weil viele kompakte Gimbal-Kameras zwar Bewegung gut können, bei Details, Portraits oder weiter entfernten Motiven aber schnell dünn werden. Dazu kommen KI-Tracking, PureVideo für Low-Light, vier Stunden Akkulaufzeit und Schnellladen. Kurz gesagt: Insta360 will DJI nicht nur anstupsen, sondern mit beiden Händen am Gimbal wackeln.
KI direkt vor der Nase
Mit der MemoMind One startet XGIMI über seine neue KI-Hardware-Marke in den Smart-Glasses-Markt. Die Brille setzt auf ein Dual-Eye-AR-Display, integriertes Audio und ein Multi-LLM-System. Live-Übersetzungen, Notizen, Zusammenfassungen, Navigation, Untertitel, Teleprompter und kontextbezogene KI-Hilfe sollen direkt ins Sichtfeld kommen.
Interessant ist dabei vor allem: Die MemoMind One kommt ohne Kamera. Das macht sie im Alltag deutlich weniger gruselig als Brillen, bei denen jeder im Raum direkt denkt, ob er gerade heimlich gefilmt wird. Die Standard-Edition startet bei 399 US-Dollar, mit Gläsern in Sehstärke geht es ab 499 US-Dollar los. Versand soll noch im Sommer 2026 starten. Klingt spannend, bleibt aber Kickstarter. Also: Hoffnung ja, gesunde Skepsis bitte direkt daneben legen.
Streaming und Kino: Cyberpunk, Schokolade und August-Vorschau
Apple TV hat den ersten Teaser zu Neuromancer gezeigt. William Gibsons Cyberpunk-Klassiker bekommt eine Serie, und der erste Eindruck wirkt erfreulich düster, technisch und retro-futuristisch. Noch gibt es keinen konkreten Starttermin, aber die Maschine läuft langsam warm. Bei Neuromancer darf man ruhig nervös werden. Das ist kein beliebiger Sci-Fi-Stoff, sondern einer der Texte, aus denen später halbe Popkultur-Universen ihre Kabel gezogen haben.
Netflix wiederum zeigte den Trailer zu Wonka’s The Golden Ticket. Die Wettbewerbsserie startet am 23. September 2026 und setzt auf Golden Tickets, schräge Prüfungen und Nostalgie. Besonders heikel: In der Originalfassung wird Gene Wilders Stimme als Willy Wonka per KI rekonstruiert, mit Zustimmung des Nachlasses. Das ist technisch beeindruckend, emotional seltsam und ethisch mindestens ein Gespräch wert. Also sehr 2026.
Dazu gab es die große Kino-Vorschau für August 2026. Der Monat bringt Familienkino, Horror, deutsche Krimikomödie, Sci-Fi, RomCom und Jason Statham. Also im Grunde alles, was man braucht, wenn draußen der Asphalt weich wird und drinnen die Klimaanlage ruft.
Der kurze Blick zurück
Unterm Strich war das eine Woche, in der erstaunlich viel in Bewegung geraten ist. Ladepreise fallen zumindest stellenweise, Creator-Hardware wird immer mehr zum Mini-Studio, PlayStation legt die Disc langsam in den Sarg, und Gaming verteilt sich zwischen Retro-Rückkehr, Cloud-Bibliothek und Digital-Zukunft.
Disclaimer: Titelbild mit ChatGPT erstellt
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