
Bambu bringt nun „Farbverläufe“ in eure 3D-Drucke
Nutzer des Orca-Slicers kennen das schon
Bambu Lab erweitert seinen Slicer um eine neue Farboption für den 3D-Druck. Mit dem experimentellen Feature „Color Mixing“ in Bambu Studio 2.5.3 lassen sich zwei oder drei Filamente desselben Typs virtuell mischen. Ziel ist es, neue Farbtöne und weiche Verläufe direkt im Druck zu erzeugen, ohne für jede Farbe ein eigenes Material einzulegen.
Neue Farben aus zwei oder drei Filamenten
Die Funktion arbeitet nicht mit echtem Vermischen im Hotend. Stattdessen erzeugt der Slicer die gewünschte Farbwirkung über abwechselnde Schichten und Mischverhältnisse. Nutzer können dabei entweder feste Mischungen anlegen oder einen Verlauf zwischen Farben erzeugen. Bambu nennt dafür einen normalen Mischmodus und einen Gradient-Modus.
Statt nur harte Farbwechsel zu setzen, lassen sich so weichere Übergänge simulieren. Bambu zeigt das unter anderem mit mehreren unterschiedlich gefärbten Benchy-Modellen, die aus einem CMYK-Filament-Set erzeugt wurden.
Noch klar als Experiment markiert
Ganz ausgereift ist die Sache aber noch nicht. Bambu stuft das Feature ausdrücklich als experimentell ein und nennt gleich mehrere Einschränkungen. So eignet sich die Funktion vor allem für nahezu senkrechte Wände. Für schräge Flächen oder Farbaufbau auf Ober- und Unterseiten wird sie derzeit nicht empfohlen. Außerdem ist die Farbvorhersage im Slicer laut Bambu noch nicht vollständig exakt. Wer ein sehr genaues Ergebnis braucht, sollte zuerst ein kleines Testteil drucken.
Dazu kommt ein klarer Hinweis zur Hardware. Für Ein-Düsen-Drucker ist die Funktion nur bedingt sinnvoll, weil häufige Farbwechsel mehr Materialverbrauch verursachen und den Druck ineffizient machen können. Bambu empfiehlt dafür ausdrücklich Multi-Nozzle-Systeme.
Empfehlung für Druckeinstellungen
Bambu liefert sogar konkrete Empfehlungen für die Nutzung. Mit einer 0,4-mm-Düse soll eine Basisschichthöhe von 0,12 mm und eine gemischte Schichthöhe von 0,2 mm für gleichmäßigere Ergebnisse sorgen. Extreme Verhältnisse bei den Layerhöhen sollen vermieden werden, weil sie die Druckqualität verschlechtern können.
OrcaSlicer-Idee fließt sichtbar ein
Laut Release Notes basiert der Bereich für die Farbvorhersage auf dem Ansatz von „ratdoux“ aus OrcaSlicer-FullSpectrum. Das dazugehörige Projekt beschreibt virtuelle Mischfarben über alternierende Schichten, Vorschau der Farbwirkung und konfigurierbare Mischverhältnisse. Bambu hat gleichzeitig betont, dass alle übrigen Teile der neuen Funktion unabhängig vom eigenen Team entwickelt wurden.
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