
Bambu-Lab-Drucker sind schnell, bequem und ziemlich gut darin, Nutzer in ein eigenes Ökosystem zu ziehen. Genau daran stören sich aber viele Maker. Wer seine Drucker lieber lokal steuern will, ohne Cloud-Konto, ohne Hersteller-Abhängigkeit und ohne dieses leise Gefühl, dass der eigene Drucker erst mal telefonieren möchte, landet früher oder später bei Projekten wie Bambuddy.
Bambuddy ist ein selbst gehostetes Open-Source-Tool für Bambu-Lab-Drucker. Es versteht sich als lokale Kommandozentrale für einzelne Geräte oder ganze Druckerfarmen. Der Ansatz ist simpel: Die Drucker sollen im eigenen Netzwerk verwaltet, überwacht und gesteuert werden können. Keine Cloud, keine fremden Server, keine unnötige Abhängigkeit. Klingt trocken, ist für viele 3D-Druck-Nutzer aber genau der wunde Punkt.
Lokale Steuerung über Developer Mode
Bambuddy nutzt den Developer Mode der Bambu-Lab-Drucker. Dafür muss zunächst der LAN-Only-Modus aktiviert werden. Danach kann Bambuddy über das lokale Netzwerk mit dem Drucker kommunizieren. Der Developer Mode deaktiviert Cloud-Funktionen, liefert dafür aber lokale Kontrolle. Der normale LAN-Modus ohne Developer Mode erlaubt hingegen nur eingeschränktes Monitoring.
Genau hier wird Bambuddy interessant. Das Projekt will nicht nur anzeigen, ob ein Drucker gerade arbeitet, sondern eine echte Verwaltungsoberfläche liefern. Dazu gehören Druckarchive, Echtzeit-Monitoring, Wartungsinformationen, Benachrichtigungen, Smart-Plug-Anbindung, Statistiken und eine Druckwarteschlange. Wer mehrere Bambu-Drucker betreibt, bekommt damit eine deutlich offenere Verwaltung als mit dem klassischen Hersteller-Workflow.
Vom einzelnen A1 bis zur Druckerfarm
Unterstützt werden laut Projekt eine ganze Reihe aktueller Bambu-Lab-Modelle. Dazu zählen unter anderem X1 Carbon, X1E, P1P, P1S, P2S, A1, A1 Mini, Modelle der H2-Serie, X2D und A2L. Bambuddy richtet sich damit nicht nur an Bastler mit einem Drucker im Arbeitszimmer, sondern auch an Nutzer, die mehrere Geräte parallel betreiben.
Besonders cool ist die Möglichkeit, Bambuddy auf einem eigenen Server, NAS, Mini-PC oder Raspberry Pi laufen zu lassen. Das passt gut zu Heimlaboren, Makerspaces, kleinen Druckfarmen oder Leuten, die ohnehin schon mehr Docker-Container betreiben als gesunde Zimmerpflanzen besitzen.
Mehr als nur Cloud-Verweigerung
Bambuddy ist nicht einfach nur ein Trotzprojekt gegen Cloud-Zwang. Das Tool versucht, echte Lücken im Workflow zu schließen. Dazu gehören etwa ein durchsuchbares Druckarchiv, Vorschauen, eine bessere Übersicht über laufende Jobs, Benachrichtigungen über Dienste wie Telegram, Discord oder Mail sowie die Integration von Smart-Plugs für automatisches Ausschalten nach dem Druck.
Neuere Funktionen gehen sogar noch weiter. Bambuddy arbeitet an integriertem Slicing, bei dem STL- und 3MF-Dateien serverseitig verarbeitet werden können. Damit muss nicht immer ein Desktop-Slicer offen sein, nur um schnell noch einen Druck erneut anzustoßen.
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