GamingTestberichte

Secret of the Monkey Island – Revisited

Neue Konsolen sind geil, da lasse ich nicht mit mir verhandeln. Auch die neuen Spiele, seien es Shooter, Rennspiele oder Flugsimulatoren haben in den letzten Jahrzehnten ordentliche Grafiken, Sounds und Spielmechanismen in unsere Wohnzimmer gebracht von denen man vor ein paar Jahren nur träumen konnte. Viele der alten Games haben in den letzten Jahren ein überarbeitetes Remake erhalten, aber einige Spiele meiner Meinung nach zu Unrecht in der Versenkung verschwunden. Eines dieser Spiele habe ich vor ein paar Wochen mal wieder rausgekramt und es gespielt, das verrückte daran: Es macht noch genauso Spaß wie damals. Die Rede ist von Secret of the Monkey Island!

Secret of the Monkey Island ist eines, wenn nicht das klassische Lucasfilm-Adventure, zu dem ebenfalls Klassiker wie Loom, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Zak McKracken und Day of the Tentacle gehören. Nachdem Sierra mit Leiszure Suit Larry, Kings-, Police- und Space Quest die Adventures einer breiten Masse zugänglich gemacht hat, hat Lucasfilm das ganze noch perfektioniert. Während man bei Sierre anfänglich noch mit Texteingaben arbeiten musste („mount horse, go west, take sword, etc“) hat Lucasfilm den Adventures ein mausgesteuertes Eingabesystem verpasst, das hinderlich und gleichzeitig hilfreich war, schließlich konnte man dank der Mouse-Over schnell erkennen, mit welchen Gegenständen man im aktuellen Screen interagieren konnte (wenn man sie denn gefunden hat und auch wusste wie).

The Secret of Monkey Island ist meines Wissens nach nicht das erste Textadventure, dass auf diese Technik setzt, Loom hatte diese Steuerung ebenfalls schon, war für mich etwas zu dünn von der Story her…bis zu dem Tag an dem mir ein Kumpel einen Ordener mit Kopien eines Drehrades und 10 (?) 5,25″ Disketten in die Hand drückte und sagte „Das musst du spielen!“

Secret of the Monekey Island – darum geht`s (Spoiler)

Piraten, Geister, Liebe und einen Schatz. Also alles was man braucht. Ihr spielt einen Kerl namens Guybrush Threepwood, einen Möchtegern-Piraten, der einmal ein ganz Großer werden will, ein „Normalo“ mit viel Ehrgeiz sozusagen. Schon zu Beginn fällt einem der Witz auf der in das Spiel eingewoben wurde, die Macher selbst nahmen sich da wohl nicht so ganz ernst.

Das ganze spielt auf der karibischen Insel Mêlée Island. Die Anführer der Piraten der Insel stellen ihm drei Aufgaben, bei denen er sein Können unter Beweis stellen muss: Er soll den Schwertmeister der Insel beim Fechten besiegen, ein wertvolles Artefakt aus dem Haus der Gouverneurin stehlen und einen vergrabenen Schatz finden. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben trifft er Gouverneurin Elaine Marley, in die er sich prompt verliebt.

Allerdings hat Guybrush bei seinen Bemühungen, das Herz der Gouverneurin zu gewinnen, einen ernstzunehmenden Rivalen. Der Geisterpirat LeChuck ist seit seinen Lebzeiten in Elaine verliebt. Um ihr Herz zu gewinnen, hat er sich auf die Suche nach der Insel Monkey Island gewagt, um deren sagenumwobenes Geheimnis herauszufinden, war aber von dort nicht mehr als Lebender wiedergekehrt. Während Guybrush mit der Erfüllung seiner Aufgaben beschäftigt ist, wird sie von LeChuck, der sich verkleidet und unter dem Namen Fester Shinetop als neuer Sheriff eingeschlichen hat, und seiner Crew entführt und nach Monkey Island verschleppt. Guybrush stellt einen Rettungstrupp zusammen, ergaunert ein Schiff und bricht auf, um die mysteriöse Insel zu finden und Elaine zu befreien.

Als Guybrush Monkey Island schließlich erreicht, erkundet er die Insel und trifft einen Kannibalenstamm, der zu seinem Glück momentan eine vegetarische Auszeit nimmt, sowie den Schiffbrüchigen Herman Toothrot, der mit den Kannibalen im Streit liegt. Nachdem er den Ureinwohnern hilft, eine verlorene Voodoo-Zutat, die von LeChuck gestohlen wurde, wiederzubeschaffen, brauen sie ihm zum Dank dafür nach einem uralten Rezept einen Trank, mit dem Geister zerstört werden können. Doch als Guybrush zu LeChucks Versteck aufbricht, um ihm dort gegenüberzutreten, trifft er nur einen zurückgelassenen Geisterpiraten aus dessen Crew, der ihm erzählt, dass LeChuck nach Mêlée Island aufgebrochen ist, um Elaine zu heiraten.

Guybrush kehrt zurück nach Mêlée Island, um in die Kirche zu stürmen und die Hochzeit zu verhindern. Dort angekommen sieht er eine Gestalt im Brautkleid sowie LeChuck vor dem Traualtar und bemerkt zu spät, dass Elaine bereits einen eigenen Fluchtplan geschmiedet hat und nie ernsthaft in Gefahr war. Es kommt zum finalen Kampf mit LeChuck, in dem Guybrush diesen mit Malzbier vernichtet. LeChuck explodiert in einem spektakulären Feuerwerk, was sich Guybrush und Elaine als Neuverliebte gemeinsam anschauen.

