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Perry Rhodan: A Neverending Story

Nachdem ich euch die letzten Tage ja bereits von John Sinclair erzählt hatte, muss ich jetzt wohl auch auf Perry Rhodan eingehen, da er wahrscheinlich den gleichen Raum in der dt. Popkultur einnimmt, wenn nicht sogar noch mehr.

Während andere Science-Fiction-Marken in schöner Regelmäßigkeit rebooten, pausieren oder sich an ihrer eigenen Timeline verschlucken, macht Perry Rhodan seit 1961 das, was Perry Rhodan eben macht: weitermachen. Jede Woche ein neuer Roman. Seit Jahrzehnten.

Die Serie gilt nicht ohne Grund als größte Science-Fiction-Serie der Welt. Der erste Band, „Unternehmen Stardust“, erschien am 8. September 1961. Seitdem sind mehr als 3.300 Heftromane erschienen. Dazu kommen Silberbände, E-Books, Hörbücher, Taschenbücher, NEO, Miniserien und ein Fandom, das mit dem Begriff „treu“ fast schon beleidigend klein beschrieben wäre. Die offizielle Perry-Rhodan-Seite bewirbt die Reihe selbst als „größte Science-Fiction-Serie der Welt“ und verweist auf den wöchentlichen Erscheinungsrhythmus seit 1961.

Der Start: Mondlandung mit Nebenwirkungen

Alles beginnt mit einer Idee, die 1961 ziemlich gut saß: Die Menschheit fliegt zum Mond. Nur trifft US-Major Perry Rhodan dort nicht auf Staub, Steine und wissenschaftliche Ernüchterung, sondern auf die Arkoniden. Eine technisch überlegene außerirdische Zivilisation, ziemlich weit vorn bei Raumschiffen, ziemlich weit hinten bei gesellschaftlicher Frische.

Rhodan macht daraus keinen militärischen Triumphzug, sondern gründet die Dritte Macht. Der Gedanke dahinter: Die Menschheit soll nicht an ihren eigenen Machtblöcken zugrunde gehen, sondern endlich größer denken. Sehr 60er, sehr pathetisch, aber auch erstaunlich wirksam. Aus dem Mondabenteuer wird eine Zukunftschronik, die nicht bei der Erde stehen bleibt, sondern Galaxien, kosmische Mächte und Jahrtausende andauert.

Geschaffen wurde die Serie von Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting, der unter dem Namen Clark Darlton schrieb. Aus einer Heftromanidee wurde ein erzählerisches Monster mit eigener Historie, eigener Technik, eigenen politischen Systemen und einer Kontinuität, bei der man als Neueinsteiger erstmal leise „oha“ sagt.

Zellaktivatoren, Superintelligenzen und Kugelraumer

Perry Rhodan funktioniert bis heute, weil die Serie nie nur Raumschiff gegen Raumschiff war. Klar, riesige Kugelraumer gehören dazu wie Laserschwertgeräusche zu einem gewissen anderen Franchise. Aber der eigentliche Reiz liegt im Maßstab.

Da ist der Zellaktivator, der Perry Rhodan und ausgewählten Figuren relative Unsterblichkeit verleiht. Praktisch für eine Serie, die nicht nach drei Staffeln endet, sondern ihre Hauptfigur durch Jahrtausende schleift. Da sind die Superintelligenzen, allen voran ES, die das Geschehen weit über klassische Weltraumpolitik hinausziehen. Und da ist dieser alte, schöne Science-Fiction-Begriff: Sense of Wonder.

Aktuell ist die Serie tief im PEGASOS-Abschnitt unterwegs. Band 3373 „Die Triade“ erschien im April 2026, Band 3374 „Der Fehler im Gehorsam“ folgte am 17. April 2026, und Band 3375 „Hetzjagd durch die Milchstraße“ von Robert Corvus ist seit dem 24. April 2026 im Handel.

Band 3400 kommt im Oktober

Der nächste große Meilenstein steht bereits fest: Band 3400 soll am 19. Oktober 2026 erscheinen. Das ist bei Perry Rhodan nie nur eine runde Nummer. Jubiläumsbände setzen meistens neue Akzente, öffnen neue Handlungsebenen oder schieben Figuren in Position, die später wichtig werden. Wer einsteigen will, sollte Band 3400 also im Auge behalten.

Vom Männerclub zum modernen Autorenteam

Perry Rhodan war lange ein Produkt seiner Zeit. Die frühen Jahrzehnte waren stark männlich geprägt, sowohl in der Autorenschaft als auch im Ton. Das ist heute anders. Die Serie wird von einem Team getragen, in dem Exposé-Autoren, Stammkräfte und neuere Stimmen zusammenarbeiten.

