Es ist durchaus ein heikler Balanceakt, eine Fortsetzung zum Publikumshit von 2006 – Der Teufel trägt Prada überhaupt denkbar zu machen – und doch versucht sich die Fortsetzung Der Teufel trägt Prada 2 genau daran, indem der Film weniger an der Oberfläche kratzt als vielmehr an den Verschiebungen innerhalb einer Branche, die sich längst neu erfunden hat und muss. Unsere Kurzkritik zur Kino-Komödie mit Anne Hathaway.
Rund 20 Jahren später sehen fast alle im Cast aus, als wäre die Zeit spurlos vorbei an ihnen gezogen. Meryl Streep kehrt als Miranda Priestly zurück, nicht mehr ganz die unantastbare Instanz von einst, sondern eine Figur, die sich plötzlich mit einem Bedeutungsverlust konfrontiert sieht, den sie weder kontrollieren noch ignorieren kann. An ihrer Seite erneut Anne Hathaway als Andy Sachs, die sich inzwischen selbst in einer Position wiederfindet, in der Entscheidungen weniger mit Idealen als mit Konsequenzen zu tun haben. Das Wiedersehen der beiden ist weniger ein nostalgischer Moment als ein stilles Kräftemessen, bei dem sich Machtverhältnisse verschieben, ohne dass jemand laut aussprechen würde, was längst offensichtlich ist.
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Dabei wirkt der Film streckenweise fast so, als wolle er sich bewusst gegen die Nuller-Leichtigkeit seines Vorgängers stemmen – die pointierten Dialoge sind noch da, ebenso der spitze Blick auf Eitelkeiten und Abhängigkeiten, doch der Ton ist spürbar ernster geworden. Gerade in den Momenten, in denen Miranda nicht mehr nur als überhöhte Karikatur, sondern als verletzliche Figur inszeniert wird, verliert der Film ein Stück seiner bissigen Klarheit und gewinnt zugleich eine unerwartete Schwere. Das funktioniert nicht immer reibungslos, zumal sich die Geschichte gelegentlich zwischen Drama und ironischer Selbstbetrachtung verheddert. Dennoch trägt vor allem Streeps teils immer noch bitterbösen wie amüsanten Kommentaren viel der inhaltlichen Wucht – damit verleiht sie der Figur eine Toughheit, die fast stärker wirkt als jede noch so scharf formulierte Spitze.
Am Ende bleibt eine Fortsetzung, die sich nicht auf bloße Wiederholung verlässt, sondern ihr eigenes Tempo hat, dabei aber in Kauf nimmt, weniger zugänglich zu sein als das Original – für einen gepflegten Mädelsabend reicht die Spritzigkeit dennoch.
The Devil Wears Prada 2. USA 2026. Verleih: 20th Century Studios. Regie: David Frankel. Mit Anne Hathaway, Meryl Streep, Stanley Tucci. Genre: Komödie. 119 Minuten. FSK: Ab 0 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.
Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Der Teufel trägt Prada 2″ gibt es hier.
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