Hinter dir ein dreiköpfiger Affe!

Aber genau dieser Humor und auch Wortwitz (der auch in der deutschen Übersetzung durchaus gelungen ist), macht den Charme des Spiels aus und lässt einen dranbleiben („Mein Name ist Guybrush THREEPWOOD!” nur als running Gang) oder die Sprüche des Gebrauchtschiffverkäufers, der Ihnen lieber seine Oma verkauft als mit dem Preis runterzugehen, der Witz sitzt einfach in jedem Detail und Dialog. Selbst intellektuelle Gespräche mit einem Hund sind vorhanden, sofern man „hundisch“ versteht.

Point & Click, Click , Click…..

Das Ganze wird wie bereits erwähnt komplett mit der Maus über eine Point-and-Click-Oberfläche gesteuert. Das bedeutet, dass der Computer zu jedem Zeitpunkt alle möglichen Befehle im unteren Drittel des Bildschirms anzeigt (Gehe, Nimm, Rede mit, Kombiniere etc.).

The Secret of Monkey Island wurde mit der SCUMMEngine entwickelt. Es war außerdem das erste Adventure überhaupt, welches seine Sprite-Figuren skaliert, sodass die Spielfigur je nach Entfernung vom virtuellen Auge des Betrachters kleiner oder größer werden kann.

Das Benutzerinterface der Originalversion stellt zwölf Verben zur Verfügung, aus denen der Spieler wählen kann, um Aktionen auszuführen, einige davon werden wenig bzw. wahlweise im Spiel gebraucht, wie „Schalte ein“ und „Schalte aus“.

Auch bei Unterhaltungen mit anderen Personen im Spiel braucht man nur mit der Maus auf eine der vorgegebenen Sätze auswählen und mit einem Click der Maustaste bestätigen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, einfach nur durchklicken ist nicht, denn manche Informationen erhält man, nur wenn man die richtige Frage stellt oder ein Ereignis wird nur mit dem richtigen Befehl ausgelöst. Langweilig? Ach was!

Lucasfilm ist es damit gelungen „echte Interaktion“ in das Spiel zu zaubern. Einen weiteren großen Teil trägt hier der fantastische Soundtrack bei, der zwar schon in die Jahre gekommen ist, aber kein bisschen seiner Vibes eingebüßt hat, es passt einfach!

Tolle Atmosphäre, angenehmer Humor, toller Sound und ein neuartiges Eingabesystem sowie eine (für diese Zeit) überwältigenden Grafik machen Monkey Island zu dem Klassiker, der er heute ist. Selbstverständlich darf man auch die Story nicht außer Acht lassen, es passt einfach alles und lässt die durchaus langen Wartezeiten beim durchwechseln der Disketten vergessen, wenn man sich wieder einmal von einem Ende der Insel zum anderen begeben muss.

Alles zeigt eine echte Liebe zum Detail und Dichte, dass man sich stundenlang mit den Rätseln auseinandersetzen kann – das Ganze ist einfach „rund“.

Das Gesamtpaket macht The Secret of the Monkey Island für mich einfach unvergessen und ist wohl auch ein Grund, warum ich das Spiel nach Jahren noch einmal gespielt habe, mich zwar dunkel an ein paar Rätsel erinnern konnte, aber immer noch genügend Kopfnüsse zu knacken hatte.

Facts über Secret of the Monkey Island

Das Spiel wurde am 15. Oktober 1990 veröffentlicht, es ist/war erhältlich für Atari ST, Commodore Amiga, FM Towns, iOS, Mac OS, DOS, PlayStation 3, Sega Mega-CD, Windows und Xbox 360.

Im Juli 2009 erschien The Secret of Monkey Island – Special Edition. Das Spiel wurde komplett überarbeitet und mit neuen handgemalten Grafiken in Full HD (1920 × 1080 Pixel), neuem Soundtrack, einer durchgehenden englischen Sprachausgabe sowie einer neuen Steuerung versehen. Die Special Edition erschien zum Download für den PC auf GOG.com und Steam und für die Xbox 360 auf Xbox Live Arcade. Außerdem wurde im Juli 2009 eine Version für iPhone und iPod touch im App Store veröffentlicht. Über das Playstation Network wurde die überarbeitete Version im Sommer 2010 angeboten. Darüber hinaus wird die überarbeitete Version von Aspyr für Mac OS X im Mac App Store angeboten.

Ofiziell gibt es 4 Teile der Monkey Island Reihe, dazu kommen noch die „Special Editions“ und 2 Teile „Tales of Monkey Island“

Wenn ihr nun Lust bekommen habt euch selbst einmal auf den Weg nach Monkey Island zu machen, könnt ihr euch das Spiel bei GOG oder Steam für kleines Geld besorgen.

Wer „nur“ ein wenig in Nostalgie schwelgen will kann sich hier den kompletten Walkthrough anschauen:

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The Secret of the Monkey Island

Spielspaß - 9.5
Gameplay - 10
Grafik - 9.7
Technik - 9.7

9.7

Wer Monkey Island nicht kennt, hat Gaming verpennt!

Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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