3D-DruckDruck-Praxis

Bambu Lab legt sich mit der Community an: OrcaSlicer-Fork ist offline

Der Streit um Bambu Lab, OrcaSlicer und den Zugriff auf 3D-Drucker über Drittanbieter-Software hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Der unabhängige Entwickler Pawel Jarczak hat seinen Fork OrcaSlicer-BambuLab eingestellt, nachdem Bambu Lab ihm rechtliche Schritte angedroht haben soll. Das Projekt sollte Funktionen zurückbringen, die viele Nutzer seit den Änderungen rund um Bambu Connect vermissen. Vor allem ging es um den direkteren Zugriff auf Druckerfunktionen aus OrcaSlicer heraus.

Der Fork sollte verlorene Funktionen zurückbringen

OrcaSlicer ist in der 3D-Druck-Szene seit Jahren beliebt, weil der Slicer viele praktische Funktionen bietet und deutlich communitynäher wirkt als manche Hersteller-Software. Genau deshalb war der Ärger groß, als Bambu Lab Anfang 2025 den Zugriff von Drittanbieter-Tools stärker einschränkte. Offiziell ging es dabei um Sicherheit, Authentifizierung und die Stabilität der eigenen Cloud-Infrastruktur. Jarczaks Fork wollte diese Funktionen wieder nutzbar machen, die nach der Einführung von Bambu Connect nur noch eingeschränkt oder über Umwege verfügbar waren. Dazu gehörten laut Berichten unter anderem Komfortfunktionen beim direkten Druckerzugriff und bei der Steuerung aus OrcaSlicer heraus. Bambu Lab war damit offenbar wenig einverstanden.

Bambu Lab wirft dem Entwickler mehrere Verstöße vor

Nach Angaben von Jarczak warf Bambu Lab ihm unter anderem vor, Software per Reverse Engineering analysiert zu haben, Bambu Studio nachzuahmen, Autorisierungskontrollen zu umgehen und gegen Nutzungsbedingungen zu verstoßen. Der Entwickler bestreitet das. Er erklärte, sein Fork habe öffentlich verfügbaren Code genutzt und keine geschlossenen Bestandteile von Bambu Lab kopiert. Dennoch zog er die Reißleine und nahm das Projekt freiwillig offline.

Dies wirft die Frage auf: Wem gehört eigentlich die Kontrolle über einen Drucker, wenn er bereits bezahlt wurde? Dem Hersteller, der Cloud-Dienste und Sicherheitsmechanismen betreibt? Oder dem Nutzer, der seine eigene Hardware mit der Software seiner Wahl verwenden möchte?

Das Problem heißt nicht nur OrcaSlicer

Bambu Lab hatte schon 2025 argumentiert, dass nicht autorisierte Zugriffe die eigene Infrastruktur belasten und Sicherheitsrisiken schaffen könnten. Das Unternehmen damals von rund 30 Millionen nicht autorisierten Anfragen pro Tag, vor allem im Zusammenhang mit OrcaSlicer. Aus Herstellersicht klingt das nach einem ernsthaften Infrastrukturproblem.

OrcaSlicer basiert auf Bambu Studio, das wiederum aus PrusaSlicer hervorgegangen ist. Die Open-Source-Wurzeln sind also tief, auch wenn Bambu Lab bei bestimmten Netzwerk- und Cloud-Funktionen auf geschlossene Komponenten setzt.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie das ganze jetzt weitergeht und wie laut die Rufe der Community werden müssen bis Bambu Lab einlenkt.

via 3ddruck.com

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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