Seit Donnerstag läuft ein Biopic über niemand geringeren als den „King of Pop“ – Michael Jackson. Im gleichnamigen Film wird der Aufstieg mit den Jackson 5 beleuchtet, das schwierige Verhältnis zu seinem herrschsüchtigen Vater Joe Jackson, die ersten Solo-Ausflüge samt einer Verletzung während eines Werbedrehs. Entfacht „MICHAEL“ vielleicht auch die Magie eines „Bohemian Rhapsody“, weil die gleichen Produzenten im Hintergrund stehen – dies verrät euch unsere Filmkritik zu „Michael“.
Normalerweise versuche ich meine Filmkritiken in jeder Ausgabe zu den verschiedenen Filmen zu gliedern, sodass auch normale Leser:innen ohne cineastischen Hintergrund dem Kontext rund eines Films oder dessen Thema problemlos folgen können. Bei diesem Werk ist dies aber nicht notwendig. Also zu erklären – wer Michael Jackson ist? Brauchen wir nicht. Der größte Musiker aller Zeiten. „Billie Jean„, „Thriller“ oder auch „Bad“ sind Titel, denen jeder von uns irgendwo schon mal audiovisusell begegnet ist. Sei es im Radio, Streamingplattformen oder eben in der Popkultur, die Jackson nachweislich mit seinem ikonischen „Moonwalk“ und überdimensionalen Shows nachhaltig prägte. Womit wir zur Frage kommen: Was ist der Inhalt? Ähnlich wie „Bohemian Rhapsody“ möchte „Michael“ eine runde Geschichte erzählen und beginnt mit einem Bühnengang des Pop-Königs in bekannter Montur. Nur, um sogleich ins Jahr 1966 zu wechseln um uns einen jungen Michael samt seiner Familie vorzustellen. Vater Joe Jackson, beeindruckend diabolisch von Colman Domingo gespielt, ist Stahlarbeiter und arbeitet unermüdlich an einer Musikkarriere mit seinen Kindern, die er als „Jackson 5“ in Tanzlokalen und Bars auftreten lässt. Sehr schnell wird der kleine Michael zum Star der Gruppe und will ein paar Jahre später aus dem familiären Käfig ausbrechen. Dies gestaltet sich unter der brutalen Hand von Oberhaupt Joseph mehr als kompliziert, sodass er die Hilfe von Außen braucht.
Regisseur Antoine Fuqua (Training Day, The Equalizer) verwendet das erste Drittel der über zwei Stunden Laufzeit für ein bitter anzusehendes Familiendrama, in der ein kleiner Junge, zum Erfolg des Vater auf die Bühne gezwungen wird. Inklusive Prügel bei Gegenrede. Hier lässt man uns als Zuschauerschaft mitfühlen und verstehen warum Michael Jackson im späteren Verlauf so wurde wie er war. Zumal seine Leidenschaft für Peter Pan und insbesondere Nimmerland hier durchaus klug mit wenigen Szenen herauskristallisiert wird.
Als junger Erwachsener geht Jackson zunehmend eigene Wege, wenngleich der Kauf des Haus-Schimpansen „Bubbles“ eher amüsant als überlegt wird. Inhaltlich wird es noch fraglich, daher kurz zum technischen Aspekt: Die Cinematografie ist grandios! Szenenübergänge haben ihren Reiz, passen wunderbar zueinander. Der Look erinnert an das bereits erwähnte Queen-Biopic – ist also im schicken Hochglanzformat. Hauptdarsteller Jaafar Jackson gelingt das Meisterstück in manchen Szenen exakt seinem Onkel Michael zu gleichen, jedoch seinen ganz eigenen Stil darzustellen. Seine Arbeit ist mindestens eine Oscar-Nominierung wert.
Ich möchte jetzt ungern spoilern. Dennoch darf es nicht unerwähnt sein. Die gesamten Vorwürfe gegen Michael Jackson sind nicht mit einer Silbe erwähnt. Ferner exisitiert eine längere Version mit dreieinhalb Stunden Laufzeit, wo exakt dieses Thema seinen Platz findet, jedoch wegen laufender Verfahren sowieso Klauseln momentan durch diese weichgespülte Variante eingetauscht wurde. Zumal der Film mittendrin aufhört. Inhaltlich gesehen im Leben des Künstlers. Bevor es inhaltlich interressant wird, folgt der Abspann. Entweder, so meine Theorie, wollte man nur die früheren Jahre thematisieren oder Universal/Lionsgate wollen bei Erfolg, angepeilt sind 700 Millionen US-Dollar Box-Office, einen zweiten Teil nachzuschieben. Dieser wird aufgrund des sehr bewegten Lebens von Michael natürlich deutlich packender.
Diejenigen, ein gutes schmissiges Biopic mit granadiosen Songs hören wollen, müssen „Michael“ schauen. Wir empfehlen hierbei wärmstens ein Lichtspielhaus mit „Dolby Atmos“-Anlage oder gleich das Dolby Cinema – hier pumpt der Beat von „Billie Jean“ erst richtig rein!
Michael. USA 2026. Verleih: Universal/Lionsgate. Regie: Antoine Fuqua. Mit Jaafar Jackson, Nia Long, Miles Teller. Genre: Drama. 125 Minuten. FSK: Ab 6 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.
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