TL;DR Wochenrückblick: Wacken dreht auf, KI bekommt Regeln und Crazy Taxi hupt wieder
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Diese Woche roch verdächtig stark nach nassem Festivalboden, Sonnencreme und Energy-Drink. Während das Wacken Open Air 2026 noch lief, wurde bereits ein erstaunlich großer Teil des Programms für 2027 aus mehreren Schädeln, Bullheads und sonstigen metallischen Körperteilen geschüttelt. Dazu startete direkt der erste Ticketverkauf für das kommende Jahr.
Abseits des Holy Ground beschäftigten uns die neuen Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte und die Frage, ob Musikgeneratoren beim Training einfach hemmungslos das musikalische Büfett leergefressen haben. Außerdem kehrt Crazy Taxi zurück, Dungeons & Dragons öffnet ein Portal nach Azeroth und Ted Lasso darf erneut beweisen, dass ein Schnurrbart allein noch keine Fußballtaktik ersetzt.
Wacken 2027 legt überraschend früh los
Das Wacken Open Air 2026 war noch nicht einmal vorbei, da hatten die Veranstalter bereits einen erstaunlich großen Teil des Programms für 2027 aus dem Sack gelassen. Statt einer kleinen Handvoll Appetithappen gab es direkt mehrere Ankündigungswellen.
Zu den bislang bestätigten Bands gehören unter anderem Electric Callboy, Heaven Shall Burn, Jinjer, Napalm Death, Kanonenfieber, Dethklok, Helloween, DragonForce, Edguy und HammerFall. Einige Gruppen treten dabei mit besonderen Jubiläums- oder Spezialshows auf.
Ein wirklich gigantischer Headliner fehlt zwar noch, das Grundgerüst steht aber ungewöhnlich früh und erstaunlich stabil. Damit kann die Gerüchteküche schon jetzt darüber streiten, welcher große Name noch fehlt und welche Band vollkommen überraschend auf dem Holy Ground auftauchen könnte.
Parallel begann am 1. August 2026 der begrenzte Verkauf der Loyalty Tickets. Das Ticket kostet 349 Euro zuzüglich 2 Euro Gebühr und enthält unter anderem ein exklusives Shirt sowie Punkte für das Communitysystem The Core. Das Wacken Open Air 2027 findet vom 28. bis 31. Juli 2027 statt.
Ab 2. August gelten neue Regeln für KI-Inhalte
Ab dem 2. August 2026 greifen in der EU neue Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung. Betroffen sind nicht nur die Anbieter großer KI-Systeme, sondern teilweise auch Betreiber von Webseiten, Medien und Social-Media-Kanälen, die KI-generierte Inhalte veröffentlichen.
Chatbots und Sprachassistenten müssen künftig klar erkennen lassen, dass Nutzer mit einer Maschine kommunizieren. KI-generierte Bilder, Videos, Audiodateien und Texte sollen außerdem mit einer maschinenlesbaren Kennzeichnung versehen werden.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass überall ein fetter Aufkleber mit „Hier war KI am Werk“ auftaucht. Häufig stecken die Hinweise lediglich in Metadaten, digitalen Wasserzeichen oder anderen technischen Informationen.
Sichtbar gekennzeichnet werden müssen unter anderem täuschend echte Deepfakes. Auch KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse können unter die Kennzeichnungspflicht fallen. Eine wichtige Ausnahme besteht, wenn ein Mensch den Beitrag redaktionell geprüft hat und die Verantwortung für den Inhalt übernimmt. Einfache Korrekturen von Rechtschreibung oder Grammatik zählen ebenfalls nicht als kennzeichnungspflichtige KI-Erzeugung.
Was sich für Nutzer, Webseitenbetreiber und Redaktionen konkret ändert, haben wir in unserem Artikel zur neuen KI-Kennzeichnungspflicht ab dem 2. August zusammengefasst.
KI-Musik bekommt ein Urheberrechtsproblem
Beim KI-Musikdienst Suno wird es juristisch zunehmend ungemütlich. Der zentrale Vorwurf: KI-Unternehmen sollen geschützte Musik verwendet haben, um ihre Modelle zu trainieren, ohne dafür die notwendigen Lizenzen einzuholen.
Das Grundproblem ist leicht erklärt. Eine KI analysiert gewaltige Mengen vorhandener Musik und lernt daraus, wie Melodien, Stimmen, Instrumente und bestimmte Stilrichtungen funktionieren. Anschließend kann sie neue Stücke erzeugen, die teilweise erstaunlich nah an bekannten Künstlern liegen.
Die Musikindustrie sieht darin keine harmlose Inspiration, sondern die massenhafte Nutzung geschützter Werke. Schließlich könnten ausgerechnet die Lieder, mit denen das System trainiert wurde, später durch automatisch erzeugte Konkurrenz ersetzt werden.
