
So bekommt ihr eure 3D-Drucke wirklich wasserdicht
Wer schon einmal eine Vase, einen Blumentopf, einen Wassertank oder ein Gehäuse für den Außeneinsatz gedruckt hat, kennt das Problem: Der Druck sieht perfekt aus, aber nach einigen Stunden tritt Wasser durch die Schichtlinien aus. Gerade FDM-Drucke gelten von Natur aus nicht als vollständig wasserdicht, da zwischen den einzelnen Layern mikroskopisch kleine Hohlräume entstehen können.
Die gute Nachricht: Mit den richtigen Einstellungen und etwas Nachbearbeitung lassen sich selbst FDM-Drucke erstaunlich zuverlässig abdichten.
Bereits beim Drucken beginnt die Wasserdichtigkeit
Der größte Fehler passiert oft schon vor dem ersten Layer. Wer möglichst dichte Bauteile drucken möchte, sollte nicht mit hauchdünnen Wänden arbeiten.
So können dickere Wandstärken, mehrere Außenwände und ein hoher Infill-Anteil die Dichtigkeit deutlich verbessern. Besonders gute Ergebnisse wurden mit mindestens zwei bis drei Perimetern, rund 2 mm Wandstärke und möglichst hoher Füllung erzielt.
Auch die Materialwahl spielt eine wichtige Rolle. PETG gilt als deutlich besser geeignet als PLA, wenn ein Bauteil regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommt. Ebenfalls beliebt sind ABS, Polycarbonat oder Polypropylen, da sie eine gute Schichthaftung und hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit bieten.
Methode 1: Mehr Material statt mehr Arbeit
Oft reicht bereits eine Anpassung der Druckeinstellungen:
- Höhere Drucktemperatur
- Langsamere Druckgeschwindigkeit
- Mehr Außenwände
- Größere Layerbreite
- Leichte Überextrusion
Dadurch verschmelzen die Schichten besser miteinander und mögliche Hohlräume werden reduziert. Viele Nutzer berichten, dass Vasen oder Pflanzgefäße bereits ohne weitere Nachbearbeitung dicht werden können.
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Methode 2: Klarlack als schnelle Lösung
Für Dekorationsobjekte oder Blumentöpfe genügt oft schon ein transparenter Klarlack. Dabei wird entweder die Außenseite oder die Innenseite mehrfach lackiert. Der Lack dringt in kleine Poren ein und verschließt diese. Der Aufwand ist gering und die Kosten bleiben überschaubar. Allerdings eignet sich die Methode eher für niedrigen Wasserdruck und langfristig nicht für jede Anwendung.
- Farbloser Acryllack oder glänzendes Klarlack Finish: Der transparente Lack ist zum Besprühen von Holz, Stein, Metall, Glas, Korb, Leinwand, Keramik, Papier, Karton uvm. geeignet. Zusätzlich kann...
- UV-beständig & Farbschutz: Dieser transparente Acryllack sorgt für eine verbesserten UV Schutz, wodurch die Farben noch länger kräftig bleiben.
- Leichte Reinigung: Dieses glänzende Klarlack Spray trocknet schnell in eine glatte, nicht klebende & feste Oberfläche, die sich anschießend sehr leicht zu reinigen ist.
Methode 3: Epoxidharz für maximale Dichtigkeit
Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Epoxidharz. Das Harz wird auf die Innenflächen aufgetragen und bildet nach dem Aushärten eine komplett geschlossene Oberfläche. Dadurch verschwinden nicht nur Undichtigkeiten, sondern oft auch sichtbare Layerlinien.
Diese Methode eignet sich besonders für:
- Aquarien-Zubehör
- Wassertanks
- Terrarienprojekte
- Behälter für technische Anwendungen
Der Nachteil: Das Auftragen erfordert etwas Übung und erhöht den Arbeitsaufwand deutlich.
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Methode 4: Spezielle Imprägnierungen
In den letzten Jahren sind spezielle Abdichtungsmittel für 3D-Drucke auf den Markt gekommen. Diese dünnflüssigen Imprägnierungen dringen tief in die Poren des Drucks ein und verschließen selbst sehr kleine Leckagen.
Die Anwendung erfolgt meist durch:
- Streichen
- Sprühen
- Eintauchen
- Einfüllen in Hohlräume
Gerade bei komplexen Geometrien kann das deutlich einfacher sein als eine vollständige Harzbeschichtung. Hersteller geben an, dass sogar Mikroporen bis 0,1 mm zuverlässig verschlossen werden können.
- Versiegelt reizende Fasern: Entwickelt, um scharfe, hervorstehende Carbon- und Glasfasern auf FDM-Verbunddrucken zu umhüllen. Sorgt für eine glattere Oberfläche und verbessert die Handhabung sowie...
- Feuchtigkeitsschutz und Erhalt der Stabilität: Entwickelt für hygroskopische Filamente wie Nylon (PA) und PPA. Versiegelt Mikroporen an der Oberfläche, reduziert Feuchtigkeitsaufnahme und hilft...
- Perfekte Grundierungsschicht: Direktes Auftragen von Beschichtungen oder Farben auf FDM- oder Resin-Drucke kann zu schlechter Haftung führen. Bildet eine dünne, ausgleichende Basis, füllt...
Methode 5: Chemisches Glätten
Bei ABS-Drucken kann auch eine chemische Glättung helfen. Durch das kontrollierte Anlösen der Oberfläche verschmelzen die äußeren Schichten miteinander. Dadurch entstehen deutlich weniger Poren und die Wasserbeständigkeit steigt spürbar. Ähnliche Verfahren werden auch bei anderen Materialien eingesetzt.
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Welche Methode funktioniert am besten?
Für einen Blumentopf oder eine Vase reichen meist bereits optimierte Druckeinstellungen und PETG als Material aus.
Soll der Druck dauerhaft Wasser halten oder sogar unter Druck stehen, führt an einer zusätzlichen Versiegelung kaum ein Weg vorbei. Epoxidharz und spezielle Imprägnierungen liefern hier die zuverlässigsten Ergebnisse. Klarlack ist dagegen eher eine günstige Lösung für einfache Projekte.
Wer also künftig wasserdichte FDM-Drucke bauen möchte, sollte zuerst die Druckeinstellungen optimieren und erst danach zur Nachbearbeitung greifen. Oft entscheidet bereits die richtige Wandstärke darüber, ob aus einer schicken Vase ein funktionierender Wasserbehälter wird.
Titelbild: Seacrest Minis auf Makerworld
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