News

TL;DR Wochenrückblick: IFA-Feuerwerk, Netflix wird teurer und Alphaville hat keine Glücksgefühle

So stimmen unsere Leser ab:

Die erste Septemberwoche hatte offenbar Angst davor, irgendwo noch eine freie Nachrichtenspalte übrigzulassen. In Berlin läuft die IFA 2026 und entsprechend werfen Hersteller neue Hardware im Akkord auf den Markt. Gleichzeitig erhöht Netflix mal eben sämtliche Preise, Oura möchte an die Börse, DJI legt bei seiner 360-Grad-Kamera ordentlich nach und im Maker-Bereich werden vier Druckköpfe offenbar langsam zum neuen „einer reicht doch nicht“.

Und dann wäre da noch das Glücksgefühle Festival direkt vor unserer Haustür, das ausgerechnet kurz vor dem Start eine ziemlich unnötige Debatte um Alphaville, politische Aussagen und Meinungsfreiheit produziert hat.

Wir haben wie immer den ganzen verdammten Stapel durchgewühlt und zehn Themen herausgesucht, die von dieser Woche hängen bleiben sollten.

1. Netflix wird deutlich teurer

Netflix dreht wieder an der Preisschraube – und diesmal erwischt es sämtliche regulären Tarife in Deutschland. Besonders absurd sieht die Rechnung beim werbefinanzierten Abo aus. Statt bisher 4,99 Euro werden künftig 6,99 Euro pro Monat fällig. Das entspricht einer Erhöhung um satte 40 Prozent. Standard steigt von 13,99 auf 15,99 Euro und Premium von 19,99 auf 21,99 Euro.

Neue Funktionen gibt es dafür natürlich nicht. Das Premium-Abo kostet damit inzwischen 263,88 Euro im Jahr. Streaming war irgendwann einmal die günstige Alternative zum klassischen Fernsehen. Irgendwo auf dem Weg scheint diese Information verloren gegangen zu sein.

Netflix erhöht Preise: Alle Abos werden deutlich teurer

2. Alphaville sagen dem Glücksgefühle Festival endgültig ab

Beim Glücksgefühle Festival am Hockenheimring wurde diese Woche ausgerechnet „Forever Young“ zum politischen Minenfeld. Alphaville waren zunächst ausgeladen worden, nachdem Sänger Marian Gold sich nicht verpflichten wollte, auf politische Aussagen während des Auftritts zu verzichten. Nach heftiger Kritik ruderte Veranstalter Markus Krampe zurück und lud die Band erneut ein.

Alphaville lehnten ab.

Und das ist nachvollziehbar. Wer sich öffentlich gegen Rechtsextremismus und für Demokratie, Toleranz und Freiheit positioniert, sollte dafür auf einer Festivalbühne keine Maulsperre bekommen. Meinungsfreiheit bedeutet selbstverständlich nicht, dass jeder alles gut finden muss. Sie bedeutet aber eben auch, dass Künstler ihre Haltung äußern dürfen.

Alphaville sagen Glücksgefühle ab – und das ist konsequent

3. DJI Osmo 360 II legt ordentlich nach

DJI schickt bereits die nächste Generation seiner 360-Grad-Kamera ins Rennen. Die Osmo 360 II nimmt Rundum-Videos jetzt mit bis zu 8K und 60 Bildern pro Sekunde auf und bringt einige Verbesserungen mit, die im Alltag wichtiger sein dürften als noch mehr Pixel. Allen voran: Die hervorstehenden Linsen lassen sich jetzt vom Nutzer selbst austauschen. Wer schon einmal eine 360-Grad-Kamera benutzt hat, weiß, dass deren Objektive ungefähr so geschützt sind wie eine Bierflasche mitten im Moshpit. Entsprechend sinnvoll ist die Änderung.

Dazu kommen mehr Dynamikumfang, ein überarbeiteter Nachtmodus, 128 GB interner Speicher und bis zu 100 Minuten Aufnahmezeit bei 8K/30 fps. In Deutschland startet die Kamera am 15. September ab 589 Euro.