Der Fall dürfte deshalb weit über Suno hinaus zeigen, wie teuer das KI-Zeitalter für Anbieter werden kann. Entscheidend wird sein, ob Gerichte das Training als zulässige Analyse oder als unerlaubte Verwertung geschützter Werke einordnen.
Ted Lasso kehrt mit Staffel 4 auf den Platz zurück
Kurz vor dem Start der vierten Staffel hat Apple TV den ersten vollständigen Trailer zu Ted Lasso veröffentlicht. Die neuen Folgen beginnen am 4. August 2026 und bringen zahlreiche bekannte Figuren zurück.
Neben Jason Sudeikis als Ted sind unter anderem Roy Kent, Coach Beard, Rebecca Welton, Keeley Jones und Leslie Higgins wieder dabei. Der Trailer setzt deutlich auf Wiedersehensfreude, zeigt aber auch, dass sich das bekannte Spielfeld verändert.
Neue Figuren stoßen zum Team, während erneut größere Themen abseits des Fußballs behandelt werden. Natürlich bleibt es bei der gewohnten Mischung aus Humor, Herz und Motivationssprüchen, bei denen man sich im echten Büro vermutlich wahlweise umarmen oder sofort krankmelden würde.
Nach ursprünglich drei geplanten Staffeln bekommt die Wohlfühlserie damit doch noch eine Verlängerung. Mehr zum Trailer findet ihr in unserem Artikel zu Ted Lasso Staffel 4.
Dungeons & Dragons öffnet das Tor nach Azeroth
Dungeons & Dragons bekommt Besuch aus dem Warcraft-Universum. Mit neuen Büchern sollen spielbare Völker, Klassen und Schauplätze aus World of Warcraft an den klassischen Rollenspieltisch kommen.
Damit kann eine Gruppe künftig mit bekannten Warcraft-Völkern und Fähigkeiten durch Azeroth ziehen, ohne dafür einen Rechner, ein Abo oder eine sehr belastbare Beziehung zu ihrem Raid-Leiter zu benötigen.
Das Crossover dürfte vor allem Spielern den Einstieg erleichtern, die Azeroth seit Jahren kennen, mit klassischen Pen-&-Paper-Rollenspielen bisher aber wenig anfangen konnten. Gleichzeitig erhalten erfahrene D&D-Gruppen eine weitere Welt, in der sie Kampagnen vollständig entgleisen lassen können.
Das Projekt zeigt außerdem, wie weit Wizards of the Coast seine Marke inzwischen öffnet. Nach zahlreichen Kooperationen werden die Grenzen zwischen klassischen Fantasywelten und bekannten Unterhaltungsmarken immer weicher.
Crazy Taxi dreht die Lautstärke wieder auf
Crazy Taxi: World Tour hat einen neuen Trailer bekommen und sieht weiterhin genau so aus, wie ein Crazy Taxi aussehen muss: laut, schnell, bunt und vollkommen frei von vernünftigen Verkehrsentscheidungen.
Für mich ist das mehr als irgendein weiteres Sega-Comeback. Ich habe damals am Erscheinungstag einen Sega Saturn gekauft und bin später in Crazy Taxi vollständig versumpft. Der neue Ableger könnte deshalb genau die Sorte Spiel werden, bei der Nostalgie und moderner Arcade-Irrsinn frontal ineinanderkrachen.
Das grundlegende Prinzip scheint erhalten zu bleiben: Fahrgäste einsammeln, sie unter größtmöglicher Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln ans Ziel bringen und dabei so tun, als seien Bürgersteige lediglich alternative Fahrspuren.
Crazy Taxi: World Tour soll 2027 für aktuelle Konsolen und PC erscheinen. Der bisherige Eindruck macht jedenfalls Hoffnung, dass Sega den Wahnsinn nicht glattgebügelt hat.
DJI Osmo Pocket 4P bekommt eine echte Telekamera
DJI hat mit der Osmo Pocket 4P eine neue Version seiner kompakten Gimbal-Kamera vorgestellt. Der wichtigste Unterschied zur normalen Pocket 4 ist das Dual-Kamera-System.
Neben der Hauptkamera mit 1-Zoll-Sensor sitzt eine zusätzliche Telekamera mit einer Brennweite von umgerechnet 60 Millimetern. Dadurch ist ein echter 3-fach-Zoom möglich, ohne dass das Bild lediglich digital vergrößert wird.
Dazu kommen Aufnahmen mit bis zu 4K und 240 Bildern pro Sekunde, ein Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen, D-Log 2 und ein interner Speicher von 128 GB. Damit zielt DJI deutlich stärker auf ambitionierte Creator, die eine kleine Kamera wollen, aber bei Bildqualität und Gestaltung nicht ständig Kompromisse machen möchten.
