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Roland Emmerich im Interview – „Film hat eine ganz bestimmte Zeit – entweder hält er oder nicht“

Der schwäbische Blockbuster-Meister gibt Einblicke in seine Arbeit

Im Rahmen der diesjährigen FMX 2026 (Film & Media Exchange) in Stuttgart trafen wir den „Cinematic Master of Desaster“ Roland Emmerich zum Interview. Selbst mit stolzen 70 Jahren plant er zukünftige Projekte, u.a. einen Film rein mit KI erstellt und verrät uns sogar wie genau die schwäbische Köstlichkeit Maultaschen isst. Trotz Hollywood-Glamour ist die Bodenständigkeit niemals abhanden gekommen. Ein Interview von Benny Illgner.

Techkrams.de: Guten Tag, Herr Emmerich. Ich freue mich, dass es heute klappt. Eine kleine Einstiegsfrage von mir beziehungsweise aus unserer Community: Maultaschen – geschmelzt oder gebraten. Wie essen Sie sie am liebsten?

Roland Emmerich: Geschmelzt, gebraten – beides.

Techkrams.de: Was würden Sie sagen: Wie stark wird KI Einfluss auf die Filmindustrie nehmen? Oder entsteht vielleicht auch eine Gegenbewegung, dass gesagt wird: Alles wird gebaut, wir setzen gar nicht darauf?

Roland Emmerich: Das wird es alles geben. Aber natürlich werden AI-Filme – sagen wir mal in zehn Jahren – ganz bestimmte Filme billiger machen, weil man einfach nur einen Prompt setzen muss und dann irgendein Bild rauskommt. Und je näher das dann am Film ist oder wenn das so flüssig passiert, dann werden natürlich die Visual-Effect-Kosten total gesenkt. Da wird auch jetzt schon sehr viel gemacht, also von Visual-Effects-Firmen sehr viel in AI.

Techkrams.de: Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: Wenn Sie die Chance hätten, einen Ihrer älteren Filme mit heutigen Standards oder KI-Möglichkeiten neu zu drehen – wäre das interessant für Sie? Es gibt ja Reboots oder Remastered-Versionen, etwa bei Videospielen oder Alben.

Roland Emmerich: Nee, also das ist für mich keine Frage. I don’t like that. Man muss das auch so sehen: Ein Film hat eine ganz bestimmte Zeit – und entweder hält er oder nicht. Dann sollte man das in Ruhe lassen. Ich mag das überhaupt nicht, dass zum Beispiel Lucas (Anm. d. Red: George Lucas) bei seinen alten Filmen ständig neue Sachen gemacht hat. Das war auch nicht richtig gut. Das beißt sich mit dem Look.

Techkrams.de: Was mich sehr interessiert: Ich habe zuletzt Ihre Doku (Meister der Apokalypse) gesehen, und da sagen Sie auch, es ist Ihnen egal, was andere denken. Beeinflusst Sie Kritik – positiv oder negativ – in Ihrer Arbeit? Oder sagen Sie: Jetzt erst recht?

Roland Emmerich: Ja, das ist meine Antwort.

Techkrams.de: Also: Jetzt erst recht.

Roland Emmerich: Ja.

Techkrams.de: Über Jahrzehnte hinweg haben Sie ein klares Konzept davon entwickelt, was großes Unterhaltungskino leisten muss. Gab es Momente, in denen Sie an Ideen wirklich gezweifelt haben?

Roland Emmerich: Nee. Wenn man einen großen Film macht, dann muss man daran glauben. Wenn man da nicht dran glaubt, kann man das vergessen.

Techkrams.de: Nach so vielen Produktionen: Was reizt Sie heute noch wirklich an einem neuen Projekt? Und stehen die geplanten Projekte „Maya Lord“ und „Exodus“ stellvertretend für andere Ideen?

Roland Emmerich: „Exodus“ ist mehr oder weniger eine Fortsetzung von „The Day After Tomorrow“.

Techkrams.de: Wenn das, was Sie uns im erwähnten Film veranschaulicht haben, in gewissem Maße eintritt: Fahren Sie als bekennender Umweltschützer auch ein E-Auto?

Roland Emmerich: Ja.

Techkrams.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Roland Emmerich: Danke auch.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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