DJI Osmo 360 II bringt 8K mit 60 fps und Wechselobjektive

4. LightMake L4 macht aus einem Drucker gleich vier

Im Maker-Bereich gehört der LightMake L4 weiterhin zu den spannendsten Maschinen, die gerade herumgeistern. Der 3D-Drucker besitzt gleich vier unabhängig voneinander arbeitende Druckköpfe. Damit können entweder mehrere Materialien und Farben ohne permanentes Purgen verarbeitet oder mehrere Bauteile gleichzeitig gedruckt werden. Noch ungewöhnlicher ist das Bewegungssystem: Statt klassischer Riemen setzt LightMake auf Linearmotoren.

Inzwischen läuft die Kickstarter-Kampagne und damit gibt es auch konkrete Preise und Lieferpläne. Ob das Konzept langfristig funktioniert, muss sich natürlich noch zeigen. Technisch ist der L4 aber zumindest einer dieser Drucker, bei denen nicht einfach nur jemand „20 Prozent schneller“ auf die Verpackung geklebt hat.

LightMake L4 startet mit vier Druckköpfen auf Kickstarter

5. Oura will an die Börse

Der Ring am Finger soll jetzt auch ordentlich Geld an der Börse einsammeln. Oura hat seine Registrierung für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC öffentlich gemacht und möchte künftig unter dem erstaunlich kreativen Kürzel OURA an der Nasdaq gehandelt werden. Interessant sind vor allem die erstmals veröffentlichten Geschäftszahlen. In den neun Monaten bis Ende Juni 2026 erzielte Oura einen Umsatz von rund 1,21 Milliarden US-Dollar.

Preis und Umfang des Aktienangebots stehen noch nicht fest. Klar ist aber: Smart Rings sind längst keine kuriose Wearable-Nische mehr.

Oura bereitet Börsengang an der Nasdaq vor

6. LaserPecker U1 graviert sogar mitten ins Glas

LaserPecker erweitert sein Portfolio mit einem Gerät, das sich deutlich von klassischen Diodenlasern unterscheidet. Der neue U1 arbeitet mit einem UV-Laser und soll unter anderem Glas, Kristall und andere transparente Materialien bearbeiten können. Besonders interessant sind dabei sogenannte Innengravuren, bei denen das Motiv innerhalb eines transparenten Körpers entsteht. Geplant sind Varianten mit 5 und 10 Watt. Die stärkere Version soll laut Hersteller sogar Glas schneiden können.

Damit wird aus „Ich gravier mal schnell einen Schlüsselanhänger“ langsam eine Maker-Kategorie, bei der man sich ziemlich ernsthaft Gedanken über eine zweite Werkbank machen muss.

LaserPecker U1: UV-Laser graviert Glas von innen

7. Roborock schickt Dampf auf den Fußboden

Auch bei Roborock war diese Woche ordentlich Bewegung drin. Die F25-Serie bekommt mit dem F25 Ultra Steam Gen 2 und dem F25 Pro Turbo Combo neue Modelle. Der Ultra Steam Gen 2 setzt erneut auf besonders heiße Dampfreinigung, während das Combo-Modell mehrere Reinigungsfunktionen in einem Gerät zusammenfasst.

Das Ganze passt wunderbar zum aktuellen Trend bei Haushaltsgeräten: Früher hat ein Staubsauger gesaugt. Heute dampft, wischt, trocknet und reinigt er sich selbst und vermutlich dauert es nicht mehr lange, bis er anschließend noch die Steuererklärung macht.

Roborock F25: Neue Modelle setzen auf Dampf und 5-in-1

8. The Blood of Dawnwalker ist da – und erklärt nicht alles

Seit dem 3. September ist The Blood of Dawnwalker erhältlich. Das Dark-Fantasy-RPG der ehemaligen Witcher-Entwickler von Rebel Wolves setzt unter anderem auf einen ungewöhnlichen Zeitmechanismus: Protagonist Coen hat 30 Tage und Nächte Zeit, seine Familie zu retten. Das klingt zunächst nach permanentem Stress, funktioniert im Spiel aber etwas anders, als man erwarten könnte. Außerdem gibt es einige Mechaniken, die das Spiel eher beiläufig erklärt.