Klaus N. Frick ist seit vielen Jahren die zentrale redaktionelle Figur hinter der Serie. Die Handlung selbst wird über Exposés gesteuert. Das ist bei einer wöchentlichen Fortsetzungsserie auch bitter nötig. Ohne diese Planung würde das Perryversum vermutlich nach drei Monaten aussehen wie einr schlecht sortierte Kabelkiste.

In den vergangenen Jahren kamen zudem neue Autorinnen und Autoren dazu, darunter Marie Erikson. Ihr erster Roman zur Hauptserie war laut Heftübersicht Band 3324 „Wenn das Gewissen schreit“.

Silberbände, Hörbücher und NEO

Wer keine Lust hat, bei Band 1 anzufangen und sich durch mehrere tausend Hefte zu arbeiten, bekommt Alternativen. Die Silberbände bündeln ältere Heftromane in überarbeiteter Buchform. In diesen werden jeweils mehrere frühe Romane neu bearbeitet und zusammengeführt.

Für Neueinsteiger gibt es außerdem Perry Rhodan NEO. Diese Reihe erzählt den Stoff neu und setzt auf eine modernisierte alternative Zeitlinie. Das ist der bequemere Einstieg für alle, die den Mythos kennenlernen wollen, ohne sofort vor einer Heftwand zu stehen.

Warum Perry Rhodan immer noch funktioniert

Perry Rhodan ist kein Franchise, das allein von Nostalgie lebt. Klar, die Serie hat viel davon. Sehr viel. Aber sie funktioniert, weil sie eine einfache Grundfrage immer wieder neu stellt: Was wird aus der Menschheit, wenn sie endlich nicht mehr nur um sich selbst kreist?

Die Antworten sind mal pathetisch, mal altmodisch, mal erstaunlich modern. Die Serie hat Kalten Krieg, Raumfahrtbegeisterung, gesellschaftliche Umbrüche, Digitalisierung und neue Formen von Science-Fiction überlebt.

Die wichtigsten Daten

Erster Band „Unternehmen Stardust“
Erstveröffentlichung 8. September 1961
Erscheinungsweise wöchentlich
Umfang der Hauptserie über 3.300 Heftromane
Aktueller Zyklus im April 2026 PEGASOS
Aktueller Band Ende April 2026 Band 3375 „Hetzjagd durch die Milchstraße“
Nächster Jubiläumsband Band 3400
Geplanter Termin für Band 3400 19. Oktober 2026
Ergänzende Reihen Silberbände, Silber Editionen, NEO, Miniserien, E-Books
Auflage häufig mit sehr hohen Milliardenwerten angegeben; belastbar dokumentiert sind über 1,5 Milliarden Hefte bis 2009, spätere Angaben von rund 2 Milliarden sind als Schätzung zu behandeln.

Einstieg ist jederzeit machbar

Niemand muss mehr als 3.300 Romane nachholen, um Perry Rhodan zu lesen. Sinnvoller sind Einstiegspunkte wie Band 3350 mit dem PEGASOS-Zyklus oder der kommende Band 3400. Auch die Silberbände und NEO helfen, wenn man erst einmal wissen will, warum Menschen seit Jahrzehnten freiwillig in dieses Universum abtauchen.

Fun-Facts zu Perry Rhodan

  • Perry Rhodan startete vor der echten Mondlandung: Der erste Band erschien 1961, also acht Jahre bevor Apollo 11 tatsächlich auf dem Mond landete.
  • Die Serie erscheint seit Jahrzehnten wöchentlich: Seit dem Start läuft Perry Rhodan nahezu ununterbrochen weiter. Das ist mehr Ausdauer, als so manches Milliarden-Franchise mit Streamingvertrag hinbekommt.
  • Gucky ist Kult: Der sogenannte Mausbiber sieht nach niedlichem Chaos aus, besitzt aber telepathische und telekinetische Fähigkeiten. Im Perryversum nimmt man auch den flauschigen Nager ernst. Meistens jedenfalls.
  • Die Silberbände sind der Abkürzungsmodus: Sie fassen mehrere Heftromane in überarbeiteter Buchform zusammen. Praktisch für alle, die Perry Rhodan lesen wollen, ohne direkt ein eigenes Archivzimmer anzumieten.
  • Die Serie hat ihre eigene Zeitrechnung: Perry Rhodan springt über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg. Wer hier „letzte Woche“ sagt, sollte sicherheitshalber dazusagen, in welchem galaktischen Zeitalter.
  • Band 3400 steht vor der Tür: Im Oktober 2026 erreicht die Hauptserie den nächsten großen Meilenstein. Andere Serien feiern Staffel 3, Perry Rhodan legt einfach noch ein paar hundert Romane drauf.

Disclaimer: Einzelheiten des Artikels wurden mit Hilfe von ChatGPT recherchiert

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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