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Smart What?

Wegen eines Artikels auf buzzriders will ich mal hier meine Meinung zu dem ganzen „Smartirgendwas“ loswerden.

Ich stimme Robert Basic, absolut zu, dass die ganzen smarten Hersteller einmal von ihrem hohen Ross runterkommen müssen und der Realität ins Auge sehen müssen. Eine smarte Umgebung kann es aus meiner Sicht nur geben wenn alle Geräte untereinander, unabhängig vom Hersteller, Daten austauschen können. Sei es ein TV von LG mit einem Kühlschrank von Samsung oder einem Handy von Nokia.

Der Datenaustausch untereinander bringt das Smart ins Smarthome oder in die Smartwatch. Das Gerät alleine kann nur dumpf die Daten sammeln für die es ausgelegt ist, so wird ein Schrittzähler niemals die Windstärke oder den Niederschlag messen, dafür gibt es Wetterstationen. Die Wetterstation kann aber z.B. ihr Daten dem Handy oder dem TV die Daten zur Verfügung stellen, der diese dann wieder entsprechend hübsch auf Knopfdruck visualisieren kann.

Wenn man diese Daten dann noch mit einem Smarten Thermostat (wie z.B. nest) kombiniert (oder von einem anderen Gerät kombinieren lässt), hätten wir schon die erste Anwendung die Geräteübergreifen Daten von einem zum anderen Sendet, ebenso könnte die Wetterstation Daten über die Sonneneinstrahlung liefern, damit die Rollläden geschlossen werden. Das alles ist keine Zukunftsmusik, das alles gibt es bereits, aber wie bereits erwähnt immer nur von einem Hersteller zusammen, nichts mit wilden mischen der Komponenten untereinander. 

So kann man es auch schaffen einer Marke treu zu bleiben, man baut nach dem Apple Prinzip einen Walled Garden und lässt nur die mitspielen die auch die Mitgliedschaft auf dem exklusiven Ponyhof zahlen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr steigt ein kleines Brecherchen in meinem Hals auf, stellt euch mal vor in euren Rechner würden nur Komponenten des Gehäuseherstellers passen. Nicht alles was Apple vormacht funktioniert auf alle Bereiche angewendet. Die Hersteller dieser Geräte für das Smarthome sollten doch erkennen, dass sie zusammen wohl mehr Umsatz machen als alleine. Der Benutzer sollte am besten selbst bestimmen können wem er sein Vertrauen schenkt, denn wie sagt man so schön: Qualität zahlt sich aus.

Mir ist es doch eigentlich egal ob mein Samsung TV mit meinem LG BluRay-Player funktioniert, ich will nur Filme schauen und mir nicht noch Gedanken machen müssen, ob Gerät A mit Gerät B kann. Ich habe mich für den Player eines anderen Herstellers entschieden, weil der Hersteller meines TVs ev. nicht das Gerät für mich hat das am besten zu mir passt.

Smart ist hier also nicht wirklich das was man darunter verstehen sollte, smart ist wohl ehre der Mensch in der Marketing Abteilung der auf die Sau aufgesprungen ist die da gerade durchs Internet getrieben wird und momentan in aller Munde ist. Das Thema „Smarthome“ gibt es schon lange und wurde damals mit „autonomer Haussteuerung“ oder so bezeichnet, es umfasste Fenster und sogar Steckdosen, die z.B. dafür sorgten, dass der Kaffee rechtzeitig fertig war, wenn man sie am Abend vorher entsprechend vorbereitet hat. All das kommt nun wieder under dem Synonym „Smart“ und wird auf weitere Geräteklassen ausgeweitet, die man sinniger weise an das Internet oder ein hausinternes Netz anschließen kann. Im Lauf der Jahre kamen die SmartTVs die alles stremmen können, was sie im internen und externen Netz finden, Uhren die einem die Notification des Handys pushen und sogar eine Smarte Waage, die meinen Facebook Jüngern zeigt, ob ich zwischen den Jahren mal wieder über die Stränge geschlagen habe. Smart hier, Smart da. Wird es demnächst nicht noch eine Smarte Toilette geben, die meinen Stuhle analysiert und die Daten direkt an meine Krankasse schickt damit sich meine Beiträge senken? Für Autos wird das ja seit diesem Jahr bereits eingeboten und ein Aufschrei ging durch die Massen, weil man Angst hatte das zu viele Daten hier aufgezeichnet werden, von genau den Leuten die ihre Urlaubsfotos auf Facebook teilen, kurz bevor in Ihre Wohnung eingebrochen wird.

Ich nenne es mal den autonomen Haushalt wird es unter diesen Umständen sicherlich nicht geben solange jeder in seinem eigenen Sandkasten spielt, nur gemeinsam können die großen Hersteller uns allen helfen den Traum Realität werden zu lassen, den kein Hersteller, sei er noch so groß wird es schaffen alle Bereiche die der Begriff „Smarthome“ abdecken soll zu produzieren, oder könntet ihr euch vorstellen, dass Miele die Glühbirnen herstellt? Zudem wird es wohl so sein, dass alle Innereien irgendwo unter Lizenz produziert werden und dann unter einem mehr oder minder schönen Gehäuse versteckt werden. Dann wird noch eine proberitäre Software geschrieben, die die Daten so verunstaltet, dass nur die Geräte diese verwenden können, die auf der gleichen Basis laufen und vom gleichen Hersteller stammen oder dessen Hersteller ordentlich Lizenzgebühren abgedrückt hat.

Meiner Meinung nach kann „Smart“ nur dann funktionieren wenn verschiedene Geräteklassen verschiedener Hersteller miteinander über ein offenes (aber dennoch geschütztes) Protokoll miteinander kommunizieren und Daten ausrauchen können. So könnte es was werden und ich als Anwender bin nicht auf Insellösungen angewiesen um an mein pers. Ziel eines Smarthomes zu kommen.

Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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