Wir stecken gerade selbst mitten im Test. Ein paar Dinge hätten wir allerdings gerne vorher gewusst – deshalb haben wir genau die schon einmal zusammengetragen.

The Blood of Dawnwalker: Das hätte ich vorher wissen sollen

9. Netflix bekommt zusätzlich Ärger wegen KI

Teurer werden und gleichzeitig den nächsten Streit anfangen – Netflix hat diese Woche echtes Multitasking bewiesen. Der Verband Deutscher Sprecher:innen hat wegen der KI-Klauseln des Streamingdienstes Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Parallel unterstützt der Verband Datenschutzbeschwerden mehrerer Synchronsprecher:innen bei der Berliner Datenschutzaufsicht. Im Kern geht es um Vertragsklauseln zur Verwendung von Stimmen und Aufnahmen für KI-Systeme.

Das Thema dürfte uns noch länger begleiten. Gerade Synchronsprecher gehören schließlich zu den Berufsgruppen, bei denen generative KI nicht irgendein abstraktes Zukunftsthema ist, sondern ziemlich direkt vor der Studiotür steht.

Netflix-KI: Sprecherverband schaltet Behörden ein

10. Spider-Noir ist nach einer Staffel schon wieder Geschichte

Zum Abschluss noch ein Fall von „Das ging schnell“. Prime Video und MGM+ werden Spider-Noir mit Nicolas Cage nicht fortsetzen. Nach nur einer Staffel ist Schluss. Besonders kurios: Die Serie brachte es immerhin auf elf Emmy-Nominierungen. Eine zweite Staffel gibt es trotzdem nicht.

Damit wächst der Streaming-Friedhof um die nächste Produktion, bei der Zuschauer besser nicht zu lange darüber nachdenken sollten, warum sie überhaupt noch emotionale Bindungen zu neuen Serien aufbauen.

Spider-Noir endet bei Prime Video nach nur einer Staffel

Und sonst?

Natürlich war das längst nicht alles.

Soundcore hat mit AeroClip 2, Space 2 Pro und Sleep 4 gleich mehrere neue Kopfhörer vorgestellt, BLUETTI bringt seinen FridgePower nach Europa und Homey hat mit dem Portal einen schicken physischen Smart-Home-Controller mit Touchscreen und Drehregler angekündigt.

Dazu gab es neue Saugroboter, Kameras, Gaming-Hardware, jede Menge IFA-Neuheiten und so viele Produktankündigungen, dass die eigentliche Messe fast schon nur noch als geografische Begründung dafür dient, warum gerade halb Berlin Pressemitteilungen verschickt.

Und während ihr das hier lest, läuft am Hockenheimring noch das Glücksgefühle Festival.

Wir schauen dann nächste Woche nach, was davon übrig geblieben ist

Dislaimer: Für diesen Artikel haben wir auf die Hilfe von ChatGPT zurückgegriffen

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

CvD & Evil Genius
3D-Druck, Serien & Filme, Gaming, jede Art von Gadget
Seit 20086.030 Artikel172 Tests

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

Wie fandest du den Artikel?

Folgt uns

Folgt uns auch auf unseren Techkrams-Kanälen bei Bluesky, Mastodon, X, Threads, Instagram, Facebook und LinkedIn, damit ihr keine News, Tests und Artikel verpasst. Dort gibt es regelmäßig neue Beiträge, Updates und zusätzlichen Technikkram.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Keine Werbung?

Klar, Werbung nervt manchmal. Das verstehen wir.

Trotzdem sorgt genau diese Werbung dafür, dass Seiten wie techkrams.de überhaupt existieren können. Hosting, Technik, Zeit, Tests, Recherche und Kaffee fallen leider nicht vom Himmel. Werbung ist dabei eine der wenigen Möglichkeiten, den Betrieb kostenlos für euch am Laufen zu halten.

Es ist also völlig okay, einen Werbeblocker zu nutzen. Wenn ihr techkrams.de aber mögt und unsere Arbeit unterstützen wollt, wäre es verdammt nett, wenn ihr den Werbeblocker für unsere Seite deaktiviert.

Kostet euch nichts. Hilft uns aber sehr.