KinoKritiken

Filmkritik zu „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ – Herrschaften!

Die Lordschaft lädt ein...

„Downton Abbey II: Eine neue Ära“ setzt wie die fünf Jahre am Stück laufende Serie sowie der erste Kinofilm auf herzhaft gespielte Dialoge und den feinen Glanz damaliger Adel-Gepflogenheiten – wobei Maggie Smith trotz wenig Screentime nahezu allen anderen die Show stiehlt. Unsere Filmkritik.

Familiäre Aristokratie trifft auf die untergebenden Bediensteten in einem gewaltigen Anwesen – das war und ist die Formel der Erfolgsserie „Downton Abbey“, welche von 2010-2015 beim englischen Sender ITV für seine besondere Art der Detailgenauigkeit als die von Kritikern am best bewertetsten Fernsehserie des Jahres 2011 gilt. Statt rohe Gewalt und offener Sex wie bei ähnlichen Top-Serien (siehe „Game of Thrones“) regieren hier Etikette samt verbaler Anstand den Alltag der Grafschaft von Grantham in Yorkshire. Im zweiten Kinoausflug verschlägt es einen Teil der Gesellschaft nach Südfrankreich, genauer gesagt wurde Violet Crawley (Maggie Smith) ein größeres Anwesen vermacht. Die Gründe liegen wohl in gemeinsamer Vergangenheit. Währenddessen mietet der Filmemacher Jack Barber (Hugh Dancy) Downton Abbey um einen Stummfilm mit recht unorthodoxen Hollywood-Stars zu drehen, das daraus resultierende Geld ist für kostspielige Bauarbeiten vorgesehen. Beide Handlungsstränge werden also getrennt voneinander erzählt, gerade das malerische Südfrankreich besticht durch farbenfrohe Szenerie. Für Neulinge, die weder Serie noch den ersten Kinofilm sahen, könnte der glanzvolle Start rund um die Hochzeit von Lucy Branson ziemlich zäh werden, sobald jedoch Maggie Smith auftaucht, vergeht die Langeweile schnell.

Mit bissigen Kommentaren lässt sie humoreske Situationen entstehen, wie das erste gemeinsame Abendessen zusammen mit der unkonventionelle Hollywood-Prominenz und auf die ausgesprochene Tatsache, dass Myrna Dalgleish (Laura Haddock) wechselne Partnerschaften Sie mit einem „abwechslungsreichem Leben“ antwortet, ist zündend eingefangen. Obwohl die Laufzeit mit 125 Minuten durchaus Sitzfleisch erfordert, sind die cleveren Dialoge das Herstück des Films. Unzählige Figuren mit eigenen Problematiken erhalten dafür jedoch genügend Zeit, damit es damit bei keinem bloßen Effekt bleibt, sondern oftmals Emotionen auch beim Publikum geweckt werden. Kurz zur technischen Seite: Die Kamera ist erwartbar ruhig gehalten, fängt dank schönen Panorama-Perspektiven schöne Bilder, etwa bei Feierlichkeiten am Pool, ein. Komponist John Lunn lässt wunderbare Klavier- und Streichermelodien erklingen, lässt die bekannten Suit der Originalserie mal schneller, mal bedächtiger erklingen. Insgesamt ist „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ ruhig inszeniertes Historien-Kino, das sich zuerst an Liebhaber der Serie richtet, aber noch genügend eigenen Sinn besitzt, um alleine zu funktionieren.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ gibt es hier.

Hier findest du unsere aktuellen Filmkritiken.

Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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