Besonders spannend ist der direkte Vergleich mit der Insta360 Luna Ultra. Während Insta360 unter anderem mit 8K-Aufnahmen, Leica-Farbprofilen und einem abnehmbaren Display kontert, setzt DJI auf den größeren internen Speicher, starke Zeitlupen und sein etabliertes Gimbal-System.
Welche Kamera auf dem Papier die Nase vorne hat und für wen sich welches Modell besser eignet, haben wir im ausführlichen Vergleich zwischen DJI Osmo Pocket 4P und Insta360 Luna Ultra gegenübergestellt.
Pokémon-Karten teilweise nur noch mit Gesichtsscan
Der Kampf gegen Scalper nimmt in Japan merkwürdige Formen an. Einige Händler setzen beim Verkauf begehrter Pokémon-Karten inzwischen auf Gesichtserkennung.
Damit soll verhindert werden, dass dieselben Personen mehrfach limitierte Produkte kaufen und anschließend mit saftigem Aufschlag weiterverkaufen. Das Problem mit künstlicher Verknappung löst die Methode allerdings nur teilweise.
Dafür entsteht direkt ein neues: Kunden müssen biometrische Daten abgeben, nur um ein paar bunte Pappkarten kaufen zu dürfen. Was als Schutz vor professionellen Wiederverkäufern gedacht ist, trifft damit auch ganz normale Sammler und Spieler.
Spätestens an diesem Punkt darf man sich fragen, ob der Pikachu-Karton wirklich wichtig genug für eine kleine Grenzkontrolle im Spielwarenladen ist.
OBSBOT faltet die Webcam einfach zusammen
Mit der Meet Flip hat OBSBOT eine besonders kompakte 4K-Webcam vorgestellt. Das Gehäuse lässt sich zusammenklappen, wodurch die Kamera gleichzeitig geschützt und hardwareseitig deaktiviert wird.
Die Webcam wiegt lediglich 37,7 Gramm und soll trotz der kleinen Abmessungen KI-Funktionen, automatische Bildanpassungen und intelligente Audiofunktionen bieten. Der Preis liegt bei 129 Euro.
Das Fold-to-Protect-Konzept ist dabei mehr als eine Spielerei. Statt auf eine kleine Kunststoffabdeckung oder irgendein Software-Symbol zu vertrauen, wird die Kamera einfach physisch geschlossen.
Das ist simpel, sichtbar und ziemlich schwer misszuverstehen. Gerade bei einem Gerät, das den ganzen Arbeitstag direkt auf das eigene Gesicht starrt, ist das möglicherweise die sinnvollste Funktion des gesamten Datenblatts.
Dungeon Crawler Carl geht in die zweite Runde
Mit Carls Doomsday Scenario ist der zweite Band von Dungeon Crawler Carl kürzlich auf Deutsch erschienen. Die Mischung aus Weltuntergang, tödlicher Gameshow und vollkommen durchgedrehtem Rollenspiel funktioniert weiterhin hervorragend.
Band zwei erhöht das Tempo deutlich, verliert dabei aber stellenweise etwas von der persönlichen Tiefe des Vorgängers. Manche Entwicklungen gehen sehr schnell, während bereits bekannte Figuren weniger Raum bekommen.
Das könnte daran liegen, dass Carl, Donut und die übrigen Beteiligten nicht mehr ausführlich eingeführt werden müssen. Trotzdem fehlt dadurch manchmal die emotionale Wucht, die einige Momente des ersten Bandes ausgezeichnet hat.
Unterhaltsam bleibt die Reihe dennoch. Carls Doomsday Scenario ist herrlich irre, überraschend brutal und deutlich schlauer, als es die Geschichte über einen Mann in Unterhose und seine sprechende Katze zunächst vermuten lässt.
Wer Band eins mochte, kann praktisch bedenkenlos weitermachen. Neueinsteiger sollten dagegen unbedingt vorne anfangen, da Figuren, Regeln und Beziehungen direkt auf den ersten Roman aufbauen.
Eine Woche zwischen Holy Ground und Kennzeichnungspflicht
Wacken hat diese Woche praktisch schon den Kalender für 2027 aufgeschlagen, während die KI-Branche gleichzeitig neue Regeln bekommt und vor Gericht erklären muss, woher sie eigentlich ihr gesamtes Trainingsmaterial hat.
Dazwischen lagen biometrisch bewachte Pokémon-Karten, eine faltbare Webcam, eine DJI-Kamera mit Teleobjektiv und die beruhigende Erkenntnis, dass Crazy Taxi auch Jahrzehnte später keinerlei Interesse an der Straßenverkehrsordnung besitzt.
Disclaimer: Beim erstellen des Artikels war uns ChatGPT behilflich
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