KinoKritiken

Kritik zu „Der perfekte Urlaub“ – Unterhaltsamer Blödsinn in Reisekatalog-Optik

Bundesweiter Kinostart: 22. Oktober 2026

So stimmen unsere Leser ab:

„Fack ju Göthe“-Regisseur Bora Dagtekin trommelt wieder seine Chaostruppe bestehend aus u.a. Jessica Schwarz, Elyas M’Barek, Florian David Fitz und Wotan Wilke Möhring zusammen um nach einem nervenzerfetzenden und ebenso Freundschaften zerstörenden Abendessen jetzt einen Urlaubs ungeheuren Ausmaßes zu begehen. Neu hinzugekommen ist Diana Amft und herausgekommen ist eine vielfach merkwürdige Deutsche Komödie, deren Humorpotenzial zwar vorhanden aber teilweise mühsam erkämpft ist – unsere Kritik zu „Der perfekte Urlaub“.

Der Film beginnt und wir vernehmen den schmalzigen Achtziger-Gassenhauer „Dolce Vita“ von Ryan Paris. Unterlegt wird der eingängige Urlaubssong der Hitwellen dieses Landes mit mehr oder weniger glücklich wirkenden Urlauber:innen, die entweder am überfüllten Sandstrand von Mallorca sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen oder sich gänzlich dem alkoholischen Delirium hingaben. Betrachtet man unter diesen gesetzten Parametern die neue Komödie des Regisseurs, könnte man glatt von einer gezielt überspitzten, kafkaesken deutschen Satire ausgehen, aber nach rund zwei Stunden war ich mir sicher, dass vieles vollkommen ernst gemeint war.

Inhaltlich versucht man eine Handlung zu erzählen, schafft jedoch nur Flickwerk. Durch diverse Zufälle und weil sich die Figuren von Elyas M’Barek und Karoline Herfurth noch immer nicht ganz vertrauen, landet die gesamte Chaostruppe, diesmal samt Tochter Sophie (Emily Kusche), im gemeinsamen Urlaub auf Mallorca. Unter ihnen befindet sich Pepe, herrlich sarkastisch von Florian David Fitz gespielt, der nun offen homosexuell lebt und natürlich selbst nicht von alleine einen sogenannten Stich landen kann, wie seine Freunde es amüsiert bemerken. Der perfekte Urlaub besteht aus einzelnen Geschichten, die man eher schwerfällig zusammenbringen konnte und nur durch halbgare Witze, bodenlose Übertreibungen sowie eine offensichtliche Instagram-Optik als Kitt fungieren.

Zwischendurch werden noch einige Marken bzw. Produkte stilvoll in die Kamera gehalten, deren finanzielle Unterstützungshilfe sicherlich die eine oder andere Sequenz auf dem Speedboat oder im Cluburlaub finanzieren konnte. Übrigens (gezählte) Neun an der Zahl. Mit Übertreibung ist übrigens ein Ausflug der feierwütigen Jungs gemeint, die Pepe auf eine offensiv überzeichnete Gay Party mitschleppen, wo er doch bitte sofort jemanden zum Poppen finden möge. Gerade diese Situationen wirken einerseits queerfreundlich, aber maßlos überzeichnet und daher unglaubwürdig, was äußerst schade ist.

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  • Dieser Artikel hat deutschen Untertiteln.

Klingt nach einer typischen deutschen Komödie ohne viel Tiefsinn oder wenigstens Tiefgang, oder? Ist sie auch, aber mehr will Drehbuchautor Dagtekin seinem Publikum sicherlich nicht zumuten. Zum Verständnis: In der Zielgruppe von proseccogeschwängerten Frauen jenseits der 45 Jahre inklusive mitgeschleppter Männer funktioniert die Komödie tatsächlich bestens.

Wobei ich dem Film ein gutes Pacing attestieren muss, zumindest bis zum letzten Drittel, wo sich gefühlt zu viele Situationen wiederholen und die Figuren keinerlei Entwicklung zeigen. Vielmehr füllt Dagtekin diese Lücke mit neu auftauchenden Figuren sowie brachialem Humor, gemischt mit zu viel Rührseligkeit bei Problemen, die normale Menschen in echte existenzielle Krisen stürzen könnten. Naja, am Schluss trällern eben noch die „No Angels“ im Cluburlaub-Hotel, während Dagmar und Günther einen wirklich guten Kinoabend gehabt haben.

Der perfekte Urlaub. Deutschland 2026. Verleih: Constantin Film. Regie: Bora Dagtekin. Mit Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Jessica Schwarz, Florian David Fitz. Genre: Komödie. 117 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Der perfekte Urlaub“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Benny Illgner

Redakteur
Tech-Journalist
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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter/Threads unter @IamIllgner an.

Schreibt und lebt nebenher das glorreiche Leben eines Technik-Bloggers. Interessiert sich für technische Spielereien jeglicher Art und spielerische Technik der allgegenwärtigen Videospiel-Konsolen. Primär für Gaming-, Smart Home-Krams und Reviews zuständig. Schlechte Wortspiele in Reviews eingeschlossen.

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